Salzarm essen: Diese elektrischen Stäbchen simulieren salzigen Geschmack
Ein Angestellter der Kirin Holdings demonstriert die neuen Essstäbchen mit elektrischer Stimulationswellenform, die den Geschmack verbessern sollen.

Ein Angestellter der Kirin Holdings demonstriert die neuen Essstäbchen mit elektrischer Stimulationswellenform, die den Geschmack verbessern sollen.

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Salzärmer essenDiese elektrischen Stäbchen simulieren salzigen Geschmack

Ein Forschungsteam hat elektronische Essstäbchen entwickelt, die trotz reduziertem Salzgehalt des Essens für den gleichen Geschmack sorgen sollen.

von
Luise Faupel

Laut der Weltgesundheitsorganisation nehmen erwachsene Japanerinnen und Japaner doppelt so viel Salz zu sich, wie empfohlen. Das war Anlass für den japanischen Lebensmittelkonzern K.K. Kirin Holdings, ein kleines Technologie-Wunder in Auftrag zu geben: intelligente Essstäbchen.

Das Gerät löst zwecks schwachem Strom Natriumionen aus der Nahrung, die mit den Essstäbchen zum Mund geführt werden.

Das Gerät löst zwecks schwachem Strom Natriumionen aus der Nahrung, die mit den Essstäbchen zum Mund geführt werden.

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1,5-fach erhöhter Salzgeschmack

Mit schwachem Strom löst ein kleines Gerät Natriumionen aus der Nahrung, die mit den Essstäbchen zum Mund geführt werden. Das soll den Salzgeschmack 1,5-fach erhöhen und zu viel Salzkonsum verhindern, so Technologie-Professor Homei Miyashita, der die Stäbchen mit Mitarbeitenden der Meiji University's School of Science entwickelte. 

Guter Geschmack ohne Kompromisse – die klassische japanische Küche mit intensivem umami-Geschmack muss so an nichts einbüssen. 

Ab wann ist viel Salz zu viel?

Eine Foodtech-Erfindung für die Gesundheit. Doch was ist nun eigentlich die richtige Menge an Salz? Auch in der Schweiz wird laut Bundesamt für Lebensmittelsicherheit fast doppelt so viel Salz konsumiert, als von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlen. Fakt ist aber auch: Salz ist lebenswichtig für uns Menschen.

Wie viel Salz ist gesund?

So viel Salz wird empfohlen

Die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation WHO lautet maximal fünf Gramm Salz pro Kopf und Tag. 

So nehmen wir Salz auf

Der überwiegende Teil der Salzaufnahme kommt heutzutage aus handwerklich oder industriell hergestellten Lebensmitteln. Die restlichen 25 bis 30 Prozent kommen am Tisch hinzu – etwa durch Würzen mit Sojasauce und Co.

Das gesündeste Salz

«Am gesündesten ist eindeutig das jodierte und fluoridierte Speisesalz», sagt Ernährungsberaterin Stéphanie Hochstrasser von der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung SGE.

Im Körper reguliert Salz den Wasserhaushalt und unterstützt bei der Verdauung und Muskelarbeit. Zu viel Salz kann jedoch zu Bluthochdruck führen, das Immunsystem beeinflussen und schlecht für die Knochen sein. 

Ausserdem werden die Nieren, die überschüssiges Salz ausscheiden, belastet und zuletzt spielt das Salz eine Rolle bei der Zusammensetzung der Bakterien im Darm – das Mikrobiom kann sich durch zu viel Salz verändern.

Fernseher zum Ablecken

Da scheinen die Stäbchen mit elektrischer Stimulationswelle ganz praktisch – sie könnten noch im kommenden Jahr auf den Markt kommen. Und es entwickeln sich weitere spannende Dinge im Technologiebereich, die unsere Ernährung und unseren Geschmack beeinflussen könnten.

So sieht das Gadget aus.

So sieht das Gadget aus.

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Stäbchen-Miterfinder Miyashita hatte bereits letztes Jahr für Schlagzeilen gesorgt, als er einen Fernseher zum Ablecken erfand, der mit Hilfe von Konzentraten Gerüche und Geschmäcker aus dem TV-Programm simuliert. 

Wie stark salzt du dein Essen? Probierst du es vorher?

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