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Mittwochs freiDiese Firma hat ihren Gewinn mit der 4-Tage-Woche verdreifacht

Ein australisches Unternehmen gibt seinen Mitarbeitern jeden Mittwoch frei und zahlt den vollen Lohn. Seither konnte der Umsatz gesteigert werden und die Angestellten sind glücklicher.

von
Barbara Scherer
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Mittwochs arbeitet niemand …

Mittwochs arbeitet niemand …

imago images/photothek
… das hat die australische Digital-Marketingagentur Versa entschieden.

… das hat die australische Digital-Marketingagentur Versa entschieden.

Instagram/Versa
Seit 2018 arbeiten die Mitarbeiter nur noch 4 Tage in der Woche. 

Seit 2018 arbeiten die Mitarbeiter nur noch 4 Tage in der Woche.

Getty Images/Westend61

Darum gehts

  • Ein australisches Unternehmen hat die 4-Tage-Woche eingeführt und den Umsatz gesteigert.

  • Denn die Mitarbeiter sind effizienter.

  • Aber nicht bei allen Firmen funktioniert die verkürzte Arbeitswoche.

Am Mittwoch ist das Büro der Digital-Marketingagentur Versa leer: Das australische Unternehmen gibt seinen Mitarbeitern seit 2018 einen Tag pro Woche frei – bei vollem Gehalt. Dabei hat die Firma seit Einführung der 4-Tage-Woche den Umsatz um 46 Prozent gesteigert und der Gewinn hat sich sogar verdreifacht, wie «BBC» schreibt.

Die Gründerin und Geschäftsführerin Kath Blackham glaubt, dass sie die Umsätze steigern konnte, weil die Mitarbeiter «grossartige Arbeit» leisten. Denn seit die Arbeitswoche verkürzt wurde, müssen die Angestellten deutlich organisierter und effizienter arbeiten, seien dafür aber glücklicher.

So sind Meetings effizienter gestaltet worden. Unnötiges Geschwätze gibt es in der Firma fast nicht mehr: Alle wollen, dass es funktioniert. Denn die Mitarbeiter lieben die neue Flexibilität. Wer den Mittwoch frei haben wolle, bereite sich besser auf die Arbeitswoche vor. Alle zwei Wochen überprüft das Unternehmen ausserdem, was funktioniert hat und was nicht.

Die Firma hat den Mittwoch als freien Tag ausgewählt, damit die Woche in zwei Mini-Zeitabschnitte geteilt wird. Denn Mitarbeiter haben nach dem Wochenende deutlich mehr Energie für die Arbeit. Nun können sie sich Mitte Woche noch einmal erholen, um danach besser zu arbeiten.

4-Tage-Woche ist nicht immer erfolgreich

Das australische Unternehmen ist nicht die erste Firma, die eine 4-Tage-Woche einführt. Ein neuseeländisches Unternehmen änderte 2018 nach einem Test sein Arbeitsmodell ebenfalls. Nicht immer ist die verkürzte Woche zum gleichen Lohn aber ein Erfolg.

Ein Startup in den USA kehrte wieder zur alten Wochenarbeitszeit zurück, weil die Mitarbeiter gestresster waren. Auch sei die Firma laut «BBC» weniger wettbewerbsfähig gewesen. Das Experiment mit Sechs-Stunden-Tagen in einem Pflegeheim in Schweden war ebenfalls erfolglos: Die Personalkosten explodierten, weil mehr Mitarbeiter eingestellt werden mussten.

Anzahl Stunden zählt für die Wertschöpfung

In Japan hat Microsoft die 4-Tage-Woche 2019 getestet. Auch dort stieg die Zufriedenheit und Produktivität der Arbeiter. Die Konjunkturforschungsstelle (KOF) der ETH Zürich gab aber zu bedenken, nur weil die Produktivität der Arbeiter steige, wachse die Wertschöpfung der Firma insgesamt nicht zwingend. Denn je mehr Stunden ein Unternehmen produzieren kann, desto mehr Ertrag entsteht. Das heisst: Schlussendlich zählt die Anzahl Arbeitsstunden.

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84 Kommentare
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sinn vom leben

12.01.2021, 10:25

ist heutzutage das leben noch lebenswert? besteht da ein wert zum leben und geniessen oder ist der wert nur noch zum arbeiten? habt ihr euch mal überlegt was der sinn vom leben ist? morgens um 06:00 aufstehen, 18:00 zuhause, essen, duschen und schon 2h danach wieder ins bett. ein lebewesen hat eine aufgabe und zwar überleben. das geht auch ohne 45h pro woche zu arbeiten, vertraut mir.

Manni der Libero

12.01.2021, 09:27

Lernt einen Beruf bei dem euer persönlicher Anteil an der gesamten Performance der Firma möglichst hoch ist. Dann könnt ihr auch fordern. Bei repetitiven oder manuellen Arbeiten ist das nicht möglich weil in diesen Marktsegmenten die Gewinnmarge je Arbeitskraft viel kleiner ist. Und seht zu das ihr im Export arbeitet, da ist der Ertrag meist höher als im Binnenmarkt. Am Beispiel im Artikel (Digitalmarketing) sieht man wie es geht. Da kann eine einzelne Arbeitskraft eine Menge potentielle Kunden ansprechen und für eine entsprechende Umsatzsteigerung beim Kunden sorgen und das wiederum generiert einen höheren Ertrag. Vor allem wenn dem Zielpublikum eingeredet werden kann das der Konsum eines bestimmten Produktes den eigenen Sozialstatus steigern kann, dann geht die Post richtig ab. Das sieht man auch im Finanzsektor, nicht die Betreuung der kleinen Kunden bringt einen Banker persönlich weiter sondern Aquise und Betreuung grosser institutioneller Anleger, da geht es um Milliarden.

Snuff89

12.01.2021, 09:10

Das würde in der Schweiz nie soweit kommen. Hier hat das liebe Geld und Arbeiten, Arbeiten, Arbeiten Priorität. Ich erinnere mich an die Abstimmung von 5 Wochen Ferien für alle...