Aktualisiert 06.12.2018 09:14

Sex und GewaltDiese Filme werden Sie lieben oder hassen

Zwei provokative Filme laufen jetzt in den Schweizer Kinos an. Der eine zeigt Sex von Schwerbehinderten, der andere Gewaltexzesse im Drogenrausch.

von
cat
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Adina Pintilie hat mit ihrem Debütfilm «Touch Me Not» für viele den Skandalfilm des Jahres abgeliefert. Trotzdem oder gerade deswegen gewann sie den Hauptpreis an der diesjährigen Berlinale.

Adina Pintilie hat mit ihrem Debütfilm «Touch Me Not» für viele den Skandalfilm des Jahres abgeliefert. Trotzdem oder gerade deswegen gewann sie den Hauptpreis an der diesjährigen Berlinale.

Xenix Films
In ihrem halb-dokumentarischen Streifen porträtiert sie unter anderem die asexuelle Laura, die sich regelmässig mit der transsexuellen Hanna trifft, die für sie strippt.

In ihrem halb-dokumentarischen Streifen porträtiert sie unter anderem die asexuelle Laura, die sich regelmässig mit der transsexuellen Hanna trifft, die für sie strippt.

Xenix Films
Eine zentrale Rolle spielt auch der schwerbehinderte Christian, der im Einklang mit seinem Körper und seiner Sexualität ist. Er leidet an Muskelschwäche, sein Penis ist aber voll funktionsfähig. Der mutige Film, der uns einen Spiegel vorhält, läuft jetzt im Kino.

Eine zentrale Rolle spielt auch der schwerbehinderte Christian, der im Einklang mit seinem Körper und seiner Sexualität ist. Er leidet an Muskelschwäche, sein Penis ist aber voll funktionsfähig. Der mutige Film, der uns einen Spiegel vorhält, läuft jetzt im Kino.

Xenix Films

«Touch Me Not»

Dieser experimentelle Film, in dem Realität und Fiktion verschmelzen, sorgte bei der Premiere an der Berlinale für wahlweise Kopfschütteln, Empörung oder Flucht aus dem Kinosaal. Die erste Einstellung im Streifen: Schamhaare im Close-up, dann ein Penis.

Unangenehm zum Anschauen ist «Touch Me Not» von der ersten Minute an. Vielleicht erhielt er gerade deswegen den Hauptpreis am Filmfestival. Die rumänische Regisseurin Adina Pintilie erzählt von der Mittfünfzigerin Laura, die Angst vor Intimität und Berührungen hat und Abhilfe für ihr Problem sucht. Sie sieht einem Callboy beim Masturbieren zu, trifft sich mit der Transsexuellen Hanna, die Prostituierte und Therapeutin in einem ist, und versucht, ein verschüttetes Trauma mit einem Sexarbeiter zu lösen.

Porträtiert wird auch der körperlich Schwerstbehinderte Christian, der ganz offen über seine erfüllte Sexualität spricht und sich auch beim Liebesspiel mit seiner Frau filmen lässt. Der grosse Verdienst von «Touch Me Not» ist, dass sich unser Blickwinkel verändert. Wir sehen hängende Brüste und Pobacken, einen schwerbehinderten Menschen, der seinen Körper wirklich zu mögen scheint. Pintilie setzt ein Statement gegen unsere Vorstellung von Körperidealen und regt damit zum Denken an.

Der Trailer zu «Touch Me Not»

«Climax»

Regisseur Gaspar Noé ist der Meister der Provokation. Die minutenlange Vergewaltigungsszene von Monica Bellucci in «Irreversible» gilt als eine der explizitesten und unangenehmsten der Filmgeschichte. In «Love» liess der Argentinier dann seine Protagonisten echten Sex vor der Kamera haben – inklusive Ejakulation in Zeitlupe in die Kamera.

In seinem neuen Film «Climax» ist Sex weniger zentral als Gewalt. Eine Gruppe junger Tänzer trifft sich auf einem isolierten Fabrikgelände zu einer letzten Party. Bis zur Hälfte des Films bewegen sich schöne Körper rhythmisch zur Musik, die Stimmung ist ausgelassen, sexuelle Anziehung hängt in der Luft. Doch als eine Tänzerin die Sangria mit LSD versetzt, beginnt ein wahrer Höllentrip.

Die Tänzer verlieren jegliche Kontrolle. Keiner ist vor anderen oder sich selbst sicher. Je länger der Film dauert, desto unschärfer und verworrener werden die Bilder. Als Zuschauer hat man das Gefühl, selbst in diesem Höllenritt gefangen zu sein. Die Gewalt im Film ist exzessiv und bricht Tabus. Eine Frau etwa ersticht mit einem Messer das eigene Baby im Bauch, ein Bruder vergewaltigt seine Schwester. Ein moderner und energiegeladener Film für alle, die ihn aushalten.

Der Trailer zu «Climax»

«Touch Me Not» läuft im Kino. «Climax» startet am 6. Dezember.

People-Push

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So gehts: Installiere die neuste Version der 20-Minuten-App. Tippe auf dem Startbildschirm rechts oben auf die drei Streifen, dann auf das Zahnrad. Unten bei «Themen» schiebst du den Riegel bei «People» nach rechts – schon läufts.

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