Dienstleister konzentrieren sich auf die Städte
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Dienstleister konzentrieren sich auf die Städte

Die Zahl der Dienstleistungsbetriebe ist in der Schweiz von 1995 bis 2001 gesunken, und die Anbieter konzentrieren sich auf die Städte.

Für Güter des täglichen Bedarfs ist die Versorgung auf dem Land dichter als im Gesundheitswesen.

Nach einer am Freitag veröffentlichten Erhebung des Bundesamtes für Statistik (BFS) gab es 2001 in jenen knapp 50 Prozent der Gemeinden eine Bank respektive eine Arztpraxis, in denen fast 90 Prozent der Bevölkerung lebten. Jede fünfte Gemeinde verfügte über mindestens eine Apotheke.

Dichter ist das Netz von täglich genutzten Dienstleistungen: Lebensmittelgeschäfte gab es 2001 in 63 %, Cafés und Restaurants sogar in über 90 % der Gemeinden. Gegen 90 % aller politischen Gemeinden haben obligatorische Schulen und Kindergärten.

Mehr Arztpraxen und Apotheken in Städten

Zwischen 1995 und 2001 nahm die die Zahl der Betriebe landesweit ab, die Bevölkerungsdichte aber gleichzeitig zu. Vor allem in Randgebiet wird das Versorgungsnetz löchriger. Gestiegen ist lediglich die Zahl der Arztpraxen und Apotheken, und das allein in den städtischen Gebieten.

Gesamtschweizerisch gab es 2001 5 % weniger Arztpraxen als sechs Jahre zuvor. Aus der steigenden Zahl von in Praxen Beschäftigten schliessen die Statistiker auf eine höhere Zahl von Gruppenpraxen. Die Dichte von Arztpraxen und Apotheken war 2001 in den Städten rund zehn Mal höher als in Randregionen.

Die Zahl der obligatorischen Schulen und Kindergärten sank landesweit um 2 %, in agrarischen und touristischen Gemeinden um 11 %. Gleichzeitig stieg die Zahl der an Schulen Beschäftigten um 11 %, die Zahl der Schülerinnen und Schüler um rund 3 %.

Lädelisterben

Die BFS-Statistik bestätigt das Lädelisterben: Die Zahl der Tante-Emma-Läden (uner 100 Quadratmeter Verkaufsfläche) in bäuerlichen Gemeinden ging um 30 % zurück. Dagegen stieg die Zahl der grossen Geschäfte mit über 1000 Quadratmeter Verkaufsfläche in allen Gebieten um 15 %.

Die Aussenbezirke der Städte und touristische Gemeinden verzeichneten einen Zuwachs von Beschäftigten in Lebensmittelläden. Dagegen sank die Zahl der in dieser Branche Beschäftigten in Randgebieten sowie in mehreren Städten, darunter Zürich, St. Gallen und Bellinzona, und ihren unmittelbaren Vororten.

Weitere Wege auf dem Land

Auf dem Land sind die Wege weiter. In Städten war 2001 der Weg zur nächsten Apotheke durchschnittlich 700 Meter weit, auf dem Land mehr als 9 Kilometer. Zur nächsten Arztpraxis hatten es Städter 500 Meter und Menschen auf dem Land 5 Kilometer weit. Der nächste Lebensmittelladen war in der Stadt 400 Meter, auf dem Land im Mittel 3 Kilometer entfernt.

Sehr gut versorgt mit Dienstleistungen sind Tourismus-Gebiete, sowohl mit Betrieben als auch mit Arbeitsplätzen in diesem Sektor. Auf 10 000 Einwohner kommen 125 Restaurants und Cafés (Schweizer Durchschnitt 37), 16 Lebensmittelläden (7,5), 3 Apotheken (2,3) und 10 Banken (4,4).

(sda)

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