Synchronsprecherin Flavia Vinzens - Diese Bündnerin ist die Stimme hinter der «Squid Game»-Hauptdarstellerin
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Interview mit Sprecherin Flavia VinzensDiese Bündnerin ist die Stimme hinter der «Squid Game»-Hauptdarstellerin

Im Netflix-Hit mag sie zwar unsichtbar sein, doch man schenkt ihr derzeit viel Gehör: Flavia Vinzens. Im Gespräch mit 20 Minuten verrät die Schweizerin, wie es dazu kam.

von
Katrin Ofner
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Flavia Vinzens ist die Stimme hinter «Squid Game»-Schauspielerin HoYeon Jung. Die Bündnerin, die in Ilanz geboren und in St. Gallen aufgewachsen ist, hat eigentlich Schauspiel studiert und war sogar am Theater tätig.

Flavia Vinzens ist die Stimme hinter «Squid Game»-Schauspielerin HoYeon Jung. Die Bündnerin, die in Ilanz geboren und in St. Gallen aufgewachsen ist, hat eigentlich Schauspiel studiert und war sogar am Theater tätig.

Über Umwege kam die 32-Jährige zu ihrem jetzigen Job. «Ich machte einen Sprecherworkshop. Der hat mir mega Spass gemacht, dass ich dran geblieben bin», so Flavia. Fast wie ihr Charakter, dem sie in «Squid Game» ihre Stimme verleiht.

Über Umwege kam die 32-Jährige zu ihrem jetzigen Job. «Ich machte einen Sprecherworkshop. Der hat mir mega Spass gemacht, dass ich dran geblieben bin», so Flavia. Fast wie ihr Charakter, dem sie in «Squid Game» ihre Stimme verleiht.

Mit der Netflix-Serie «Squid Game» schaffte das eigentliche Model HoYeon Jung nicht nur ihr Schauspiel-Debüt, sondern auch den internationalen Durchbruch. 

Mit der Netflix-Serie «Squid Game» schaffte das eigentliche Model HoYeon Jung nicht nur ihr Schauspiel-Debüt, sondern auch den internationalen Durchbruch.

Instagram/hoooooyeony

Darum gehts

Flavia, du bist die Stimme der Hauptdarstellerin in «Squid Game». Wie bereitet man sich auf so einen Job vor?

Gar nicht. Ich bin morgens in die Arbeit gefahren und erst dort hab ich erfahren, was ich sprechen werde. In den allermeisten Fällen weiss man es im Vorfeld auch nicht - ausser man arbeitet an einem Blockbuster oder wurde vorher gecastet.

Was war das Besondere und gleichzeitig Schwierigste, Kang Sae-byeok deine Stimme zu leihen?

Zum einen, dass das Original koreanisch ist und ich die Sprache nicht verstehe, zum anderen, dass die Schauspielerin während der ganzen Serie selten die Miene verzieht und sie sehr «mundfaul» ist. In unserer Branche bedeutet das, dass sie kaum ihren Mund bewegt. Dadurch wusste ich nicht, wann genau sie zu sprechen anfängt oder aufhört.

So tönt die Synchronsprecherin der «Squid Game»-Hauptdarstellerin

Netflix

Gibt es Gemeinsamkeiten zwischen der Hauptdarstellerin und dir?

Eher nicht. Kang Sae-byeok ist sehr mutig und komplett Angstbefreit. In ihrer Situation wäre ich das bestimmt nicht.

Die Übersetzung hat Online-Kontroversen ausgelöst. Es wird argumentiert, dass wichtige Bedeutungen in den synchronisierten und untertitelten Versionen verloren gegangen seien. Wie siehst du das?

Die Kritik habe ich nicht mitbekommen. Grundsätzlich kann man aber in einer Synchronisation oder bei Untertiteln nicht alles Eins zu Eins übernehmen. Wenn man synchronisiert, muss man synchron sein und auch bei Untertiteln kann man nicht zu viel hinschreiben, weil die Zuschauerinnen und Zuschauer nicht mitkommen würden. Mit Abstrichen muss man also oftmals rechnen.

Hast du dir vorab die Original-Version von «Squid Game» angesehen?

Nein und wenn ich ehrlich bin, habe ich mir die Serie bis heute noch nicht angesehen.

Hättest du mit dem Erfolg der Serie gerechnet?

Ich hätte es nicht kommen sehen. Eben weil es eine koreanische Serie ist. Mir würde auch keine andere nicht englische Serie, ausser «Haus des Geldes», einfallen, die das geschafft hat.

Wie wirkt er sich auf dich aus?

In meinem Instagram-Postfach sind über 100 unbeantwortete Nachrichten von Leuten, die sich eine Sprachnachricht wünschen. Ich hab jedoch nicht die Kapazität und fühle mich dabei auch unwohl.

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Bist du am Gewinn beteiligt?

Nein, leider nicht. Die vorher ausgemachte Gage wird mir bezahlt, egal wie erfolgreich die Serie ist. Es gab aber schon Fälle, wo Sprecherinnen und Sprecher im Nachhinein eine Gewinnbeteiligung haben wollten.

Wie kamst du eigentlich zu diesem Job?

Ich habe schon einige Male mit dem Aufnahmeleiter, der für das Projekt zuständig ist, zusammengearbeitet. Er hatte das Gefühl, dass ich dazu passe und hat mich besetzt. Es wurde anschliessend noch von Regie und Produktion abgesegnet. Zu einem Casting musste ich also nicht.

Du bist auch die Stimme hinter Lashana Lynch im neuen «James Bond». Worin lag der Unterschied zu «Squid Game»?

Bond ist ja ein Kinofilm und da wird noch etwas genauer gearbeitet. Man lässt sich viel mehr Zeit, als für eine Netflix-Serie. Und natürlich: das eine ist Englisch, das andere Koreanisch.

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