Diebischer Professor: Bucher versteigert
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Diebischer Professor: Bucher versteigert

Bei Christie's Paris ist die Kunstbüchersammlung des in Lausanne entlassenen Neurologen Julien Bogousslavsky versteigert worden und hat 5,43 Millionen Franken eingebracht.

120 der 134 angebotenen Stücke fanden Käufer. Dies sei sehr selten, besonders für Bücher und Manuskripte, sagte ein Experte des Auktionshauses Christie's gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

Der Wert der Sammlung des wegen Unterschlagung von bis zu 2,1 Mio. Franken entlassenen und inhaftierten Medizinprofessors des Universitätsspitals Lausanne (CHUV) war auf 4,5 bis 7,5 Mio. Franken geschätzt worden.

Manche Stücke wurden für das Doppelte ihres Schätzwerts verkauft, wie eine SDA-Korrespondentin vor Ort feststellte. Die Schlusssumme beträgt 5,43 Millionen Franken, wie der Anwalt von Bogousslavsky sagte.

Damit sei der erste Schritt getan, erklärte der Anwalt. In einem zweiten Schritt müsse das Geld ausbezahlt werden. Der Anwalt hofft, dass Bogousslavsky in der Folge aus der Untersuchungshaft entlassen wird.

Der Nettoerlös der Auktion geht auf ein Sperrkonto, das vom zuständigen Waadtländer Untersuchungsrichter kontrolliert wird. Das Geld könnte dazu dienen, den Kanton Waadt für den finanziellen Schaden im CHUV zu entschädigen. Der Arzt schuldet dem Kanton gegenwärtig 1,8 Millonen Franken.

Der Richter hatte die Auktion der illustrierten Werke aus den Jahren 1890 bis 1940 bewilligt, nachdem er von Christie's und dem Angeklagten verbindliche Zusicherungen eingeholt hatte.

Richter Jean Treccani sagte am Dienstagabend gegenüber der SDA, Bogousslavsky bleibe vorläufig in Haft. Die Schulden seien nur ein Faktor. Gegenwärtig verunmöglichten auch andere Faktoren eine Entlassung aus der Untersuchungshaft, darunter anstehende Zeugenanhörungen. Doch es zeichneten sich Lösungen ab, fügte der Richter an.

(sda)

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