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Robinson Crusoes Inseln in ChileDiese Chilenen sind stolze Helvetier

Auf chilenischem Boden leben die Nachfahren eines Berner Pioniers. Ihr Leben wurde nun verfilmt.

von
miw

Mitten im Pazifik, 365 Seemeilen von der Westküste Südamerikas entfernt, wehen auf einer Inselgruppe Schweizer Fahnen. Dortige Häuser und Vorgärten sind mit unseren Kantonswappen dekoriert. Die drei Inseln, die flächenmässig zusammen etwas kleiner als der Kanton Zug sind, werden nämlich von Ur-Bernern bewohnt.

Grund für diese Berner «Exklave» auf chilenischem Staatsgebiet ist der Berner Aristokrat Alfred von Rodt. Die heutigen Inselbewohner sind nämlich die Nachkommen dieses Bernburgers, der sich 1877 mit ein paar Männern auf dem unwirtlichen Eiland niedergelassen und jahrzehntelang versucht hat, dieses nutzbar zu machen.

Schweizer Traditionen in Vulkan-Landschaft

Zuvor las der europamüde Berner in einer südamerikanischen Zeitung, dass die Republik Chile für die Inselgruppe namens Juan Fernández einen Pächter suche. Dies ist einem historischen Bericht aus dem Jahr 1917, der im Archiv des Historischen Vereins des Kantons Bern aufbewahrt wird, zu entnehmen. Getrieben von einer romantische Vorstellung der «Robinson Crusoe»-Inseln sei von Rodt kurze Zeit Gouverneur der Insel geworden.

Die ganze Geschichte des Berner Abenteurers läuft nun in den Kinos – der Film «Insluaner» erzählt von damals, zeigt gleichzeitig aber auch das heutige Leben auf den rauen Vulkaninseln. Hierfür hat der Schweizer Regisseur Stéphane Goël aus Lausanne die Nachfahren des Bernburgers zwei Monate lang besucht. Dabei hat er auch herausgefunden, dass die Insulaner an Schweizer Traditionen festhalten; auf ihre helvetische Abstammung sind die rund 600 Menschen besonders stolz.

Einen ersten Vorgeschmack auf die eindrücklichen Geschichten und imposanten Bilder gibt der Trailer, der Dokumentarfilm läuft weiterhin im Kino.

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