Aktualisiert 10.10.2003 11:11

Diener AG - Das Aus nach 190 Jahren

Die traditionsreiche Zürcher Bauunternehmung Diener AG gibt auf. Sie stellt ihre Tätigkeit Ende Januar 2004 ein und entlässt sämtliche 115 Angestellten, wie die Unternehmung bekannt gab.

Begründet wird der Schritt mit der anhaltend schlechten Baukonjunktur und fehlender Nachfolge.

Der 58-jährige Verwaltungsratspräsident Hansjörg Diener begründete den Entscheid damit, dass die Lage im Baugewerbe und besonders im Hochbau seit Jahren durch erhebliche Überkapazitäten und einen harten Preiskampf geprägt ist. «Gerade in der Region Zürich werden Aufträge zu unglaublich tiefen Preisen vergeben», sagte er auf Anfrage. Dennoch seien in den vergangenen Jahren kaum Kapazitäten abgebaut worden. Die Aussichten seien auch für die kommenden Jahre wenig hoffnungsvoll. Hinzu komme, dass die Kinder der Familie Diener andere berufliche Laufbahnen eingeschlagen hätten und nicht für die Übernahme der Firmenleitung zur Verfügung stünden.

Die in sechster Generation in Familienbesitz stehende Diener AG konnte laut den Angaben den Umsatz in den vergangenen beiden Jahren zwar bei 18 Millionen Franken halten, schrieb aber wegen des tiefen Preisniveaus rote Zahlen. Die Bilanz sei aber weiterhin gesund, so dass der Abbau der operativen Tätigkeit gegenüber Kunden, Lieferanten und Beschäftigten fair durchgeführt werden könne.

Die 1813 gegründete Diener AG will alles daran setzen, dass für einen Teil der 115 teils langjährigen Angestellten eine möglichst nahtlose Weiterbeschäftigung möglich ist. Dies treffe vor allem für die sechs Lehrlinge zu, die ihre Ausbildung in anderen Firmen abschliessen sollen, sagte Diener. Gespräche würden mit mehreren Firmen geführt. Es werde auch ein Sozialplan ausgehandelt. (dapd)

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