BAG macht Hoffnung: Diese 5 Anzeichen stimmen uns in der Krise optimistisch
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BAG macht HoffnungDiese 5 Anzeichen stimmen uns in der Krise optimistisch

Die Corona-Fallzahlen stabilisieren sich, das BAG zeigt sich erstmals seit langem verhalten optimistisch. Das sind die Gründe.

von
Leo Hurni
Bettina Zanni
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Stefan Kuster, Leiter Übertragbare Krankheiten beim Bundesamt für Gesundheit, gibt Gründe, optimistisch in die Zukunft zu schauen.

Stefan Kuster, Leiter Übertragbare Krankheiten beim Bundesamt für Gesundheit, gibt Gründe, optimistisch in die Zukunft zu schauen.

KEYSTONE
Bei den Fallzahlen sieht Kuster aktuell eine Tendenz zur Verlangsamung des Anstiegs. 

Bei den Fallzahlen sieht Kuster aktuell eine Tendenz zur Verlangsamung des Anstiegs.

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Auch ein Impfstoff scheint in Sicht zu sein. Die Pharmaunternehmen Biontech und Pfizer verkündeten am Montag, dass ein Impfstoffkandidat hohe Wirksamkeit zeige. 

Auch ein Impfstoff scheint in Sicht zu sein. Die Pharmaunternehmen Biontech und Pfizer verkündeten am Montag, dass ein Impfstoffkandidat hohe Wirksamkeit zeige.

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Darum gehts

  • Die Pressekonferenz des Bundesamtes für Gesundheit vom Dienstag gibt Grund für Optimismus.

  • Dass die Fallzahlen sich langsam wieder stabilisieren, ist nur einer der Gründe.

  • Fünf Anzeichen, dass wir diese Krise meistern können.

Die zweite Corona-Welle verlangt besonders viel Durchhaltevermögen. «Die zweiten Wellen sind zäh und dauern in der Regel länger», sagte der Basler Kantonsarzt Thomas Steffen unlängst. Es gibt aber auch Gründe für Optimismus. Eine Übersicht:

Die Corona-Fallzahlen

«Wir sehen eine Tendenz zur Verlangsamung des Anstiegs bis hin zu einer Stabilisierung», sagte Stefan Kuster, Leiter Übertragbare Krankheiten beim BAG, an einer Medienkonferenz am Dienstag. In der Lageeinschätzung sei man insgesamt vorsichtig optimistisch. «Die Signale zeigen in die richtige Richtung.» Das BAG meldete am Dienstag 5980 neue Corona-Fälle. Eine Woche zuvor waren es noch 6126 gewesen. Zudem gab es innerhalb dieser Woche 73 weniger Spitaleinweisungen von Covid-Patienten.

Aussicht auf Impfstoff

Am Montag ging die Nachricht um die Welt, dass die Pharmaunternehmen Biontech und Pfizer einen Impfstoffkandidaten entwickelt hätten, der eine hohe Wirksamkeit zeige. Biontech und Pfizer würden noch im November in den USA einen Zulassungsantrag einreichen. Laut den Experten des Bundes braucht es zwar noch mehr Daten und Analysen, um den Impfstoff in der Schweiz zulassen zu können. Die Vorbereitungsarbeiten liefen jedoch, und es sei klar, dass die Risikogruppen und deren enges Umfeld im Hauptfokus der Impfstrategie stünden.

Freie Spitalbetten

Die Corona-Taskforce fürchtete schon vor einigen Wochen, dass die Spitäler bald komplett ausgelastet sein werden. Zurzeit sind aber noch 28,6 Prozent aller Akutspitalbetten frei, wie Andreas Stettbacher, Beauftragter des Bundesrates für den koordinierten Sanitätsdienst, am Dienstag präsentierte. Auch von den 1109 Intensivbetten seien noch 318 frei, also ebenfalls 28,6 Prozent. Corona-Patienten belegen rund ein Fünftel aller Akutspitalbetten. Rund die Hälfte aller Patienten in Intensivbetten sei zudem wegen Corona im Spital.

Schnelltests

Pro Tag werden derzeit im Schnitt einige Hundert Schnelltests durchgeführt, Tendenz steigend, wie Stefan Kuster sagte. Die Positivitätsrate entspreche in etwa derjenigen der PCR-Tests. Laut BAG werden in den nächsten Wochen immer mehr Schnelltests verfügbar sein. Mehr Menschen können damit getestet und mehr positive Fälle nachgewiesen werden. Die Tests werden auch in Apotheken angeboten. Vorteile sieht aber auch die Wirtschaft: Rudolf Minsch von Economiesuisse bezeichnete die Schnelltests schon als «Game-Changer». Und auch die Lufthansa zeigt sich begeistert: Sie will Passagiere vor Abflug mittels Schnelltest auf das Coronavirus testen. Ein entsprechendes Pilotprojekt ist am Laufen. In der Schweiz erhoffen sich vor allem Veranstalter von Grossevents, mit Schnelltests wieder Veranstaltungen organisieren zu dürfen. Darauf müssen sie aber noch warten. Veranstaltungen über 50 Personen sind zurzeit auch dann verboten, wenn jeder der Teilnehmer einen negativen Test mitbringt.

Reproduktionszahl

Die Reproduktionszahl (R), die von der Corona-Taskforce publiziert wird, liegt aktuell bei 1.05. Sie ist eine der wichtigsten Kennzahlen für die Ausbreitung des Virus. Eine R-Zahl von 1.05 bedeutet, dass zehn positive Personen im Schnitt 10,5 Personen anstecken. Das Ziel bei der Bekämpfung einer Pandemie ist, R dauerhaft unter eins zu halten, denn so kann das Virus nahezu besiegt werden. Mit der aktuellen R-Zahl von 1.05 sind wir damit schon nah: Die Zahl ist so tief wie seit Monaten nicht mehr.

Corona-Infos

  • Wie entwickeln sich die Corona-Fälle in der Schweiz und in Europa? Wie siehts in meinem Kanton aus? Den Überblick über die wichtigsten Zahlen gibts hier.

  • Welche Corona-Massnahmen gelten schweizweit, welche in den Kantonen?

  • Für Rückkehrer aus welchen Staaten und Gebieten gilt eine Quarantänepflicht in der Schweiz? Die aktuelle Quarantäneliste gibts hier.

  • Die Schweiz steht auf der deutschen Risikoliste. Die wichtigsten Fragen und Antworten für Personen, die nach Deutschland reisen wollen.

Deine Meinung

303 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

Eidgenossin

12.11.2020, 10:18

Ich denke man sollte erst mal abwarten und dann beurteilen, vor Mörz 2021 ist es noch zu früh.

Irritiert

11.11.2020, 11:39

Wie kann man, bei einer Positivitätsrate von über 25%, optimistisch sein? Dann testen wir doch ab Morgen einfach nicht mehr und wir sind plötzlich Corona frei. Klar flacht die Kurve ab, wenn man weniger testet. Ich dachte immer die Positivitätsrate, die Todeszahlen und die Hospitalisierungen sind relevant aber anscheinend habe ich mich geirrt.

Wirklich

11.11.2020, 11:35

Löhne der öffentlichen Hand werden pünktlich überwiesen. Konkurse und die Zahl der Arbeitssuchenden (nicht SECO-Zahlen) nehmen zu. Menschen werden seit Frühjahr permanent mit Angst- und Panikmache zugedeckt. Die Freiheit wird immer mehr eingeschränkt sowie auch die Überwachung (Banking, Smartphone, Bewegungen). Ist dies menschlich und verhältnismässig? Es gibt keine positiven News!