Aktualisiert 25.05.2011 09:27

Besser dank «Mango»

Die Zukunft von Windows Phone 7 beginnt heute

Microsoft hat das erste grosse Update seines mobilen Betriebssystems Windows Phone 7 präsentiert. 500 neue Funktionen sollen die Konkurrenz das Fürchten lernen.

von
Oliver Wietlisbach / Daniel Schurter

Beim lange schlafenden Riesen Microsoft gehts plötzlich Schlag auf Schlag. Am Montag erst kündigte Steve Ballmer Windows 8 für 2012 an, am Dienstag erhielt das Publikum einen ersten Vorgeschmack auf «Mango», das erste grosse Update für Windows Phone 7 (WP7).

Die US-Tech-Seite «Engadget» hatte die wichtigsten Infos zu Mango beziehungsweise Windows Phone 7.1 bereits eine Stunde vor der Pressekonferenz publiziert. Microsoft hat nun bestätigt, dass das Gratis-Update allen WP7-Nutzern Anfang Herbst 2011 zur Verfügung stehen wird.

Samsung, LG und HTC werden den Konzern weiterhin mit neuen Smartphones beliefern. Als neue Partner wurden Acer, Fujitsu, ZTE und natürlich Nokia präsentiert. Mit den neuen Verbündeten will sich der Software-Gigant weitere wichtige Märkte wie China, Japan oder Russland erschliessen.

Twitter und Facebook in WP7 integriert

Microsoft bestätigte zudem die Integration eines Twitter- und Facebook-Chats in WP7. Beide Funktionen sind bislang nur über Apps verfügbar. Die Idee hinter Mango ist simpel: Je mehr Apps die Nutzer zur Kommunikation benutzen, desto komplizierter wird es. Bislang wurden oft mehrere Programme für E-Mail, SMS, Instant-Messenger und soziale Netzwerke genutzt. Neu organisiert Windows Phone 7 sämtliche Informationen zu einer Person oder einer Gruppe, mit der man kommunizieren will - und nicht wie gewohnt die einzelnen Apps, die in den Hintergrund treten. SMS, E-Mails und Instant-Messages eines Kontaktes werden so an einem gemeinsamen Ort verwaltet.

Im Übrigen wurde die Funktion der sogenannten Live Tiles (Echtzeit-Kacheln), die als Programmsymbole auf dem Bildschirm liegen, erweitert. Diese können nun mehr App-Inhalte wie Statusmeldungen, SMS, E-Mails oder Instant-Messages dynamisch anzeigen, so dass der Anwender alle für ihn relevanten Informationen auf dem Startbildschirm im Blick hat. Mit einem Klick auf die Live-Kachel kann man ohne Umweg über die App auf neue Nachrichten antworten. Ebenfalls praktisch: Innerhalb einer Konversation kann mit Mango zwischen SMS, Facebook-Chat und Windows Live Messenger gewechselt werden.

Weitere vorgestellte Funktionen sind «Text to Speech» und die Stimmerkennung. Nutzer können sich erhaltene Text-Nachrichten vorlesen lassen und neue Nachrichten per Spracherkennung verfassen. Das Betriebssystem konvertiert darauf die gesprochenen Worte in Text.

Fest steht zudem, dass Windows Phone 7.1 endlich Multitasking beherrschen wird. Mango ermöglicht das schnelle Umschalten zwischen den einzelnen aktiven Anwendungen. Eine Applikation kann im Hintergrund laufen, ohne dass die Batterielaufzeit oder die Performance darunter leiden sollen. So kann man etwa ein Spiel verlassen und später ohne Unterbruch an der gleichen Position weiterspielen.

Schnelles Surferlebnis?

Der mobile Internet Explorer 9 für Mango soll die neue Bestmarke auf Smartphones setzen. Im vorgeführten Speed-Test liess das Windows-Smartphone zumindest das BlackBerry Torch, das iPhone 4 und das Droid Charge hinter sich.

Mango kann mit 500 Verbesserungen aufwarten – was faktisch einer Runderneuerung entspricht. Mehr als ein Facelifting war auch nötig, wollte Microsoft das Smartphone-Rennen nicht frühzeitig an Googles Android und Apples iOS verlieren. WP7 verkaufte sich seit der Lancierung im Herbst 2010 nur harzig und bleibt bislang weit hinter Android, Symbian, iOS oder BlackBerry-OS zurück.

Ein Grund für die schleppenden Verkäufe dürften die hohen Hardware-Anforderungen sein, die Microsoft den Geräte-Herstellern vorgeschrieben hat. Windows-Smartphones sind daher im Premium-Segment angesiedelt und entsprechend teuer. Mit dem zu erwartenden Preiszerfall bei Prozessoren, Displays und weiteren Komponenten, werden künftig wohl erschwinglichere WP7-Geräte auf den Markt kommen.

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