Virtuelle Therapie - Diese App soll die Angst vor Spinnen nehmen
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Virtuelle TherapieDiese App soll die Angst vor Spinnen nehmen

Jede fünfte Person leidet an einer Spinnenangst. Die Universität Basel hat nun eine App lanciert, die bei der Bekämpfung dieser Phobie helfen soll.

von
Dominique Zeier
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Die App Phobys hilft Menschen mit Spinnenängsten langsam aber sicher, diese Ängste zu überwinden.

Die App Phobys hilft Menschen mit Spinnenängsten langsam aber sicher, diese Ängste zu überwinden.

20Min
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Sie setzt virtuelle Spinnen mit Hilfe der Handy-Kamera in echte Umgebungen hinein.

Sie setzt virtuelle Spinnen mit Hilfe der Handy-Kamera in echte Umgebungen hinein.

Uni Basel

Darum gehts

  • Die Angst vor Spinnen kann das Leben der Betroffenen stark einschränken.

  • Die Universität Basel hat eine App entwickelt, die bei dieser Angst helfen soll.

  • Sie setzt virtuelle Spinnen in eine echte Umgebung hinein.

  • Die App wurde klinisch getestet und hilft tatsächlich dabei, Spinnenängste zu besänftigen.

Ängste können lähmende Wirkungen haben. So leidet rund jede fünfte Person unter einer so starken Phobie vor Spinnen, dass die Angst ihr Leben beträchtlich einschränkt. Denn es werden Orte, Räume oder gar Reiseziele gemieden, an welchen sich Spinnen aufhalten könnten und manchmal reicht nur ein kurzer Blick auf eine Spinne, um eine Panikattacke auszulösen. Nun soll eine neue App solchen Menschen Hilfe bieten.

Die App mit Namen Phobys wurde von einem Forschungsteam der Universität Basel um Professor Dominique de Quervain entwickelt, wie die Hochschule mitteilt. Sie macht sich die Tatsache zu Nutzen, dass Spinnenphobien häufig mit Expositionstherapien behandelt werden. Dies bedeutet, dass Betroffene sich ihren Ängsten schrittweise immer stärker nähern und die Angst somit langsam aber sicher abgebaut wird. Tatsächlich komme es im richtigen Leben aber nur selten zur Anwendung dieser Therapie, da Betroffene nicht gewillt sind, sich wirklich Spinnen auszusetzen.

Klinisch getestet

Phobys nutzt Augmented Reality, um seinen Nutzerinnen und Nutzern Spinnen etwas näher zu bringen. So verwendet die App ein realistisches 3D-Spinnenmodell, das mittels einer Handykamera in die echte Welt hineingesetzt werden kann. «Für Menschen, die Angst vor Spinnen haben, ist es leichter, sich einer virtuellen Spinne auszusetzen als einer echten», erklärt Anja Zimmer, Erstautorin der Studie.

Dies funktioniert tatsächlich. So wurde die App in einer klinischen Studie an 66 Teilnehmenden getestet, die unter Spinnenängsten leiden. Sie nutzten die App zwei Wochen lang und zeigten anschliessend, dass sie sich nach Abschluss der Testphase einer echten Spinne deutlich stärker nähern konnten als vor dem Training mit der App. Ausserdem zeigten die Probanden und Probandinnen deutlich weniger Angst und Ekel angesichts des Tiers.

Die App ist in Googles Play Store und Apples App Store erhältlich. Die Forschenden raten Menschen mit leichten Formen der Spinnenangst, die App selbst auszuprobieren. Wer unter einer ausgeprägteren Spinnenangst leidet, solle die App nur in Begleitung einer Fachperson benutzen. Das erste Austesten der App ist gratis, das Training muss anschliessend für fünf Franken erworben werden.

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