Aktualisiert 04.01.2013 13:31

Diebe in SBB Zügen

Diebstähle nehmen in St.Galler Zügen stark zu

Trauriger Rekord: Innert zwei Jahren hat sich die Zahl der bestohlenen Zugpendler in St.Gallen verdoppelt. «Der ÖV ist zum Selbstbedienungsladen geworden» sagt der Sprecher der St. Galler Kapo.

von
Simon Städeli
Am Bahnhof St.Gallen steigen Diebe in den stehenden Intercity Zug ein.

Am Bahnhof St.Gallen steigen Diebe in den stehenden Intercity Zug ein.

Mehr als ein Diebstahl pro Tag ereignete sich im vergangenen Jahr im Kanton St. Gallen im öffentlichen Verkehr. Das ist ein deutlicher Negativrekord: 2010 lag die Zahl noch bei 214 Diebstählen, 2012 wurden dann 409 Fälle bei der Polizei angezeigt. Über die neusten Zahlen ist die Polizei beunruhigt: «Der öffentliche Verkehr ist zum Selbstbedienungsladen geworden», sagt Hanspeter Krüsi von der Kantonspolizei St. Gallen.

Für 20 Minuten wertete er die eingegangenen Anzeigen aus: «Die meisten Taten geschehen, wenn die Opfer schlafen und ihre Wertsachen offen liegen lassen.» Danach kommen Trickdiebe und solche, die mit einem fremden Koffer aussteigen. «Über die meisten Täter können wir nur mutmassen», sagt Krüsi, die meisten flögen nie auf. Immer beliebter wird bei den Dieben die «Pariser-Masche»: Die Diebe bestehlen die Zugpassagiere kurz vor der Abfahrt und verlassen in letzter Sekunde den Zug.

Diebe steigen in St.Gallen in stehenden Zug

Am Bahnhof St. Gallen beobachten Pendler regelmässig, dass Gruppen von Nordafrikanern in den stehenden Intercitys nach Opfern suchen. Vor Weihnachten bemerkte ein 24-Jähriger einen Dieb und wurde darauf von diesem mit Faustschlägen verletzt. Krüsi appelliert an die Pendler, ihre Wertsachen immer am Körper zu tragen.

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