Diese Corona-Lockerungen könnte der Bundesrat heute beschliessen
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PressekonferenzDiese Corona-Lockerungen könnte der Bundesrat heute beschliessen

Homeoffice, Restaurants, Kultur, Sport und Freizeit: Der Bundesrat wird heute mit grosser Wahrscheinlichkeit den nächsten Schritt in Richtung Normalität kommunizieren.

von
Daniel Graf
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Gesundheitsminister Alain Berset wird heute im Namen des Gesamtbundesrats wohl die nächsten Schritte in der Lockerungsstrategie bekanntgeben. 

Gesundheitsminister Alain Berset wird heute im Namen des Gesamtbundesrats wohl die nächsten Schritte in der Lockerungsstrategie bekanntgeben.

20min/Simon Glauser
So sollen Restaurants per Ende Mai die Innenräume öffnen dürfen – unter Einhaltung strenger Schutzkonzepte. 

So sollen Restaurants per Ende Mai die Innenräume öffnen dürfen – unter Einhaltung strenger Schutzkonzepte.

20min/Simon Glauser
An Universitäten soll der Präsenzunterricht wieder mit mehr als 50 Personen möglich sein. 

An Universitäten soll der Präsenzunterricht wieder mit mehr als 50 Personen möglich sein.

20min/Marco Zangger

Darum gehts

  • Der Bundesrat entscheidet heute über weitere Corona-Lockerungen.

  • Er hatte diverse Vorschläge in die Vernehmlassung geschickt, etwa die Öffnung der Innenräume von Restaurants.

  • Perspektiven gibt es auch für Grossveranstaltungen und Studierende können sich wohl freuen, bald wieder an die Unis zu dürfen.

Am Mittwoch entscheidet der Bundesrat erneut über Lockerungen der Corona-Massnahmen. Bereits am 12. Mai hatte er verschiedene Vorschläge in die Vernehmlassung geschickt. Die epidemiologische Lage hat sich in den vergangenen Wochen trotz Öffnungsschritten positiv entwickelt. Die Chancen, dass der Bundesrat am Mittwoch den Übergang in die Stabilisierungsphase (siehe unten) und damit auch weitere Lockerungen verkündet, stehen gut. Das steht zur Diskussion:

Öffnung der Innenräume von Restaurants

Gegen die Öffnung der Innenräume der Gastronomie gibt es keinen grossen Widerstand. Dabei werden wohl nach wie vor strenge Schutzkonzepte eingehalten werden müssen: Pro Tisch dürfen maximal vier Personen sitzen, konsumiert darf nur im Sitzen werden und wer nicht konsumiert, muss eine Maske tragen. Unklar ist noch, ob die Maske während des Konsums, also beispielsweise zwischen zwei Schlucken Bier, immer wieder angezogen werden muss.

Homeoffice wird zur Empfehlung

Der Bundesrat hat angekündigt, dass die Homeoffice-Pflicht zu einer Empfehlung umgewandelt werden könnte. Voraussetzung dafür wäre, dass die Firmen ihre Mitarbeitenden mindestens einmal wöchentlich testen lassen. Viele Firmen wollen davon aber keinen Gebrauch machen, weil die Regelung umständlich sei.

Präsenzunterricht an Hochschulen

Auch die Rückkehr an die Universitäten und Hochschulen soll in der Stabilisierungsphase möglich werden. Die Beschränkung auf maximal 50 Personen für Präsenzveranstaltungen wird aufgehoben. Neu darf die Hälfte der Kapazität genutzt werden statt wie bisher bloss ein Drittel. Die Masken- und Abstandspflicht gilt weiterhin.

Mehr Publikum

Für Veranstaltungen mit Publikum gilt neu in Innenräumen eine Limite von 100 anstatt 50 Personen und draussen von 300 statt 100 Personen. Neu darf die Hälfte der Kapazität genutzt werden statt wie bisher bloss ein Drittel. Dasselbe gilt für Veranstaltungen zur politischen Meinungsbildung und religiöse Veranstaltungen. Andere Veranstaltungen, wie Vereinsanlässe oder Führungen, sollen innen und aussen mit maximal 30 statt wie bisher 15 Personen möglich sein.

Sport, Freizeit und Detailhandel

Auch in den Bereichen Sport, Freizeit und Detailhandel hat der Bundesrat Lockerungen angekündigt. Jugendorganisationen fordern schon länger, dass etwa die bereits geltenden Lockerungen für Jugendliche mit Jahrgang 2001 oder jünger auf bis zu 25-Jährige ausgeweitet wird. Denkbar wäre weiter, dass in Läden wieder mehr Personen zugelassen werden.

Private Treffen drinnen mit mehr als 10 Personen

Der Bundesrat kündigte an, bei der Regelung zu privaten Treffen an der bisherigen Regel festzuhalten: In Innenräumen sollen sich nach wie vor nicht mehr als zehn Personen treffen dürfen. Dagegen wehrten sich in der Vernehmlassung einige Kantone. Sie fordern eine Ausweitung der Regelung, damit sich im privaten Rahmen mindestens 15 Personen treffen dürfen. Aufgrund der sehr positiven Entwicklungen bei den Fallzahlen und den Hospitalisationen ist denkbar, dass der Bundesrat die Grenze anheben wird – auf 15 oder gar auf 30 Personen.

Pilot-Veranstaltungen mit vielen Menschen

Ebenfalls im Juni starten sollen Pilot-Veranstaltungen mit bis zu 600 Personen. Am 28. April teilte der Bundesrat mit, dass ab Juni pro Kanton maximal drei Veranstaltungen mit 300 bis 600 Personen ermöglicht werden sollen, um «die anspruchsvollen Schutzkonzepte zu testen». Diese Pilotveranstaltungen sollen zeigen, ob und wie die Schutzkonzepte und die Kontrolle der Impf-, Test- und Genesungsnachweise sichergestellt werden können.

Die Schweizer Bar- und Clubkommission wiederholte am Montag ihre Forderung, dass Pilot-Veranstaltungen mit Geimpften, Getesteten und Genesenen wieder möglich werden sollen. Sie ist der Auffassung, dass weitere Schutzmassnahmen wie Kapazitätsbeschränkungen, Maskenpflicht oder sitzende Konsumation sich nicht mehr rechtfertigen liessen, wenn eine «covid-freie Zone» geschaffen werden könne. Dazu müsse das Covid-19-Zertifikat des Bundes für einen Testbetrieb bereit sein. Der Bundesrat kündigte an, erste Anwendungen ab dem 7. Juni zu ermöglichen, bis Ende Juni soll das Zertifikat dann anhand eines Drei-Farben-Modells in verschiedenen Bereichen des Alltagslebens vorübergehend zum Einsatz kommen.

Das gilt in der Stabilisierungsphase

Während der Stabilisierungsphase sind noch nicht alle Personen geimpft, die sich schützen möchten. In dieser Phase dürfen die Fallzahlen höher sein als in der Schutzphase. Die Richtwerte für den Re-Wert, die IPS-Auslastung und die Hospitalisierung sind jedoch unverändert. In der Stabilisierungsphase stehen grosse Impfstoffmengen zur Verfügung. Während dieser Phase erhält die gesamte erwachsene Bevölkerung Zugang zur Impfung. Bei einer Impfbereitschaft der Bevölkerung von 60 Prozent ist davon auszugehen, dass alle impfwilligen Erwachsenen bis Ende Juni mindestens eine erste Impfung erhalten haben. Der Abschluss dieser Phase hängt von der Impfbereitschaft der Bevölkerung ab.

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