Neu zählt der Punkteschnitt: Die ZSC Lions sind nervös – verspielen sie die direkte Playoff-Quali?
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Neu zählt der PunkteschnittDie ZSC Lions sind nervös – verspielen sie die direkte Playoff-Quali?

Neu entscheidet in der Qualifikation der Punkteschnitt für die Playoff-Teilnahme. Für manche Teams hat das Folgen. So müssen sich die ZSC Lions etwa schnell wieder steigern. Bei den Zürchern liegen die Nerven blank.

von
Nils Hänggi
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Die Zürcher scheinen nervös zu sein. 

Die Zürcher scheinen nervös zu sein.

Marc Schumacher/freshfocus
Gegen Zug verloren sie klar. 

Gegen Zug verloren sie klar.

Marc Schumacher/freshfocus
Wenn die Lions weiter nicht punkten, müssen sie gar um die direkte Playoff-Quali bangen. 

Wenn die Lions weiter nicht punkten, müssen sie gar um die direkte Playoff-Quali bangen.

freshfocus

Darum gehts

  • Die Quali geht in die heisse Phase.

  • Doch sie ist speziell, diese Endphase der Qualifikation.

  • Neu zählt nämlich der Punkteschnitt.

  • Die ZSC Lions müssen sich schleunigst wieder verbessern.

Die Schweizer Eishockeysaison geht in die finale Phase – und als wäre der Kampf um die Playoffs nicht schon genug spannend gewesen, sorgt nun eine weitere Corona-Quarantäne für mächtig Wirbel in der National League. So wurden zwei Spieler des EHC Biel positiv auf das Coronavirus getestet. Die Seeländer mussten in Quarantäne, Spiele wurden abgesagt. Und weil nicht mehr die Möglichkeit besteht, die Spiele nachzuholen (am Ostermontag muss die Qualifikation beendet sein), entschied die Swiss Hockey League, dass nun der Punkteschnitt für die Playoff-Teilnahme zählt. 

Und dieser Entscheid hat Folgen. Nicht nur gibt es eine neue Tabelle, auch müssen verschiedene Teams jetzt zittern. Ob sie das Playoff erreichen, über das Pre-Playoff müssen – oder ob die Saison für sie zu Ende ist. Denn ein Abstiegsgespenst spukt diese Saison ja bekanntermassen nicht herum, gibt es doch keinen Absteiger – nur wahrscheinlich einen Aufsteiger.

Ein Team, das sich beispielsweise schnellstmöglich wieder fangen muss, sind die ZSC Lions. Bei den Zürchern (derzeit 5.) beginnt nämlich das grosse Zittern um die direkte Playoff-Qualifikation. Denn wenn die Lions weiter verlieren, könnte ihr Punkteschnitt gar unter jenen der Bieler (7.) sinken, die zum Zuschauen verdammt sind. Zwei weitere Spiele ohne Punkte – und es ist so weit. Die direkte Playoff-Quali ist passé.

Die Tabelle nach Punkteschnitt

  1. Zug – 2,29

  2. Lausanne – 1,80

  3. Lugano – 1,79

  4. Fribourg-Gottéron – 1,75

  5. ZSC Lions – 1,68

  6. Genf-Servette – 1,66

  7. EHC Biel – 1,63

  8. HC Davos – 1,51

  9. SC Bern – 1,16

  10. Raperswil-Jona Lakers – 1,10

  11. Ambri-Piotta – 0,97

  12. SCL Tigers – 0,64

Grönborg wütet gegen Zug-Coach

Dass den Zürchern dies bewusst ist, erkennt man. Bei der 2:6-Pleite agierten sie fragil und teils völlig kopflos. Die Zuger liessen die ZSC Lions ins offene Messer laufen und führten nach 16. Minuten bereits 4:0. Von den Zürchern kam nix. Selbst Coach Rikard Grönborg, der sonst stets ein sehr beherrschter Trainer ist, wütete beim Herauslaufen in der zweiten Pause gegen Zug-Coach Dan Tangnes. Grönborg warf dem EVZ vor, Schwalben zu fabrizieren. Dies liess Tangnes nicht auf sich sitzen und brüllte zurück. Dafür erntete er wiederum vom ZSC-Coach unschöne Kraftausdrücke. Der Streit zwischen den Clubs ging gar noch nach Spielende weiter. Aus der Zuger Kabine klang nämlich der Sechseläutenmarsch, die inoffizielle Zürcher Hymne.

Besser läuft es beim SC Bern und den Rapperswil-Jona Lakers. Im Duell gegen Ambri um den letzten Pre-Playoffplatz legten die Tessiner zwar den besseren Start hin und gingen in Führung. Doch die Lakers drehten die Partie, gewannen das Spiel mit 4:2. Dank des Sieges machte Rapperswil einen grossen Schritt an die Pre-Playoffs. Und die Berner? Nun – die mussten gegen Tabellenschlusslicht SCL Tigers ran und siegten mit 5:4. Heisst: Der SCB gewann zwei der letzten drei Partien, baut den Vorsprung auf einen Nicht-Pre-Playoffplatz weiter aus. Die Berner spielen noch vier Mal in der Qualifikation. Gegen Servette, die Lakers, Fribourg und Davos. Wenn sie in diesen Spielen punkten, ist ihnen wohl die Pre-Playoff-Teilnahme nicht mehr zu nehmen.

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