Activ Fitness Zürich: «Diese Abmahnung ist ja wie in der Schule»
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Activ Fitness Zürich«Diese Abmahnung ist ja wie in der Schule»

Wegen «respektlosem Umgang gegenüber der Instruktoren» wurde Anna M. von ihrem Fitnesscenter schriftlich gerüffelt. Ihr Vergehen: Sie trainierte in einem Trägershirt.

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som
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Auszug aus der schriftlichen Abmahnung, die Activ-Fitness-Kundin Anna M. (Name geändert) im September 2015 erhalten hat.

Auszug aus der schriftlichen Abmahnung, die Activ-Fitness-Kundin Anna M. (Name geändert) im September 2015 erhalten hat.

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Grund für das Schreiben, sie hatte in einem Zürcher Activ-Fitness-Center (hier die Filiale in Oerlikon) ein Träger-T-Shirt getragen - was nicht erlaubt ist.

Grund für das Schreiben, sie hatte in einem Zürcher Activ-Fitness-Center (hier die Filiale in Oerlikon) ein Träger-T-Shirt getragen - was nicht erlaubt ist.

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Anna M. (Name geändert) geht schon seit längerem regelmässig ins Bodypump im Zürcher Fitnesscenter Activ Fitness. Als sie an einem heissen Sommertag zu früh dort war, absolvierte sie zur Überbrückung einige Übungen an den Geräten. Doch ihr ärmelloses Shirt war dem Trainer ein Dorn im Auge: «Er machte mich darauf aufmerksam, dass man aus Hygienegründen nicht im Trägershirt trainieren dürfe und drückte mir ein unförmiges, hässliches T-Shirt in die Hand», sagt M.

Anna M. hat kurz mit ihm diskutiert und es danach aber angezogen, wie sie sagt: «Mir ist klar, dass man nicht gegen die Hausordnung verstossen darf.» Als sie mit dem Trainieren fertig war, habe sie das T-Shirt ausgezogen und auf einen Tisch gelegt.

«Ich fühle mich so, als hätte ich etwas Gröberes verbrochen»

Einige Tage später erhielt sie einen Brief vom Activ Fitness, das zur Migros gehört. «Von unserer stellvertretenden Betriebsleiterin wurden wir über folgende Punkte informiert, welche bei Ihnen beanstandet wurden und wir nicht tolerieren können», hiess es darin. Die aufgeführten Vergehen: «Nichteinhaltung unserer Hausordnung und respektloser Umgang gegenüber der Instruktoren.»

Sie sei baff gewesen: «Ich verstehe ja, dass Trainer einem auf die Hausordnung aufmerksam machen müssen.» Dass man aber gleich eine solche Abmahnung kriege, sei ja wie in der Schule: «Ich fühle mich so, als hätte ich etwas Gröberes verbrochen.»

Vor allem Neukunden betroffen

Der zuständige Bereichsleiter im Activ Fitness, Simone Posavec, kann zum konkreten Fall aus Diskretionsgründen keine Auskunft geben. Schriftliche Verwarnungen würden aber grundsätzlich je nach Schwergrad des Fehlverhaltens sofort oder nach zwei mündlichen Mahnungen gesendet. «Es heisst aber nicht, dass man bei einer schriftlichen Abmahnung nicht mehr bei uns trainieren darf.» Nur wenn sich das Verhalten nicht bessere, könnten weitere Schritte unternommen werden.

Die Anzahl Kunden, die sich nicht an die Hausordnung hielten, sei sehr klein: «Meistens sind es Neukunden, die noch nicht mit unseren Regeln vertraut sind.» Man sei als Kette gezwungen einheitliche Regeln zu setzen, damit sich alle Kunden wohl fühlten: «Dazu gehört das Verbot von Trägershirts im Kraftraum.»

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