02.01.2015 08:56

FreizeitDiese Firmen bieten ab jetzt mehr Ferien

In der Schweiz sind vier bis fünf Wochen Ferien die Regel. Mitarbeitende von Swisscom und Microsoft haben Glück: Sie können 2015 zusätzliche Ferientage kaufen.

von
cls
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Wer hätte nicht gern mehr Ferien? Glücklich, wer bei jenen Firmen wie Microsoft oder Swisscom arbeitet, die ihren Mitarbeitern dies ermöglichen. Dort gehören zusätzliche Ferientage zu einer Work-Life-Balance.

Wer hätte nicht gern mehr Ferien? Glücklich, wer bei jenen Firmen wie Microsoft oder Swisscom arbeitet, die ihren Mitarbeitern dies ermöglichen. Dort gehören zusätzliche Ferientage zu einer Work-Life-Balance.

Keystone/Sebastien Nogier
Und so können die zusätzlichen Ferientage aussehen: Entgegen der allgemeinen Meinung ist es neunmal wahrscheinlicher, dass Reisende ein individuelles Erlebnis einem Verwöhnprogramm vorziehen.

Und so können die zusätzlichen Ferientage aussehen: Entgegen der allgemeinen Meinung ist es neunmal wahrscheinlicher, dass Reisende ein individuelles Erlebnis einem Verwöhnprogramm vorziehen.

Photographer:khunaspix
Spezielle Ferien haben sogar 5 Prozent der Reisenden dazu bewogen, sich zu verloben oder zu heiraten.

Spezielle Ferien haben sogar 5 Prozent der Reisenden dazu bewogen, sich zu verloben oder zu heiraten.

Keystone/AP/Gemunu Amarasinghe

Unbezahlter Urlaub ist grundsätzlich nichts Neues. In vielen Unternehmen kann man zum Beispiel den 13. Monatslohn in Ferien umwandeln.

Manchen Firmen ist dies nicht genug. Sie offerieren ihren Mitarbeitern, zusätzliche Freitage einzukaufen. Manche Unternehmen kommunizieren dies aktiv – etwa die Swisscom. Beim Telekommunikationsgiganten können Angestellte bis zu zwei Wochen zusätzliche Ferien beziehen. «Wir haben gesehen, dass der Ferienkauf für die Mitarbeitenden ein grosses Bedürfnis ist. Eine gute Balance zwischen Arbeit und Freizeit ist Swisscom wichtig und genau darauf zielt dieses neue Angebot ab», so Hans C. Werner, Leiter Group Human Resources bei Swisscom.

Das kann sich durchaus lohnen. Denn die Mitarbeitenden erleiden weniger Einbussen beim Bruttolohn, als wenn sie einen unbezahlten Urlaub nähmen. «Im Gegensatz zum Ferienkauf hat der unbezahlte Urlaub ja Leistungskürzungen zur Folge», sagt Roetz. Das sei beim Ferienkauf eben nicht notwendig. «Einzig der Erfolgsbonus und die AHV-Beiträge werden angepasst, da die vom effektiv ausbezahlten Bruttolohn abhängig sind.»

Gute Work-Life-Balance

Swisscom hat den Pilotversuch 2014 mit 1500 der insgesamt rund 20'000 Swisscom-Angestellten gestartet. Laut Swisscom-Sprecherin Annina Merk haben 130 Personen aus dem Bereich Netz und IT das Angebot genutzt. Sie bezogen rund 900 zusätzliche Feiertage – durchschnittlich 6,9 Ferientage. Ab 2015 steht das Angebot allen Mitarbeitenden zur Verfügung, sagt Merk zu 20 Minuten. Das Angebot der zusätzlichen Ferien gehört nach Aussagen von Swisscom zu einer guten Work-Life-Balance ebenso wie die Möglichkeit für Home-Office.

Bereits seit 2007 bietet Microsoft den Ferienkauf von einer oder zwei Wochen pro Jahr an. Laut Microsoft-Sprecherin Barbara Josef hätten davon 2013 etwas mehr als 10 Prozent der ganzen Belegschaft von 620 Mitarbeiter davon Gebrauch gemacht.

Nicht nur grosse, auch kleinere und nicht ganz so bekannte Unternehmen bieten ihren Firmen zusätzliche Ferientage an. Manche können auch ihren Bonus gegen Ferientage eintauschen.

Radikaler Schritt

Ganz radikale Wege geht der Milliardär Richard Branson, der eine Fluglinie und ein Plattenlabel besitzt. Nachdem ihn seine Tochter auf das völlig flexible Ferienmodell von Netflix aufmerksam gemacht hatte, führte Branson es auch in seinen Firmen ein. Der unkonventionelle Brite erlaubt nun seinen Mitarbeitenden, so viel frei zu nehmen, wann und wie sie wollen.

Einzige Bedingung: Mitarbeitende dürfen freinehmen, «wenn Projekte auf aktuellem Stand sind und eine Abwesenheit dem Geschäft oder der Karriere nicht schadet», schreibt Branson in seinem Blog. «Die festgesetzte Vorstellung, von Montag bis Freitag zu arbeiten, ist veraltet und zunehmend ineffizient», philosophiert Branson weiter. Dabei kommt er zum Schluss: Die 3-Tage-Woche würde gar die Produktivität steigern.

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