Diese Dresscodes gelten in Schweizer Unternehmen

Wie locker darf die Bekleidung in Schweizer Unternehmen  sein? Wir haben nachgefragt.

Wie locker darf die Bekleidung in Schweizer Unternehmen  sein? Wir haben nachgefragt.

Pexels/Andrea Piacquadio
Publiziert

Tattoos und UniformDiese Dresscodes gelten in Schweizer Unternehmen

Im Spaghetti-Top oder mit Shorts zur Arbeit? So handhaben es Swisscom, Credit Suisse & Co.

von
Johanna Senn

In einigen Berufsfeldern schaut niemand zweimal hin, wenn du mit Jogginghose und Oversized-T-Shirt am Arbeitsplatz erscheinst. In anderen Tätigkeitsfeldern würde so ein Aufzug aber für Stirnrunzeln sorgen.

Wir haben nachgefragt, wie streng es Schweizer Unternehmen mit dem Dresscode nehmen.

Die Post

Dunkelgraue Arbeitskleidung mit gelben Akzenten – so kennen die meisten von uns die Zustellerinnen und Zusteller, die dafür sorgen, dass Briefe und Pakete täglich bei uns eintreffen. Sie gehören zu der Berufsgruppe bei der Post, die Berufskleidung tragen müssen. Ebenso die über 28’000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die im Kontakt mit Kunden stehen und den gelben Riesen repräsentieren.

«Für einige Berufsgruppen, wie beispielsweise unsere Logistiker in den Brief- und Paketzentren, gibt es aus Sicherheitsgründen Kleidervorschriften. Für alle anderen Mitarbeitenden gibt es keinen bestimmten Dresscode», heisst es auf Anfrage von 20 Minuten Lifestyle bei der Post. 

Gibt es bei deinem Arbeitsplatz einen Dresscode?

Die Berufsbekleidung der Post mit einer Prada-Brosche aufzuhübschen, ist nicht erlaubt. «An der Arbeitskleidung dürfen die Mitarbeitenden weder Werbung noch Abzeichen oder dergleichen anbringen, die zur Offenlegung von persönlichen Interessen oder Meinungen dienen», weiss Mediensprecherin Denise Birchler. Einschränkungen gibt es auch, wenn die Bekleidung ein Gesundheits- oder Sicherheitsrisiko darstellen könnte. Wer beispielsweise an der Sortiermaschine arbeitet, muss auf Tücher und Sandalen verzichten.

Religiöse Motive oder auch Kippa und Kopftuch sind bei der Post erlaubt.

Religiöse Motive oder auch Kippa und Kopftuch sind bei der Post erlaubt.

Pexels/Tima Miroshnichenko

Wer bei der Post aber Kippa, Kopftuch, Kreuz oder Davidstern tragen will, kann das tun. Diese Regelung gilt auch im Kundenkontakt. «Die Post bekennt sich zur Chancengleichheit und damit zu Toleranz und Offenheit gegenüber anderen Kulturen und Religionen», erklärt das Unternehmen. Auch bei Körperschmuck lässt die Post Toleranz walten: «Die Belegschaft der Post ist so vielfältig wie die Schweizer Bevölkerung. Darunter gibt es auch Mitarbeitende mit Tattoos und Piercings.»

Coop

In hellblauen Hemden begrüssen die Angestellten in den Coop-Filialen die Kundinnen und Kunden. Für alle Mitarbeitenden mit direktem Kundenkontakt gilt bei Coop eine Kleiderordnung. «Mit unserer Kleiderordnung legen wir Wert auf ein freundliches, sympathisches sowie korrektes Auftreten beim Kontakt mit unseren Kundinnen und Kunden», sagt Mediensprecherin Melanie Grüter auf Anfrage von 20 Minuten Lifestyle.

Dabei können die Mitarbeitenden aus verschiedenen Kleidungsstücken auswählen: «Hierzu gehören unter anderem Blusen beziehungsweise Hemden und Softshell-Jacken.»

Verbote gibt es lediglich für Mitarbeitende, die etwa in der Metzgerei arbeiten. «Das Tragen von diversen Schmuckstücken, Uhren und auch lackierte Fingernägel sind aus hygienischen Gründen in bestimmten Tätigkeitsfeldern nicht erlaubt.»

Lackierte Fingernägel sind in der Metzgerei ein No-go.

Lackierte Fingernägel sind in der Metzgerei ein No-go.

Pexels/Karolina Grabowska

Wenn du bei der Kasse am Coop arbeitest und gerade ein Gesichtstattoo planst, solltest du das vielleicht überdenken: «Von auffälligen Piercings im Gesicht und prägnanten Tattoos ist abzusehen», so die Regel beim Lebensmittelhändler.

Swisscom

Wer bei der Swisscom im Kundendienst rund um die Uhr am Telefon Anfragen beantwortet, kann sich sein Outfit vor dem Arbeitstag ohne Vorgaben im Hinterkopf zusammenstellen. Kleidungsvorschriften gibt es beim Telekommunikationsunternehmen nur für die Mitarbeitenden in den Swisscom Shops. «Für die Mitarbeitenden im Shop ist eine einheitliche, schlichte Bekleidung wichtig», sagt Swisscom zu 20 Minuten Lifestyle. 

Für die Frauen heisst das Swisscom-Bluse und für die Männer Swisscom-Hemd oder -Poloshirt. Untenrum dürfen die Shop-Mitarbeitenden entweder eine lange Hose oder einen Jupe tragen, im Sommer darf es aber auch die Dreiviertelhose in Schwarz oder Dunkelblau sein. 

Für die Mitarbeitenden gibt es bei Swisscom nur im Shop einen Dresscode.
Foto: 20min/Simon Glauser

Für die Mitarbeitenden gibt es bei Swisscom nur im Shop einen Dresscode.
Foto: 20min/Simon Glauser

20min/Simon Glauser

Die grosse Goldkette sollten Shop-Mitarbeitende für ihre Arbeitszeit zu Hause lassen. Denn schlicht sollte bei der Swisscom auch der Schmuck sein. «Bei Ohrsteckern gibt es eine Obergrenze von fünf Stück», wie es auf Anfrage von 20 Minuten Lifestyle heisst. Piercings sind im Nasenbereich kein Problem und auch gegen sichtbare Tattoos beispielsweise an den Unterarmen spricht beim Unternehmen nichts.

Credit Suisse

Die Schweizer Bankenszene hat gerne den Ruf, strikt zu sein. Besonders, was die Kleidungsvorschriften angeht. Wer einmal am Paradeplatz entlang spaziert, sieht aus den grossen Banken fast ausschliesslich Menschen mit Anzug die Gebäude verlassen. Einen bankenweiten Dresscode, der sich an alle Mitarbeitenden richtet, kennt die Credit Suisse aber nicht.

In der Bankenszene ist meist ein schickeres Outfit gefragt.

In der Bankenszene ist meist ein schickeres Outfit gefragt.

20min/Ela Çelik

Ganz frei sind die Mitarbeitenden bei der Kleiderwahl aber doch nicht. «Es gibt ein Arbeitsreglement, das besagt, dass sich die Bekleidung während der Arbeitszeit nach den geschäftlichen Bedürfnissen richtet», heisst es bei der Credit Suisse auf Anfrage von 20 Minuten Lifestyle. 

Dabei gebe es bei der Credit Suisse insbesondere im Unternehmen auch Situationen, in denen eine Krawatte kein Muss ist. «Es ist auch eine Frage des gesunden Menschenverstands», so das Unternehmen. 

Implenia

Selbst bei sengender Hitze schuften die Menschen auf den Baustellen. Bei Implenia, einem der grössten Bauunternehmen in der Schweiz, dürfen die Mitarbeitenden auf dem Bau auch im Sommer nicht auf kurze Hosen zurückgreifen, wie der «Blick» schreibt.

«Aufgrund von Sicherheitsanforderungen gelten strikte Vorschriften bezüglich der Bekleidung», sagt Implenia zu 20 Minuten Lifestyle. Diese Regelung betrifft den grössten Teil der Mitarbeitenden. 

Ansonsten gibt es beim Unternehmen keine Regelungen. Das gilt auch für Piercings und Tattoos. 

Wie erscheinst du zur Arbeit und wie würdest du in einer Traumwelt gerne zur Arbeit auftauchen?

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