05.04.2020 17:35

«Haus des Geldes»-Staffel

«Die Zuschauer werden sie geniessen und leiden»

Die neuen Folgen des Netflix-Hits «Haus des Geldes» sind da. Hier erklären die Protagonistinnen und Protagonisten der Serie, wie sie die Arbeit an der Fortsetzung erlebten – ganz ohne Spoiler.

von
Philipp Portmann

DISCLAIMER: Wer die dritte Staffel der Serie noch nicht zu Ende geschaut hat und nicht gespoilert werden will, soll hier nicht weiterlesen. Der Text ist spoilerfrei, was die vierte Staffel betrifft.

Wo waren wir?

Mit kaum auszuhaltenden Cliffhangern endete Staffel 3 von «Haus des Geldes» abrupt nach acht Folgen. El Profesor, Kopf einer Gruppe aus Dieben, Söldnern und Hackern, wurde von der spanischen Polizei aufgespürt, gejagt und in die Enge getrieben.

Und das, nachdem er die Welt mit dem wohl genialsten Raub aller Zeiten verblüffte: Er liess seine Truppe die staatliche Gelddruckfabrik besetzen, 2,4 Milliarden Euro drucken und damit verschwinden, ohne dabei jemanden geschädigt zu haben, wie er der ermittelnden Inspectora damals in einer flammenden Rede erklärte.

Der Serienerfinder

Jetzt geht es weiter mit Staffel 4, die, wie Serienschöpfer Álex Pina (52) sagt, die bisher extremste Staffel sei – und zwar im Guten wie im Schlechten: «Die Zuschauer werden sie geniessen und gleichzeitig leiden. Es sind zwei extreme Pole, die aufeinandertreffen.»

Und so projiziert Pina genüsslich lateinamerikanisches Temperament und Emotionen auf die rationale Welt eines minutiös geplanten Raubes. «Wir wollten diese Lebensweise und die spanische Komödie mit amoralischen, aber empathischen Figuren mischen», erklärt Pina.

Der Regisseur

Jesús Colmenar, Produzent und Regisseur einiger Folgen, ergänzt: «Mein Ziel war es, diesem verrückten Goldraub Glaubwürdigkeit zu verleihen. Das war wichtig, weil diesmal alles grösser war. Wir mussten auf der einen Seite ein eigenes Universum erschaffen. Und auf der anderen gleichzeitig der markanten Choreographie folgen, damit bei den Zuschauern ein Wiedererkennungseffekt entsteht.»

Genau dieser Wiedererkennungseffekt ist eines der Erfolgsgeheimnisse von «Haus des Geldes». Die roten Overalls und die Dali-Masken der Gang sowie die biederen Hemden, die 80er-Jahre-Frisur und der alte Seat des Professors kennen und lieben mittlerweile Serienfans in 190 Ländern.

Die Hauptdarstellerin

Úrsula Corberó, die Tokio spielt, wurde während der Dreharbeiten zur neuen Staffel mehr gefordert denn je – weil sie oft in engen Räumen gedreht hätten: «In vielen Szenen geht es um Leben oder Tod. Es gibt nicht nur physische sondern auch psychische Konfrontationen, was alle an ihre Grenzen bringt. Dieses Gefühl der Enge war ansteckend», sagt die 30-Jährige.

Die Serie und das Virus

Klaustrophobische Gefühle und Menschen, die sich unter Druck plötzlich verändern, das wiederspiegelt auch gerade die Situation, die sich in Zeiten von Corona weltweit abspielt. Professor-Darsteller Álvaro Morte sagt dazu: «Es würde uns glücklich machen, wenn wir mit ‹Haus des Geldes› den Menschen Ablenkung geben können.»

Regisseur Jesús Colmenar ist vom Unterhaltungswert der neuen Staffel überzeugt. «Ich glaube, die Zuschauer können einerseits Antworten zu Fragen erwarten, die sie sich seit der dritten Staffel stellen, und die sie beunruhigt haben. Andererseits gibt es viele unerwartete Wendungen, Emotionen, Spannung und Adrenalin. Es werden Entscheidungen getroffen, von denen es kein Zurück gibt. Der Schluss der Staffel ist ein echtes Crescendo – und wird alle überraschen.»

Die vierte Staffel von «Haus des Geldes» ist jetzt auf Netflix abrufbar.

Fehler gefunden?Jetzt melden.