40 gegen 1 in Oerlikon: «Diese Attacke wird Folgen haben»
Aktualisiert

40 gegen 1 in Oerlikon«Diese Attacke wird Folgen haben»

Jonas R. war dabei, als ein Jugendlicher vor dem S.ip's Pub in Oerlikon zusammengeschlagen wurde. Es seien Anhänger der Kloten-Flyers gewesen, sagt er. Nun drohen militante Fans mit Rache.

von
Felix Burch

Derbys sind immer emotionsgeladen und so war es auch am Samstag beim Spiel Kloten Flyers gegen ZSC Lions in der Kolping-Arena in Kloten. «Bereits nach dem Match gab es Provokationen, es wurde Streit gesucht», erzählt ZSC-Fan Jonas R.* Einen Zusammenstoss der beiden Fangruppen habe die Polizei verhindern können. «Später gingen wir ins S.ip's Pub, um auf den ZSC-Sieg anzustossen.»

Nach Mitternacht habe er mit Kollegen und dem späteren Opfer vor dem Lokal geraucht. Dieses sei nicht, wie bisher angenommen, 20, sondern 18 Jahre alt. Kapo-Sprecher Martin Sorg bestätigte, dass das Opfer 18 Jahr alt ist, es sei ein falsches Alter kommuniziert worden.

«Von der Unterführung her vernahmen wir ‹Scheiss ZSC-Rufe›, dann sahen wir eine Gruppe mit Sturmhauben und Kloten-Schals, deshalb rannten wir sofort ins Pub.» Warum dies der 18-Jährige nicht auch tat, weiss Jonas R. nicht. Erst im Pub hätten sie bemerkt, dass einer fehle. «Er war nicht als ‹Z›-Fan erkennbar, er trug keine Fan-Klamotten», so Jonas R. Deshalb finde er den Angriff besonders feige.

«Er erlitt einen Schädelbruch»

Das Ganze ging offenbar extrem schnell. Als Jonas R. und seine Kollegen wieder herauskamen, waren die Angreifer bereits weg. «Wir konnten nur noch erste Hilfe leisten, dann kam die Polizei und der Notarzt.» Laut Jonas R., der indirekt Informationen von den Eltern des Opfers bekommen hat, erlitt der 18-Jährige einen Schädelbruch und könne bald von der Intensivstation auf eine andere Abteilung verlegt werden.

Jonas R. ist sich sicher, dass die Kloten-Flyers-Anhänger auf der Suche nach ‹Z›-Fans waren und deshalb ins S.ip's Pub kamen, wo ZSC-Supporter jeweils nach den Heimspielen hingehen. Am Samstag seien aber nur einige wenige dort gewesen und deshalb hätten sie willkürlich einen Unschuldigen verprügelt. «Auf jeden Fall wird die Attacke Folgen haben!», prophezeit er und er ist nicht der Einzige. Auf Foren wie «Ultras.ws» ist von Rache die Rede. Dabei wird besonders kritisiert, dass man auf einen «Normalo» losgeht. «Das war ein Eigentor in jeder Hinsicht. Ich wünsche gewissen Herren schon mal viel Spass, wenn es demnächst an der Tür klingelt», schreibt ein User auf «Ultras.ws». Ein weiterer meint. «Kann mir gut vorstellen, dass sicher eine gute Antwort der Zürcher zurückkommt. Vielleicht sogar von anderen Vereinen?»

Flyers haben von Rache-Plänen Wind bekommen

Dies ist auch Wolfgang Schickli, dem CEO der Kloten Flyers zu Ohren gekommen. «Wir hörten von den Rache-Aktion-Drohungen und werden dies mit unserem Sicherheitsdienst sowie der Polizei besprechen.» Schickli, der darauf hinweist, dass noch immer nicht definitiv geklärt ist, wer den Angriff verübte, verurteilt den Vorfall aufs Schärfste. «Egal, wer dafür verantwortlich ist, wir verabscheuen solche Taten.» Die Kloten-Flyers würden bei der Klärung des Falles Hand bieten und hofften, dass die Verantwortlichen mit aller Konsequenz bestraft würden. «Dem Opfer wünschen wir, dass es rasch gesund wird.»

Die Polizei hat bisher noch nicht bestätigt, dass es sich beim 40-köpfigen Mob um Kloten-Flyers-Anhänger handelt. «Die Ermittlungen laufen», so Sorg. Die Polizei bittet allfällige Zeugen um Hinweise.

*Name der Redaktion bekannt

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