Reaktionen gegen Trump: «Diese Entscheidung wird uns nicht aufhalten»

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Reaktionen gegen Trump«Diese Entscheidung wird uns nicht aufhalten»

Aus aller Welt hagelt es Kritik an Trumps Absage an den Klimaschutz. Die deutsche Bundeskanzlerin drückte Entschlossenheit aus.

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chi
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«Warum wollen Europas Spitzenpolitiker, dass wir drin bleiben?» Chef der US-Umweltbehörde (EPA), Scott Pruitt. (2. Juni 2017)

«Warum wollen Europas Spitzenpolitiker, dass wir drin bleiben?» Chef der US-Umweltbehörde (EPA), Scott Pruitt. (2. Juni 2017)

AFP/Brendan Smialowski
Kennt die Haltung Trumps zur Erderwärmung nicht: Pressesprecher Sean Spicer. (2. Juni 2017)

Kennt die Haltung Trumps zur Erderwärmung nicht: Pressesprecher Sean Spicer. (2. Juni 2017)

AFP/Brendan Smialowski
«Total Loser, so sad!»: Eine Projektion von Greenpeace an der US-Botschaft in Berlin. (2. Juni 2017)

«Total Loser, so sad!»: Eine Projektion von Greenpeace an der US-Botschaft in Berlin. (2. Juni 2017)

Keystone/Michael Sohn/AP

Nach dem angekündigten Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Deutschlands Entschlossenheit zum Festhalten an der Vereinbarung bekräftigt. «Diese Entscheidung kann und wird uns alle, die wir uns dem Schutz unserer Erde verpflichtet fühlen, nicht aufhalten», sagte sie am Freitag in Berlin. «Entschlossener denn je werden wir in Deutschland, in Europa und in der Welt alle Kräfte bündeln.»

Russlands Präsident Wladimir Putin liess über seinen Sprecher Dmitri Peskow erklären, Russland wolle auch im Falle eines US-Ausstiegs Teil des Abkommens bleiben.

Deutschland, Frankreich und Italien erteilten einer von den USA geforderten Neuverhandlung des Pariser Klimaabkommens eine Absage. «Wir betrachten die im Dezember 2015 in Paris erzeugte Dynamik als unumkehrbar», teilten Bundeskanzlerin Angela Merkel, der französische Präsident Emmanuel Macron und der italienische Regierungschef Paolo Gentiloni am Donnerstagabend in einer gemeinsamen Erklärung mit.

Lebenswichtiges Instrument

Sie seien der «festen Überzeugung, dass das Übereinkommen von Paris nicht neu verhandelt werden kann, da es ein lebenswichtiges Instrument für unseren Planeten, unsere Gesellschaften und unsere Volkswirtschaften darstellt».

Nach dem Ausscheren der USA müssten die Europäer ihre Anstrengungen weiter verstärken, hiess es in der Erklärung aus Berlin, Paris und Rom. «Wir ermutigen alle unsere Partner, ihre Massnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels zu beschleunigen.»

Der französische Präsident Emmanuel Macron sagte in einer Fernsehansprache auf Englisch, er respektiere die Entscheidung. «Aber ich denke, es ist ein Fehler für die USA und für unseren Planeten.» Er spielte in seiner Reaktion auf den Leitsatz des US-Präsidenten an: «Wo immer wir leben, wer immer wir sind – wir alle teilen dieselbe Verantwortung: Make our planet great again.»

Die EU-Kommission erklärte in einer ersten Reaktion, sie werde sich nun um neue Bündnisse im Kampf gegen den Klimawandel bemühen. Der Rückzug der USA sei ein trauriger Tag für die Weltgemeinschaft.

Der Regierungschef der Fidschi-Inseln, Voreqe Bainimarama, der im November dem Klimagipfel in Deutschland vorsitzen wird, sagte, er sei enttäuscht. Er habe Trump versucht vom Klimaabkommen zu überzeugen. Die Entscheidung sei besonders enttäuschend für Menschen, die wie die Bewohner seines Inselstaates im Pazifik oder in US-Küstenstädten wie New York oder Miami lebten.

«Grosse Enttäuschung»

UNO-Generalsekretär António Guterres bezeichnete den Ausstieg als «grosse Enttäuschung». Er zeigte sich zuversichtlich, dass Städte, Bundesstaaten und Unternehmen innerhalb der USA weiter für ein kohlenstoffarmes Wirtschaftswachstum kämpften.

Der ehemalige Präsident Mexikos, Vincente Fox, kritisierte Trumps Entscheidung ebenfalls scharf: Trump erkläre dem gesamten Planeten Krieg, schrieb Fox auf Twitter. Der ehemalige Präsident liegt bereits seit längerem mit Trump wegen des geplanten Mauerbaus an der Grenze zu Mexiko im Clinch.

Trump telefoniert mit Regierungschefs

Donald Trump hat im Gespräch mit anderen Regierungschefs versprochen, dass sich die USA trotz des angekündigten Austritts aus dem Pariser Klimaabkommen weiterhin um Umweltschutz bemühen werden. Die USA würden das «sauberste und umweltfreundlichste Land der Erde» werden, sagte Trump am Donnerstag.

Der US-Präsident telefonierte mit der deutschen Kanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, dem kanadischen Premierminister Justin Trudeau und der britischen Regierungschefin Theresa May. Die Gespräche seien offen und sachlich gewesen, teilte das Weisse Haus in einer Erklärung nach dem Telefonat mit.

Trump habe den Regierungschefs zudem zugesichert, dass sich die USA der transatlantischen Allianz und den Bemühungen, die Umwelt zu schützen, weiterhin verpflichtet fühlten, hiess es in der Mitteilung.

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