Diese Beauty-Hacks aus dem Internet sind Dermatologie-Alpträume
Tiktok-Beauty-Hacks gibt es wie Sand am Meer. Von einigen sollte man aber besser die Finger lassen. 

Tiktok-Beauty-Hacks gibt es wie Sand am Meer. Von einigen sollte man aber besser die Finger lassen.

Unsplash/Shingi Rice
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Ärztin warntDiese 5 Beauty-Hacks aus dem Internet sind Dermatologie-Albträume

Alle paar Tage spuckt Tiktok einen neuen Beauty-Trend aus. Doch auch wenn die Versuchung gross ist und die Ergebnisse verlockend: Laut einer Expertin können sie Schlimmes mit unserer Haut anrichten.

von
Malin Mueller

Ob es nun darum geht, WC-Papier anstelle von Lidschatten-Pinseln zu benutzen, das Gesicht in Nullkommanix zu beruhigen und abzuschwellen oder den perfekten Kussmund zu schminken – in Sachen Beauty-Trends hält Tiktok für so ziemlich jedes Problem eine schnelle Lösung mit vielversprechenden Ergebnissen parat. Doch wie sagt man so schön: Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Wir haben mit Dr. med. Mandana Péclard von der Zürcher Praxis am Paradeplatz über die Trends gesprochen, von denen wir unbedingt die Finger lassen sollten.

Peel-Off Masken

Sie sind nicht erst seit Tiktok ein Trend, doch lassen sich prima für Beiträge auf der Plattform filmen: Peel-Off Masks, die man aufträgt, trocknen lässt und danach wieder von der Haut abzieht. Immer in der Hoffnung, dass man mit ihr auch alle Unreinheiten aus den Poren zieht.

«Von allem, was man auf die Haut aufträgt und danach wieder abreisst, rate ich generell ab», sagt die Expertin. «Selbst unempfindliche Haut kann auf Peel-Off Masken stark gerötet und irritiert reagieren.» Sei man sowieso sensibel, werde es noch schlimmer. «Man reisst schliesslich jedes Mal auch eine Schicht der eigenen Haut mit ab.» Dass die wenigen Mitesser, denen man mit dieser Methode den Garaus macht, solche Folgen nicht wert sind, müssen wir nicht erwähnen. Dr. med. Péclard setzt aber noch einen drauf: «Ich habe erst vor kurzem eine Patientin mit Kortison behandeln müssen, nachdem sie eine dieser Maske aufgetragen hatte und mit Blasen im Gesicht reagierte. Definitiv Finger weg!»

Pickel-Sauger

Wer schnellere Ergebnisse sucht, soll mit einem Sauger, der ein Vakuum erzeugt, Pickel quasi aus der Haut saugen können. Ein Trend auf Tiktok und Instagram – aber einer, dem man seiner Haut zuliebe besser nicht zu nahe kommt.

«Die Sauger funktionieren ähnlich wie die Masken. Sie üben viel zu viel Druck auf die Haut aus und holen mehr aus ihr heraus als nur kleine Mitesser.» Die Ärztin erklärt, dass die Hautpartien unter dem Sauger im schlimmsten Fall aufplatzen könnten und zu Vernarbungen werden. Nicht gerade #skingoals. Wer seine Haut regelmässig ausreinigen will, sollte das also beim Profi in einem medizinischen Kosmetikstudio oder einer Dermatologie-Praxis tun.

Contouring mit Sonnencreme

Statt allmorgendlichem Contouring einfach mithilfe der Sonne strahlen? Manche Influencerinnen schwören auf die Methode, bei der ein niedriger Lichtschutzfaktor auf die Partien im Gesicht aufgetragen wird, die wir sonst mit Bronzer versehen. Wo üblicherweise gehighlighted wird, kommt ein sehr hoher Lichtschutzfaktor zum Einsatz. Alles, was dazwischen liegt, wird mit mittlerem Sonnenschutz versehen.

«In die direkte Sonne zu gehen ist aus hauttechnischer Sicht nie eine gute Idee. Wenn es sich nicht vermeiden lässt, ist eine Creme mit Lichtschutzfaktor 50 der einzige Weg, der Sinn ergibt. Hier einzelne Partien weniger gut zu schützen, um ein dauerhaftes Contouring zu erzielen, ist fahrlässig», so Dr. med. Péclard. «Wer nicht darauf verzichten will, kann statt auf Sonnenlicht auf Selbstbräuner für das Gesicht setzen. So kommt man kontrolliert und ohne Hautschäden davon.»

DIY-Gesichtspeelings

Diverse Lockdowns haben uns gezeigt: Viele Beauty-Treatments kann man zu Hause ganz leicht selber machen. Bei Tiktok besonders beliebt: Peelings aus der heimischen Küche. Zucker, Salz oder Kaffeepulver sollen die Haut rein schrubben. Auch das Gesicht.

Die Ärztin rät von solch grobkörnigen Peelings für das Gesicht allerdings dringend ab: «Peelings mit Zucker, Kaffee oder Salz sind für die zarte Gesichtshaut viel zu harsch. Es kommt schnell zu Mikroverletzungen, durch die die Infektionsgefahr im Gesicht erhöht wird.» Ihre Daseinsberechtigung haben die selbstgemachten Peelings trotzdem: «Sanft angewendet sind die super für Unreinheiten am Po oder an den Beinen, wo die Haut nicht so empfindlich ist.»

Wimpernlifting für zu Hause

Noch eine Lockdown-Ausgeburt, die durch die Decke ging, als die Beauty-Salons schliessen mussten: das DIY-Wimpernlifting. Besonders schwierig, da mindestens ein Auge während der Behandlung geschlossen sein muss.

Auch Dr. Péclard hat Einwände: «Alles, was über künstliche Wimpern hinausgeht, finde ich sehr bedenklich.» Es seien schliesslich Chemikalien, mit denen hantiert wird und die in die direkte Nähe der Augen kommen. «Eine Kosmetikerin schützt diesen empfindlichen Bereich, wenn sie das Mittel aufträgt. Sie weiss besser, was sie tut und hat beide Augen für ihre Kunden offen. Hier lohnt sich der Besuch.»

Welche Behandlungen würdest du nie daheim durchführen? Und bei welchem Treatment klappt die DIY-Methode? Erzähle uns von deinen Erfahrungen.

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