26.06.2020 16:06

Lohnschere in Konzernen

Diese Chefs verdienen bis zu 300-mal mehr

In Schweizer Unternehmen wird der Unterschied zwischen den höchsten und tiefsten Löhnen grösser. Auch die Aktionäre erhalten insgesamt teils mehr als die Angestellten.

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Platz 10
Antoine de Saint-Affrique, CEO Barry Callebaut
Lohnschere 2019: verdient 147-mal mehr als der am wenigsten verdienende Angestellte
Lohn 2019: 6,96 Millionen Franken
Branche: Lebensmittel

Platz 10
Antoine de Saint-Affrique, CEO Barry Callebaut
Lohnschere 2019: verdient 147-mal mehr als der am wenigsten verdienende Angestellte
Lohn 2019: 6,96 Millionen Franken
Branche: Lebensmittel

KEYSTONE
Platz 9
Nick Hayek, CEO Swatch
Lohnschere 2019: verdient 158-mal mehr als der am wenigsten verdienende Angestellte
Lohn 2019: 6,25 Millionen Franken
Branche: Uhren

Platz 9
Nick Hayek, CEO Swatch
Lohnschere 2019: verdient 158-mal mehr als der am wenigsten verdienende Angestellte
Lohn 2019: 6,25 Millionen Franken
Branche: Uhren

KEYSTONE
Platz 8
Mario Greco, CEO Zurich
Lohnschere 2019: verdient 183-mal mehr als der am wenigsten verdienende Angestellte
Lohn 2019: 9,30 Millionen Franken
Branche: Versicherung

Platz 8
Mario Greco, CEO Zurich
Lohnschere 2019: verdient 183-mal mehr als der am wenigsten verdienende Angestellte
Lohn 2019: 9,30 Millionen Franken
Branche: Versicherung

KEYSTONE

Darum gehts

  • Die Lohnschere in Firmen hat sich im vergangenen Jahr weiter geöffnet.
  • Am grössten ist die Lohnschere beim Pharmakonzern Roche, wie eine Studie der Unia zeigt.
  • Auch die Aktionäre erhalten insgesamt teils mehr als die Mitarbeiter.

Auch 2019 hat sich die Schere zwischen den tiefsten und den höchsten Löhnen in Schweizer Unternehmen weiter geöffnet. Der Chef kassierte im Durchschnitt 148-mal mehr als sein am wenigsten verdienender Angestellter.

Im Jahr davor war das Verhältnis noch 1 zu 142 gewesen. Am krassesten klaffte die Schere 2019 wie im Vorjahr beim Pharmakonzern Roche, wie die Gewerkschaft Unia am Freitag in der jährlichen Lohnschere-Studie mitteilte. Untersucht wurden wie letztes Jahr 37 Konzerne.

Roche-Chef auf Platz 1

Roche-Chef Severin Schwan liess sich seine Arbeit 308-mal teurer entgelten als der tiefste Lohn im Konzern. Sein Salär belief sich auf 15,1 Millionen Franken.

Auf Platz zwei folgt UBS-Spitzenmann Sergio Ermotti mit einer Lohnschere von 241 zu 1, an dritter Stelle Nestlé-CEO Ulf Mark Schneider mit 230-mal den tiefsten Lohn. Novartis-Chef Vasant Narasimhan, der im Februar zurückgetretene CS-Chefbanker Tidjane Thiam und der im April abgetretene ABB-CEO Ulrich Spiesshofer finden sich auf den weiteren Plätzen.

Bei welchen Chefs und Topmanagern die Lohnschere am grössten ist, sehen Sie in der Bildstrecke oben.

Goldener Fallschirm

Spiesshofer lässt sich nach dem Rücktritt zwei Jahre lang noch 13 Millionen Franken auszahlen. Für Unia wird damit das Verbot goldener Fallschirme gemäss der Verordnung zur angenommenen Abzocker-Initiative umgangen. Dazu benutze ABB eine Kündigungsfrist und ein Wettbewerbsverbot.

Thiam könnte gemäss Unia als selbst gekündigter sogenannter «good leaver» trotz der Beschattungsaffäre 30 Millionen Franken aufgeschobener Boni erhalten, das Dreifache seines Jahressalärs.

Üppig versorgte Aktionäre

Neben der Chefetage liess es sich der Gewerkschaft zufolge auch das Aktionariat gut gehen. Die 33 börsenkotierten Unternehmen in der Analyse liessen insgesamt 63 Milliarden Franken an Dividenden- oder Aktienrückkauf auf die Konten ihrer Besitzer rieseln.

Spitzenreiter war der Lebensmittelmulti Nestlé mit knapp über 17 Milliarden Franken. Auch Novartis sparte mit 12 Milliarden nicht bei den Aktionären. Von der gesamten Wertschöpfung der 37 untersuchten Konzerne flossen 67 Prozent an die Beschäftigten und 33 Prozent an die Aktionäre. Der Personalaufwand belief sich auf 140 Milliarden Franken (siehe auch Box unten)

Auf der anderen Seite der Skala lagen die tiefsten Löhne in den 37 Unternehmen bei 4000 Franken im Monat (inklusive 13. Monatslohn). Das muss als Tieflohn gelten. Ein Tieflohn fängt gemäss Definition bei zwei Dritteln des Schweizer Medianlohns von 6538 Franken an. Also beträgt er gemäss Unia für 12 Monatslöhne 4360 und für 13 Löhne 4025 Franken.

Dividende trotz Kurzarbeit

Besonders stossend findet Unia, dass mehrere Konzerne während der Coronavirus-Pandemie Kurzarbeit einführten und gleichzeitig Dividenden ausschütteten. Die Generalversammlungen mit dem Beschluss über die Ausschüttung fanden demzufolge alle in der Corona-Krise statt.

Dividenden bei Kurzarbeit schütteten nach Höhe gestaffelt der Baustoffkonzern LafargeHolcim, der Schokoladenfabrikant Lindt & Sprüngli, der Baustoffkonzern Sika, die Medizinaltechnikfirma Straumann, der Personalvermittler Adecco, der Technologiekonzern ABB und der Uhrenriese Swatch aus. Insgesamt belaufen sich die Zahlungen dieses Septetts auf fast 4 Milliarden Franken.

Straumann gab einen Monat nach dem Beschluss, 91,2 Millionen Franken an Dividenden auszuschütten, die Massenentlassung von 660 Personen bekannt. Allein in Basel könnten 60 Stellen wegfallen, schreibt Unia.

326 Mio. für Blocher-Töchter

Bei den meisten der 37 untersuchten Firmen floss mehr als die Hälfte der Wertschöpfung in den Personalaufwand. Bei Nestlé, Swiss Re, Swiss Life, Partners Group und Ems Chemie erhalten die Aktionäre allerdings mehr Geld. Besonders hebt Unia die Ems-Chemie der Bündner SVP-Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher hervor. An die Aktionäre gingen zwei Drittel der Wertschöpfung, ein Drittel an die rund 2800 Angestellten.

Die drei Töchter von Alt-Bundesrat Christoph Blocher mit ihrem 70-Prozent-Anteil erhielten Dividenden von 326 Millionen Franken oder 87 Millionen mehr als der Personalaufwand.

(SDA)

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158 Kommentare
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sam00

27.06.2020, 18:38

Dass Manager in solchen Konzerne mehr verdienen wie Normalsterblich ist irgendwie logisch und auch richtig. Die brauchen ein anderes Umfeld um solche Aufgaben zu stemmen, die haben bestimmt auch ein anderer Ausbildungsmaraton hinter sich und sind eigentlich auch nach aussen verantwortlich für ihr denken und handeln. Dass solch Menschen pro Tag oder gar Stunde mehr verdienen wie ich in einem Jahr!? Das stimmt mich sehr traurig. Da stimmt mit unserem System vieles nicht mehr.

SPI

27.06.2020, 17:07

Wieso sind nur SMI Firmen dabei? SPI Firmen haben auch solche Geschichten

Babs

27.06.2020, 15:23

An alle , die unterbezahlt sind . Unterschreibt solche Knebelverträge nicht . Mals sehn was dann passiert . Ohne Arbeiter gehts nicht