Aktualisiert 22.01.2020 12:22

Doublicat Mit dieser App wird sogar Federer zum Klingonen

Die App Doublicat fügt die Gesichter ihrer Nutzer in bekannte GIFs ein – ein Hit im Internet. Was mit den Bildern geschieht, ist unklar.

von
doz

So sehen die GIFs von Doublicat aus. (Video: Wibbitz)

Mithilfe der App Doublicat können sich Nutzer in verschiedenste GIFs berühmter Filmfiguren oder Prominenter versetzen. Das geht ganz einfach: die App herunterladen, ein Selfie schiessen und schon kann man aus einer ganzen Galerie mit GIFs seine Favoriten aussuchen. Die App setzt dann das eigene Gesicht an die Stelle des Gesichts im GIF. Wie das aussieht, ist im Video oben zu sehen.

So spassig das auch ist, ganz ungefährlich sind solche Apps nicht immer, wie Martin Steiger, Anwalt für Recht im digitalen Raum, weiss. «In der Datenschutzerklärung behauptet Doublicat, die Fotos würden nach 24 Stunden und Gesichtsdaten nach 30 Tagen gelöscht. Nutzerinnen und Nutzer müssen aber darauf vertrauen, dass diese Angaben stimmen.» Zu beachten sei ausserdem, dass sich Doublicat vorbehält, die generierten Bilder unbeschränkt zu speichern.

Training von Algorithmen

Es komme immer wieder vor, dass Fotos oder andere Daten von Nutzern auf Onlinedienste geladen werden und anschliessend nicht wie eigentlich versprochen wieder gelöscht werden. «Wenn eine App oder ein Onlinedienst gratis ist, stellt sich immer die Frage, wie das Geschäftsmodell funktioniert», so Steiger. Bilder würden beispielsweise häufig genutzt, um kostenloses Bildmaterial für das Training von Algorithmen zu sammeln.

Wer solche Apps dennoch nutzen wolle, solle am besten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGBs) genau durchlesen. «Ob sich die Lektüre lohnt, ist allerdings fraglich, denn die Angaben sind Vertrauenssache», erklärt der Anwalt. Ausserdem würden sich die meisten Anbieter vorbehalten, die AGBs jederzeit zu ändern.

«Mutmasslich Briefkastenfirma in Delaware»

Worauf ein Nutzer aber unbedingt achte sollte, sei, ob die europäische Datenschutz-Grundverordnung eingehalten werde. Dies könne leicht herausgefunden werden, indem in den AGBs nach dem Schlagwort «DSGVO» oder «GDPR» gesucht werde. Ausserdem müsse ein EU-Datenschutzvertreter, das heisst eine Anlaufstelle mit einer europäischen Adresse, in der Datenschutzerklärung zu finden sein. «In jener von Doublicat finden sich beispielsweise auf Anhieb keine solchen Angaben.»

Im Zweifelsfall sei es immer schwierig, gegen Apps wie Doublicat rechtlich vorzugehen. «Mutmasslich handelt es sich um eine Briefkastenfirma im US-Bundesstaat Delaware», so Steiger. Die Nutzung solcher Apps erfolgt also immer auf eigene Gefahr.

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