Nahost-Konflikt: Diese 477 Häftlinge werden getauscht
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Nahost-KonfliktDiese 477 Häftlinge werden getauscht

Israel hat die Namen der ersten 477 palästinensischen Häftlinge veröffentlicht, die gegen den israelischen Soldaten Gilad Schalit ausgetauscht werden sollen. So sollen Klagen ermöglicht werden.

von
mlu
Gilad Schalit (Aufnahme aus dem Jahr 2009) wird gegen 1027 inhaftierte Palästinenser ausgetauscht.

Gilad Schalit (Aufnahme aus dem Jahr 2009) wird gegen 1027 inhaftierte Palästinenser ausgetauscht.

In der Nacht zum Sonntag war es soweit: Die Gefängnisverwaltung Israels hat bekanntgegeben, welche 477 palästinensischen Häftlinge in einem ersten Schritt freigelassen werden. Sie werden gegen den israelischen Soldaten Gilad Schalit ausgetauscht. Laut «Jerusalem Post» sollen diese Häftlinge am Dienstag zeitgleich mit Schalit freigelassen werden.

Auch die radikal-islamische Hamas, die den Gazastreifen beherrscht, publizierte nach Angaben des israelischen Onlinedienstes «Ynet» eine Namensliste. Mit der Veröffentlichung der Namen soll Gegnern des Austausches die Möglichkeit gegeben werden, dagegen beim Obersten Gericht Israels Klage einzureichen.

Auf der Liste befindet sich Nasser Yataima, der den Anschlag auf das Park Hotel in Netanya geplant haben soll, bei dem 2002 30 Menschen starben und 140 verletzt wurden. 17 Menschen starben 2002 bei einem Selbstmordanschlag auf einen Bus in Jerusalem, hinter dem Ibrahim Jundiya steckt. Auch er soll ausgetauscht werden. Ebenfalls unter den 477 Namen: Chris al-Bandak, laut der «Jerusalem Post» das einzige christliche Mitglied der Fatah-Tanzin-Terrorgruppe.

1027 gegen 1

Israel will 1027 palästinensische Häftlinge im Tausch gegen den 25 Jahre alten Schalit freilassen, der am 25. Juni 2006 entführt worden war. Schalit wurde seitdem vermutlich im Gazastreifen in Isolationshaft gehalten.

Er soll freikommen, sobald die ersten 477 Gefangenen, darunter 27 Frauen, übergeben sind. 550 weitere Gefangene sollen anschliessend freigeben werden. Israel hat laut Menschenrechtsorganisationen mehr als 5000 Palästinenser inhaftiert.

Gnadengesuche vorbereitet

In Israel wurden am Samstagabend die notwendigen Gnadengesuche für die zur Freilassung vorgesehenen Häftlinge vorbereitet, die von Präsident Schimon Peres unterzeichnet werden müssen. Dazu sei der für Begnadigungsangelegenheiten zuständige Justizbeamte mit den Dokumenten der Palästinenser zur Residenz von Peres gefahren.

Ein Hamas-Offizieller erklärte am Samstag dem israelischen Radio, dass der israelische Soldat am Grenzübergang Rafah zwischen Ägypten und dem Gazastreifen übergeben werde, wenn die erste Gruppe von palästinensischen Gefangenen von Israel freigelassen wird. Schalit werde nicht dem Roten Kreuz, sondern den ägyptischen Behörden ausgehändigt. (mlu/sda)

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