19.03.2015 09:56

Gen-Mutation

Diese Bergbewohner sind immun gegen Arsen

In Krimis werden unliebsame Personen oft mit Arsen um die Ecke gebracht. Bei einigen Anden-Bewohnern würde das nichts bringen: Sie sind dagegen gefeit.

von
fee
1 / 4
In grösseren Dosen ist Arsen normalerweise tödlich.

In grösseren Dosen ist Arsen normalerweise tödlich.

Keystone/Urs Fluerler
Nicht aber für die Bewohner der argentinischen Stadt San Antonio de los Cobres.

Nicht aber für die Bewohner der argentinischen Stadt San Antonio de los Cobres.

PD
Statt mit körperlichen Symptomen zu reagieren ...

Statt mit körperlichen Symptomen zu reagieren ...

Keystone/Harish Tyagi

In geringen Mengen sorgt Arsen für Übelkeit und Durchfall. Hohe Dosen führen zu inneren Blutungen, die bereits nach wenigen Stunden zum Tod führen. So reagiert der menschliche Körper zumindest normalerweise auf das Gift.

Nicht so die Körper von Bewohnern der alten Bergwerkstadt San Antonio de los Cobres in den argentinischen Anden. Obwohl der Arsengehalt in ihrem Trinkwasser 20-mal höher ist als der Grenzwert, den die Weltgesundheitsorganisation WHO für gerade noch verträglich hält, kann ihnen das Halbmetall nichts anhaben.

Ein Gen macht den Unterschied

Den Grund dafür haben nun Forscher vom schwedischen Karolinska Institutet gefunden. Demnach sind die Bewohner besonders häufig Träger einer Variante des Gens AS3MT. Dadurch baut ihre Leber das Gift einfach schneller ab, wie das Team um Karin Broberg im Fachjournal «Molecular Biology and Evolution» schreibt.

Für die Studie hatten die Forscher die DNA von insgesamt 124 Frauen aus der Region sequenziert. Dabei zeigte sich auch, dass die Veränderung des Erbguts schon vor sehr langer Zeit stattgefunden hat. Denn bereits in den Haaren von bis zu 7000 Jahre alten Mumien fanden sich Reste des Gifts.

Spätestens seit dem Film «Arsen und Spitzenhäubchen» (1944) ist das Halbmetall als äusserst wirkungsvolles Gift bekannt. (Video: Youtube/filmkunstgrafik)

Darum ist der Arsengehalt in den Anden so hoch

Das Halbmetall stammt aus dem Vulkangestein, dass San Antonio de los Cobres umgibt. Dort wird es heraus gewaschen und gelangt so ins Grundwasser.

Fehler gefunden?Jetzt melden.