Gefangenenaustausch: Diese 5 Taliban-Terroristen kommen frei

Aktualisiert

GefangenenaustauschDiese 5 Taliban-Terroristen kommen frei

Nach fünf Jahren kommt der US-Soldat Bowe Bergdahl aus der Taliban-Gefangenschaft frei. Die USA entlassen dafür fünf Taliban. Sie gehörten zur Führungscrew des Terrornetzwerks.

von
bat

Fünf Jahre musste Seargent Bowe Bergdahl auf diesen Moment warten. Diese Woche wurde er aus der Gefangenschaft der Taliban entlassen. Doch die Freilassung hat ihren Preis: Als Gegenleistung entlassen die USA fünf hohe Taliban-Angehörige aus dem Gefangenen-Lager in Guantánamo. Dies stösst auf Seiten der Republikaner auf heftige Kritik.

Gemäss ABC News» halten zwei Rechtsanwälte der Republikaner die Freilassung der Taliban-Mitglieder für rechtswidrig. Demnach hätte US-Präsident Barack Obama den Kongress 30 Tage im Voraus über die Freilassung informieren müssen. Dies habe er unterlassen. Nichtsdestotrotz kommen die fünf Taliban nun frei. Wer sind diese Männer?

Mohammad Fazl: Früherer Verteidigungsminister der Taliban während der US-Invasion in Afghanistan. Ex-Chef der Taliban-Armee und Kommandant der 22. Division. Wie aus Wikileaks-Dokumenten hervorgeht, hält ihn das US-Verteidigungsministerium für einen engen Verbündeten des ranghohen Taliban-Kommandeurs Mullah Omar. Die UN wirft Omar vor, an der Ermordung von Tausenden Schiiten beteiligt gewesen zu sein.

Laut dem Guantánamo-Gefangenen-Bericht wird Fazl als hochgefährlich eingestuft, der für die USA eine grosse Gefahr darstellt. «Sollte er entlassen werden, wird er sich wieder den Taliban anschliessen und erneut für Entführungen von US- und anderen Koalitions-Truppen-Mitgliedern verantwortlich sein», heisst es.

Mullah Norullah Noori: Früherer Taliban-Kommandeur und Taliban-Gouverneur von zwei afghanischen Provinzen, die gegen die US- und Koalitionstruppen einen Aufstand anzettelten. Auch Noori wird von den Vereinten Nationen für die mögliche Ermordung von Tausenden von Schiiten verantwortlich gemacht. Auch er soll eine enge Verbindung zu Mullah Omar haben. Noori kommandierte die Taliban in der nordafghanischen Stadt Mazar e-Sharif. Wie Fazl hat er sich 2001 ergeben.

Noori gilt laut dem Gefangenenbericht als hochgefährlich. Er soll zudem Kontakte zur Al Kaida, zur islamistischen Bewegung in Usbekistan, zu libyschen islamistischen Kämpfern sowie zu den Hezb-e-Islami Gulbuddin, einer islamistischen Partei in Afghanistan haben.

Mohammad Nabi Omari: Ein weiteres wichtiges Talibanmitglied mit Verbindungen zur Al Kaida, zum Haqqani Netzwerk, zu den Hezb-e-Islami Guldbuddin und anderen antiamerikanischen Gruppierungen. Auch bei ihm stellt der Gefangenenbericht ein hohes Risiko fest. Nabi soll schon mit den Mudschahedin gegen die Sowjets gekämpft haben. Er arbeitete für den Chef der Taliban-Grenzwache, welche den Schmuggel kontrolliert. Gemäss Akten war Nabi bei Attacken auf US- und Koalitionstruppen involviert. Ausserdem legte er für die Taliban Schmuggel-Routen an. Im Jahr 2002 verliess er jedoch die Taliban, um Autos zu verkaufen. Nabi wurde ein Informant der CIA.

Khairullah Khairkhw: Er soll eine direkte Verbindung zu Osama Bin Laden gehabt haben. Khairkhw war ein Kommandant der Taliban, Minister für innere Angelegenheiten und Gouverneur von Herat.

Er repräsentierte die Taliban bei Treffen mit Offiziellen aus dem Iran. Auch Khairkhw soll bei mehreren Attacken gegen US- und Koalitionstruppen involviert gewesen sein. Er soll ein Treffen mit Bin Laden organisiert haben, an dem auch Mitglieder der Hamas teilnahmen. Die USA gehen davon aus, dass Khairkhw einer der führenden Opium-Lords in West-Afghanistan war.

Im Jahr 2002 wollte er sich der neuen Regierung unter Wali Karzei, dem Bruder des heutigen afghanischen Präsidenten Hamid Karzai, anschliessen. Doch er wurde von der pakistanischen Grenzpolizei verhaftet und an die USA ausgeliefert. Khairkhw gilt ebenfalls gemäss Wikileaks als grosses Risiko.

Abdul Haq Wasiq: Er war der frühere Vorsteher des Geheimdienstes der Taliban und hatte direkte Kontakte zur Taliban-Führungs-Crew. Wasiq soll Allianzen mit anderen islamisch-fundamentalistischen Gruppen organisiert haben.

Gemäss dem Wikileaks-Bericht soll Wasiq die Al Kaida unterstützt und deren Kämpfer ausgebildet haben. Wie der Bericht zeigt, soll Waiq später ein Informant der USA geworden sein. Bei einem Treffen mit Amerikanern, bei dem er Informationen zur Ergreifung von Mullah Omar anbot, wurde er verhaftet.

«Eine grosse Gefahr für die US-Truppen»

Dass Obama diese Gefangenen nun in die Freiheit entlässt, passt vielen US-Politikern überhaupt nicht. «Diese fünf Gefangenen freizulassen könnte Konsequenzen für den Rest der US-Truppen und für alle Amerikaner haben. Die Terroristen haben nun einen hohen Ansporn, Amerikaner zu schnappen. Dieser Ansporn setzt unsere Truppen in Afghanistan und überall auf der Welt einer noch grösseren Gefahr aus», schreiben Howard P. «Buck» McKeon, Vorsteher des Militärausschusses, sowie Militärausschuss-Miglied James Inhofe in einer Stellungnahme.

«Bei diesem Gefangenenaustausch hat der Präsident klar das Gesetz gebrochen, das besagt, dass er den Kongress 30 Tage im Voraus informieren und erklären muss, warum er diese Gefangenen freilässt», heisst es in der Stellungnahme weiter.

Die gefangenen Taliban haben gestern Guantánamo in Richtung Katar verlassen. Danach ist unklar, wie und wo es für sie weitergeht.

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