Coop, Denner, Migros und Co.: Diese Detailhändler haben trotz Corona-Krise Jobs geschaffen
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Coop, Denner, Migros und Co.Diese Detailhändler haben trotz Corona-Krise Jobs geschaffen

Viele Branchen mussten in der Corona-Krise Mitarbeitende entlassen. Anders sieht es im Detailhandel aus: Die grossen Schweizer Händler haben fast alle neue Stellen geschaffen.

von
Barbara Scherer
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Detailhändler haben im Corona-Jahr neue Stellen geschaffen.

Detailhändler haben im Corona-Jahr neue Stellen geschaffen.

REUTERS
So hat Denner hat in der Pandemie 479 Arbeitsplätze geschaffen.

So hat Denner hat in der Pandemie 479 Arbeitsplätze geschaffen.

imago stock&people
Bei Aldi waren es 300 und …

Bei Aldi waren es 300 und …

Patrick Gutenberg

Darum gehts

  • Viele Branchen entlassen Personal. Nicht so die Schweizer Discounter.

  • Sie haben im Corona-Jahr viele neue Stellen geschaffen.

  • Migros und Coop konnten ebenfalls neue Jobs aufbauen.

  • Auch Ikea hat den Umsatz gesteigert und Leute eingestellt.

Die Corona-Krise hat den Schweizer Arbeitsmarkt gebeutelt: Die Arbeitslosenquote lag im Dezember 2020 um 39 Prozent über dem Wert im Vorjahr. Entgegen diesem Trend haben die meisten grossen Schweizer Detailhändler aber neue Stellen geschaffen.

So konnte Aldi Suisse 300 Arbeitsplätze im Corona-Jahr aufbauen – das sind 100 Stellen mehr als 2019. Denn in der Pandemie konnte Aldi viele Neukunden gewinnen, heisst es in einer Medienmitteilung. Zudem hat der Discounter 10 neue Filialen eröffnet.

Neue Kunden für die Discounter

Auch Lidl hat expandiert und ebenfalls 10 neue Läden eröffnet. Dabei hat der Detailhändler sogar 450 neue Stellen geschaffen. Übertroffen werden die beiden Discounter von Denner: Dieser hat in der Pandemie 479 Arbeitsplätze geschaffen.

«Das Wachstum ergibt sich sowohl aus der Expansion des Filialnetzes als auch aus dem Mehraufwand, der während der Pandemie insbesondere im Bereich Verkauf und Logistik bewältigt werden muss», erklärt ein Denner-Sprecher auf Anfrage. Entsprechend ist auch der Umsatz von Denner um 15,7 Prozent auf 3,8 Milliarden Franken gestiegen.

Doppelt so viel Stellen im Online-Shop

Entsprechend haben auch die beiden grossen Schweizer Detailhändler ausgebaut: Rund 1000 neue Stellen hat Coop im Corona-Jahr geschaffen. Die genauen Zahlen gibt der Händler aber erst im Rahmen der Bekanntgabe des Jahresergebnisse Mitte Februar bekannt.

Auch Migros kommuniziert ihre Zahlen erst mit der Bilanzmedienkonferenz Ende März. «Was wir bereits jetzt sagen können, ist, dass für unsere Online-Shop über 300 Stellen geschaffen wurden», sagt eine Sprecherin. Denn in der Pandemie haben die Leute mehr online eingekauft.

Das hat sich besonders positiv auf die Migros-Tochter Digitec Galaxus ausgewirkt: Die Belegschaft wurde innert Jahresfrist fast verdoppelt. «Die meisten neuen Stellen wurden in der Logistik sowie im Kundendienst geschaffen», heisst es weiter.

Ebenfalls aufstocken konnte die Spar Gruppe: 2020 wurden etwa neue 60 Stellen geschaffen. Das sei durch die Eröffnung von neuen Märkten und durch das Umsatzwachstum möglich gewesen, sagt eine Mediensprecherin.

Ikea baut auch aus

Doch nicht nur die Lebensmittelhändler haben im Corona-Jahr ausgebaut: Ikea Schweiz konnte trotz Ladenschliessung etwa 200 neue Jobs schaffen. Denn die Umsatzzahlen seien trotz massivem Einbruch während des Lockdowns gewachsen, erklärt eine Sprecherin.

Dabei habe Ikea komplett auf staatliche Unterstützung und Kurzarbeit verzichtet. «Dank der Flexibilität der Mitarbeitenden konnte die Zeit optimal genutzt und Prozesse an die neue Gegebenheiten angepasst werden.»

Lebensmittelhändler profitieren vom Lockdown

Dass vor allem Lebensmittelhändler ausbauen konnten, ist laut Detailhandelsexperte Marc C. Riebe nicht erstaunlich: «Sie hatten auch im Lockdown immer offen und haben dadurch überproportional viele Kunden gewonnen.» Auch die Grenzschliessung im Frühling verhalf den Händlern zu mehr Kunden.

Ikea musste im Lockdown 2020 geschlossen bleiben. «Daher erstaunt es, dass sie trotzdem den Umsatz steigern konnten», so Riebe. Eine mögliche Erklärung sei das Homeoffice. «Die Leute waren viel zu Hause und haben darum mehr Wohnungseinrichtungen gekauft.»

500 Stellen abgebaut

Manor musste im Corona-Jahr Federn lassen und Stellen abbauen. «Die Stellenreduktion ist mehrheitlich durch die Schliessungen von Geschäftsteilen erklärbar», sagt Mediensprecher Fabian Hildbrand. So musste Anfang 2020 das Flagship an der Zürcher Bahnhofstrasse nach einem Mietstreit mit Swiss Life schliessen. Zudem wurden die Filialen in Bachenbülach, Chur Wiesental und Luzern Triebschenquartier geschlossen. Im Rahmen der Unternehmenstransformation seien so 500 Stellen abgebaut worden. Gleichzeitig wurden im E-Commerce und der Logistik Stellen aufgebaut: «Aktuell rund 250 Stellen offen.» Damit beschäftigt Manor derzeit 8300 Mitarbeitende in der ganzen Schweiz.

Deine Meinung

79 Kommentare
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Mike T.

28.01.2021, 18:46

Vermute eher, dass die Mehrumsätze dank dem Lockdown in D / F / I / A zu Stande kommen und weniger wegen dem in der Schweiz. Deshalb wachsen wohl auch die Discounter überproportional.

es wird so weitergehen wenn nicht noch schlimmer

28.01.2021, 15:30

Jegliche lockdown in der Corona-Krise machen unsere Gesellschaft zu Hyänen. Alle müssen ums überleben kämpfen, die meisten mit harten Bandagen. Das sind bisher traurige Bilanzen! Um die Traditions-geschäfte und deren Inhaber und Angestellte tut es mir leid.

Veronika Z

28.01.2021, 10:33

Discounter haben JOBS geschaffen .... ein Witz - effektiv machen diese die Jobs kaputt -; Industriebrot, Industriefleisch.... bin 60, gut ausgebildet, kein Job, keine Interviews, kein Geld - DAS ist die Schweiz -