Schlieren: Diebe klauen Kupfer in Schrebergärten
Aktualisiert

SchlierenDiebe klauen Kupfer in Schrebergärten

Schock bei den Schrebergärtnern in Schlieren ZH: Kupferdiebe haben sämtliche Regenrinnen und Kamindeckel geklaut. Sie schlugen nicht zum ersten Mal zu.

von
Lea Blum

Die Hobbygärtner der Schrebergarten-Siedlung Im Rohr in Schlieren sind aufgebracht: In mehrere Schrebergärten haben in der Nacht auf Montag Kupferdiebe eingebrochen - teilweise schon zum sechsten Mal. «Jetzt reichts, das muss endlich aufhören», sagt Angelo (53) aus Schlieren. Er gärtnert seit rund zehn Jahren. «Ich wollte am Montagmorgen Salate holen, als ich den zerstörten Kamin sah», sagt er. «Die Kupferhaube des Cheminées wurde gewaltsam abgerissen.»

Damit aber noch nicht genug. Aus sechs weiteren Pünten wurden Kupferhauben von Öfen geklaut. Auch vor Regenrinnen machten die Räuber nicht Halt - in der Anlage gibt es nun fast keinen Kupfer mehr. «Ich bin schockiert», so Angelo. In seiner Parzelle sei der Schaden vermutlich am grössten: Etwa 3000 Franken Sachschaden haben die Täter bei ihm verursacht. Die Diebe haben auch die Tür zum Gartenhäuschen aufgebrochen und mehrere Getränkeflaschen gestohlen. Weiter wurde ein Lichtsensor abgerissen und das Häuschen verwüstet. «Das tut weh, es ist unser Eigentum», sagt Angelo.

«Ich will kein Kupfer mehr im Garten haben»

Nur vier Nächte zuvor wurde bei Iulianello (72) eingebrochen. Er hat seinen Platz seit rund 30 Jahren in der Anlage Im Rohr. Am Mittwochabend wollte er seine Pflanzen giessen. «Da war alles noch in Ordnung.» Am nächsten Morgen sah es jedoch anders aus. Auch bei ihm war die Kupferhaube weg. «Ich bin wütend. Ein neuer Kamindeckel kostet mich 700 Franken.» Ein grosser Betrag für den Pensionär. «Ab jetzt will ich bestimmt kein Kupfer mehr im Garten haben.»

Die Kantonspolizei Zürich bestätigt die Vorfälle. Sie hat aber laut Sprecher Daniel Schnyder noch keine Hinweise zu den Tätern. Man habe vor Ort eine Spurensicherung durchgeführt und ermittle in alle Richtungen. «Erstaunlich ist, dass die Diebe übers Wochenende eingebrochen sind, dann halten sich besonders viele Häuschenbesitzer in der Anlage auf», so Schnyder. Er empfiehlt, auf Kunststoff oder Zink auszuweichen. «Kupfer ist wertvoll und deshalb sehr begehrt.»

Infrarot-Kameras zur Vorbeugung

Bruno Essig (68) war 12 Jahre lang Präsident des Gartenvereins Im Rohr. Wieso es immer wieder zu Einbrüchen kommt, kann er sich nicht erklären. «Es nützt alles nichts. Die Eingangstüren sind immer verschlossen.» Es würden aber bei der nächsten Sitzung verschiedene Ideen, wie etwa Infrarot-Kameras, diskutiert.

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