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Coronavirus-PandemieDiese europäischen Länder befinden sich im Lockdown

Das Coronavirus hat Europa fest im Griff: Viele Länder haben zu Beginn des Jahres härtere Massnahmen erlassen, um die Ausbreitung des Virus weiter einzudämmen. Eine Übersicht, wer sich in Europa im Lockdown befindet und wer nicht.

von
Bianca Lüthy

Darum gehts

  • Die Corona-Pandemie dauert weiter an.

  • Viele Länder gehen mit harten Massnahmen gegen das Virus vor.

  • Welche Staaten in Europa einen Lockdown erlassen haben, siehst du in dieser Übersicht.

Total Lockdown, Lockdown light oder lediglich verschärfte Massnahmen? Jedes Land oder gar jede Region hat ihre eigenen Massnahmen im Kampf gegen das Coronavirus ergriffen. Während sich die Schweiz in einem Lockdown light befindet, gehen viele Nachbarstaaten mit Ausgangssperren und Schul- sowie Läden-Schliessungen einen Schritt weiter.

Hier eine Übersicht europäischer Länder und ihrer Bestimmungen in Zeiten von Covid-19.

Deutschland: Das 83 Millionen-Land befindet sich seit Mitte Dezember im harten Lockdown. So sind weite Teile des Einzelhandels und Kinderbetreuungseinrichtungen geschlossen. Die Massnahme gilt noch bis zum 10. Januar. Am Dienstag findet der nächste Corona-Krisengipfel von Bund und Ländern statt. Eine Entschärfung der Massnahmen zeichnete sich bislang nicht ab, wie die Nachrichtenagentur AFP schreibt. Auch nach einer generellen Schulöffnung sieht es derzeit nicht aus. Bereits am Wochenende zeigten sich mehrere Länder-Regierungschefs überzeugt, dass die Massnahmen verlängert werden müssen. Es ist zu erwarten, dass der harte Lockdown verlängert wird.

Österreich: Im Nachbarland mit einer Bevölkerung von 8,8 Millionen wird der bis zum 18. Januar geplante Lockdown nach Angaben der Regierung um eine Woche verlängert. Da das ursprünglich geplante Freitesten wegen Widerstands der Opposition nicht möglich ist, werde die Schliessung fast aller Geschäfte nun für alle bis zum 24. Januar dauern, wie Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Montag erklärte. Die zur Bekämpfung der Corona-Pandemie getroffene Massnahme bedeutet, dass der Handel, viele Dienstleister und Gastronomie bis dahin geschlossen bleiben.

Maskenpflicht im Freien und Ausgangssperre ab 22 Uhr: So geht Italien gegen die Pandemie vor. 

Maskenpflicht im Freien und Ausgangssperre ab 22 Uhr: So geht Italien gegen die Pandemie vor.

REUTERS

Italien: Italiens Wintersportgebiete dürfen nach einer langen Corona-Sperre ihre Ski-Lifte ab dem 18. Januar wieder für Freizeitsportler öffnen. Es herrscht eine Maskenpflicht, auch unter freiem Himmel. Kinder unter sechs Jahren sind davon ausgenommen. Die landesweit geltende Ausgangssperre besteht zwischen 22 Uhr abends bis 5 Uhr morgens. In öffentlichen Verkehrsmitteln darf maximal die Hälfte der Plätze besetzt sein. Museen und Ausstellungen sind geschlossen.

Frankreich: Seit dem 15. Dezember 2020 gilt landesweit eine bussgeldbewehrte Ausgangssperre von 20 bis 6 Uhr. In Gebieten mit erhöhter Viruszirkulation gelten seit dem 02.01.2021 nochmals verschärfte Ausgehbeschränkungen. Dort wurde die Ausgangsperre auf 18 Uhr vorverlegt. Vier östliche Regionen sind bislang davon betroffen. Eine Rückkehr zu einem kompletten Lockdown schliesst die Regierung derzeit jedoch aus. Es gilt eine Maskenpflicht im Freien und in allen öffentlichen Räumen. Auch eine Homeoffice-Pflicht besteht. Nicht-lebensnotwendige Geschäfte sind geöffnet. Die Kitas und Schulen bleiben geöffnet. Jedoch müssen auch Schüler ab 6 Jahre eine Maske im Klassenzimmer tragen. Zu Hause dürfen nicht mehr als 6 Personen zusammenkommen.

Spanien: Wegen ansteigender Corona-Zahlen haben mehrere Regionen in Spanien eine Verschärfung der Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie beschlossen. Besonders strenge Einschränkungen kündigte Katalonien mit der Metropole Barcelona an. In dieser autonomen Gemeinschaft werden alle Gemeinden ab Donnerstag abgeriegelt, wie die regionale Gesundheitsministerin Alba Vergés am Montag in Barcelona mitteilte. Die knapp 7,6 Millionen Einwohner der Region im Nordosten Spaniens werden ihre jeweilige Gemeinde zehn Tage lang nur mit triftigem Grund verlassen dürfen – etwa, um zur Arbeit oder zum Arzt zu fahren.

Portugals hat Bars und Nachtklubs geschlossen, Museen, Kinos und Theater sind aber noch offen. 

Portugals hat Bars und Nachtklubs geschlossen, Museen, Kinos und Theater sind aber noch offen.

REUTERS

Portugal: Bars und Diskotheken sind im westlichsten Land Europas geschlossen und dürfen nur als Cafés oder Konditoreien betrieben werden. Museen, Denkmäler, Kunsträume und dergleichen sind mit gezielten Bewegungs-, Abstands- und Hygienevorschriften geöffnet. Dasselbe gilt für Kinos, Theater, Bühnen und Konzertsäle. Fernunterricht gibt es für alle Kinder, deren Eltern nicht in systemrelevanten Berufen arbeiten und deswegen die Kinder nicht von zu Hause aus betreuen können. Die Menschen sollen – soweit möglich – zuhause bleiben. Sportaktivitäten in der Gruppe sind verboten, ausserdem müssen nicht essenzielle Geschäfte geschlossen bleiben.

Belgien: Nebst einer Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr sowie einer Homeoffice-Pflicht sind in Belgien Gastronomiebetriebe geschlossen. Es gilt eine Ausgangssperre zwischen Mitternacht und 5 Uhr morgens. Geschäfte und Läden sind offen. Kinderkrippen und Schulen sind geöffnet. Coiffeursalons, Kosmetikstudios und ähnliches sind geschlossen. Nach 20 Uhr darf kein Alkohol mehr verkauft werden. Auch Kontaktbeschränkungen gibt es im Benelux-Staat: Man darf höchstens mit einer Person engen Kontakt haben. Draussen dürfen sich maximal 4 Personen in einer Gruppe aufhalten, müssen aber den Sicherheitsabstand von 1,5 Metern einhalten.

Niederlande: Alle Geschäfte sind seit dem 15. Dezember 2020 geschlossen. Dies mit Ausnahme des essentiellen Einzelhandels, der auf die Grundbedürfnisse ausgerichtet ist, wie Supermärkte, Drogerien, Tankstellen und Apotheken. Draussen darf man sich nur mit dem eigenen Haushalt oder in einer Gruppe von maximal 2 Personen aufhalten. Kindergärten und Ganztagsbetreuung sind vom 16. Dezember bis mindestens 17. Januar geschlossen. In dieser Zeit wird Distanzunterricht angeboten. Praxisunterricht und Prüfungen können vor Ort stattfinden, ebenso wie Unterrichtsstunden für Abschlussschüler und für schutzbedürftige Schüler und Studenten. Dringender Appell, zu Hause zu arbeiten. Der öffentliche Nahverkehr ist nur für notwendige Reisen bestimmt.

London im totalen Shutdown: England befindet sich erneut in einem nationalen Lockdown. 

London im totalen Shutdown: England befindet sich erneut in einem nationalen Lockdown.

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England: Am Montagabend hat Premierminister Boris Johnson verkündet, einen nationalen Lockdown zu erlassen. Zudem hat das Land hat ein vierstufiges Alarm-System erstellt. Je nach Anzahl Infektionen werden pro Gemeinde Sicherheitsmassnahmen erlassen. Bei der höchsten Stufe gilt ein Total-Shutdown. Dabei darf man das Haus nur zum Arbeiten, für Arzt-Besuche sowie zum Einkaufen von Lebensmitteln verlassen. Wales und Nordirland haben ähnliche Systeme intakt, die bei einer gewissen Anzahl Infektionen pro 100’000 Einwohner in Kraft treten.

Schottland: Angesichts stark steigender Corona-Zahlen gilt in Schottland ab Dienstag 5. Januar erneut ein Lockdown. Auch die Schulen sollen bis Anfang Februar geschlossen bleiben.

Irland: Um eine Ausbreitung der neuen Coronavirus-Variante zu verhindern, hat Irland nach Weihnachten seine Massnahmen im Kampf gegen die Pandemie deutlich verschärft. Die Beschränkungen kommen einer Ausgangssperre gleich. Restaurants und Pubs sind seit 24. Dezember geschlossen. Seit Weihnachten sind nicht zwingend notwendige Reisen ausserhalb der eigenen Heimatregion (County) untersagt, von Neujahr an sind keine privaten Besuche mehr gestattet. Zu Hochzeiten und Beerdigungen sind deutlich weniger Teilnehmer zugelassen. Der öffentliche Nahverkehr wird auf ein Viertel heruntergefahren.

Schweden: Im skandinavischen Land, das zu Beginn der Pandemie auf die Strategie der Herdenimmunität gesetzt hat, gelten seit 24. Dezember Personenbeschränkungen. Diese betrifft Einkaufsläden, Fitnesscenter. Das Tragen einer Maske im öffentlichen Verkehr wird empfohlen. Es gilt eine Homeoffice-Empfehlung. Die Bestimmungen gelten bis zum 24. Januar. Schulen ab der Sekundarstufe unterrichten per Fernunterricht.

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Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Tel. 147

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