Sinkende Strompreise in zwei Gemeinden  – das denkt die 20-Minuten-Community

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Sinkende Strompreise  «Die zwei Gemeinden zeigen, was beim Strompreis alles möglich wäre»

Während die Strompreise fast schweizweit steigen, zahlen Einwohner*innen zweier Berner Gemeinden weniger Geld für ihren Strom – wegen ihres eigenen Wasserkraftwerkes. Ein Musterfall dafür, dass Unabhängigkeit die Lösung ist, finden Community-Mitglieder. 

von
Gabriela Graber
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In fast allen Gemeinden steigt der Stromtarif im Schnitt um 27 Prozent an. Die Ausnahme bilden zwei Berner Gemeinden, in denen der Strompreis sogar sinkt. Im Bild die Gemeinde Lütschental, in der der Stromtarif 2023 um zwei Prozent sinken wird.

In fast allen Gemeinden steigt der Stromtarif im Schnitt um 27 Prozent an. Die Ausnahme bilden zwei Berner Gemeinden, in denen der Strompreis sogar sinkt. Im Bild die Gemeinde Lütschental, in der der Stromtarif 2023 um zwei Prozent sinken wird.

Wasserkraftwerk Jungfraubahn
Die Nachbargemeinde Gündlischwand wird ebenfalls weniger zahlen müssen.

Die Nachbargemeinde Gündlischwand wird ebenfalls weniger zahlen müssen.

Screenshot/Google Maps
Stromlieferantin ist das Wasserkraftwerk Jungfraubahn. Dieses produziert vor allem im Sommer ausreichend Strom, um die beiden Gemeinden mit insgesamt 496 Einwohnerinnen und Einwohnern zu versorgen.

Stromlieferantin ist das Wasserkraftwerk Jungfraubahn. Dieses produziert vor allem im Sommer ausreichend Strom, um die beiden Gemeinden mit insgesamt 496 Einwohnerinnen und Einwohnern zu versorgen.

Wasserkraftwerk Jungfraubahn

Darum gehts:

  • In zwei Berner Gemeinden sinkt der Stromtarif – während er sonst fast schweizweit ansteigt. 

  • Grund dafür ist, dass die Gemeinden ein eigenes Wasserkraftwerk besitzen.

  • Ein Beispiel zum Nachmachen, finden viele 20-Minuten-Leser*innen. 

In fast allen der 2148 Gemeinden der Schweiz steigen die Strompreise nächstes Jahr um durchschnittlich 27 Prozent an. Nicht so in den zwei Berner Gemeinden Gündlischwand und Lütschental: Dort sinkt der Stromtarif um einen Rappen, im benachbarten Grindelwald bleibt der Tarif gleich. Hauptgrund ist, dass die Gemeinden über ein eigenes Wasserkraftwerk verfügen, das Kraftwerk Jungfraubahn. Ein Paradebeispiel dafür, dass es auch anders ginge, finden etliche 20-Minuten-Leser*innen – und fordern, dass die unabhängige Stromversorgung ausgebaut werden soll.

«Die zwei Gemeinden zeigen uns allen, was möglich ist»

«Chapeau, diese beiden Gemeinden haben vorausschauend gehandelt!», kommentiert GiuseppeReset. «Kompliment an die verantwortlichen Menschen, die an ihre Einwohner*innen denken», sagt auch Ichduwiralle. «Die Berner machen sich im Moment noch beliebter!», schreibt User strombaron. Ein Leser spielt sogar mit dem Gedanken, umzuziehen. User Weitsichtler findet: «Die zwei Gemeinden zeigen uns allen, was möglich ist.»

Mehrere Leser*innen ärgern sich sehr über die steigenden Strompreise – und verstehen nicht, wieso es pro Gemeinde andere Tariferhöhungen gibt. «Bei uns steigt der Strom gar um 60 Prozent!», sagt Y.Sch. «Dieser Flickenteppich von Strompreiserhöhungen und -senkungen ist eine Katastrophe. Es sollte jetzt ein schweizweit geltender Einheitspreis eingeführt werden – schon alleine aus Solidaritätsgründen», so User PeterMeier. Laut ihm sollten zudem in Hinblick auf die Zukunft alternative Energielösungen gefördert werden.

«Gründet dezentrale Energieversorgungen»

«Das Lösungswort der Zukunft heisst Selbstversorgung», sagt SodeliO2. Dieser Meinung ist auch User Geissenpeter: «Was lernen wir daraus? Eigenen Strom zu produzieren, ist unabhängiger, günstiger und freier.» Zahlreiche weitere Leser*innen fordern nun Investitionen in die unabhängige Stromversorgung. User Zerschmetterling schlägt sogar Strom-Kooperationen vor: «Gründet dezentrale Energieversorgungen mit Photovoltaik-Anlagen oder Klein-Windrädern». Ähnlich wie Strassenkooperationen seien seines Erachtens auch Energiekooperationen möglich. «Ein grosses Scheunendach mit einer Photovoltaik-Anlage kann meines Wissens den Jahresbedarf von mehreren Einfamilienhäusern inklusive Wärmepumpen und E-Autos abdecken.»

Andere User*innen sehen den Grund für die Energiekrise in den Sanktionen gegen Russland – und fordern, dass diese aufgehoben werden. «Ich finde, das wäre der einfachere Weg aus der Krise», so Knochenkopf. User Spyy83 erachtet dagegen den Verkauf von in der Schweiz hergestelltem Strom als problematisch. «Wir werden einfach wieder bescheidener werden müssen. Die Zeit des Verschleuderns ist vorbei», so ein weiterer User. Laut ihm werde es nicht mehr lange gehen, bis es wieder mehr Bäcker, Schneider und Schmiede gebe, da es sich nicht mehr lohnen werde, Produkte aus Bangladesh oder China zu importieren.

Bereiten dir die steigenden Strompreise Sorgen? 

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