Zürcher Sechseläuten: Die Zünfter sind auf dem Weg zum Böögg
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Zürcher SechseläutenDie Zünfter sind auf dem Weg zum Böögg

Das Zürcher Sechseläuten strebt seinem Höhepunkt entgegen. Punkt 15 Uhr hat sich am Montagnachmittag der Zug der Zünfte durch die Innenstadt in Bewegung gesetzt.

In historischen Kostümen, mit Musik, Wagen und Pferden ziehen sie durch die Innenstadt zum Sechseläutenplatz, wo ab 18 Uhr der Böögg verbrannt wird.

Mit den rund 3500 Zünftern marschieren jeweils auch deren Gäste und Ehrengäste. Insgesamt sind es rund 5000 Personen. Nachdem sich der Zug der Zünfte letztes Jahr durch eine abscheulich nasskalte Innenstadt kämpfen musste, können Teilnehmende und Publikum dieses Jahr das Fest bei warmen Sonnenschein geniessen.

Valser Quarzit zum Zweiten

Der Sechseläutenplatz, der seit einem Jahr mit edlem Valser Quarzit gepflastert ist, ist wiederum mit einem speziellen Belag Sechseläuten-tauglich gemacht worden.

In sicherem Abstand vom Holzstoss des Böögg wurde eine dicke, breite Schicht Sand und spezielles Granulat aufgeschichtet und festgepresst. So haben die Pferde einen geeigneten Untergrund für den traditionellen Umritt und der Bodenbelag wird geschont.

Ist der Böögg einmal verbrannt, strömen jeweils hunderte Menschen auf den Platz zum «Volksbräteln»– grosses Grillieren in den noch stundenlang glühenden Überresten des Scheiterhaufens.

Kompromiss mit den Frauen

Angeführt wird der Zug von der Zunft zu Wiedikon. Den Abschluss machen die Weggen-Zünfter, die letztes Jahr zuvorderst marschierten. Auch die Gesellschaft zu Fraumünster ist teil des Zuges. Mit einzelnen Ausnahmejahren musste sie bisher allein durch die Stadt ziehen.

Das jahrelange Gezerre um die Rolle der Frauenzunft am Sechseläuten ist nun mit einem Kompromiss vorderhand beigelegt worden. Die Gesellschaft zu Fraumünster ist zwar ausdrücklich nicht Mitglied des Verbandes der Zürcher Zünfte. Sie ist aber für die nächsten acht Jahre Dauergast bei der Gesellschaft zu Constaffel.

Damit dürfen die Damen an fast allen Aktivitäten des Sechseläutens mitmachen. Bloss eines ist ihnen verwehrt: An den abendlichen Geselligkeiten wollen die Herren der 26 Zünfte mit ihren Gästen unter sich bleiben.

Ein Prinz, ein Abt und ein Schweizergardist

Unter den Ehrengästen sind wie üblich zahlreiche Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft, Showbusiness und Sport, Militär, Kultur, Bildung und Medien.

Unter vielen anderen sind das beispielsweise Seine Durchlaucht Prinz Michael von Liechtenstein, mehrere Vertreter der alt Londoner Zünfte, der Kommandant der Schweizergarde, Christoph Graf, ETH-Zürich-Präsident Lino Guzzella, Schwinger Christian Stucki, der Einsiedler Abt Urban Federer und der umtriebige Ex-Mister-Schweiz Renzo Blumenthal.

(sda)

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