Einreisesperre: Diese Firmenbosse treten jetzt gegen Trump an
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EinreisesperreDiese Firmenbosse treten jetzt gegen Trump an

Eine Reihe Chefs von US-Unternehmen verurteilten die von Donald Trump verhängte Einreisesperre als «Geschäftsrisiko». Unter den Kritikern sind Facebook und Airbnb.

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pam
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Aus Protest gegen Donald Trumps Einreisesperre nahm auch Google-Gründer Sergey Brin in San Francisco an einer Demonstration teil.

Aus Protest gegen Donald Trumps Einreisesperre nahm auch Google-Gründer Sergey Brin in San Francisco an einer Demonstration teil.

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Google teilte seinerseits mit: «Wir sind besorgt über die Auswirkungen dieser Massnahme und allen Restriktionen, die verhindern könnten, dass weiterhin Talente in die USA kommen können.» Besonders in der Technologiebranche wächst die Kritik an Trump.

Google teilte seinerseits mit: «Wir sind besorgt über die Auswirkungen dieser Massnahme und allen Restriktionen, die verhindern könnten, dass weiterhin Talente in die USA kommen können.» Besonders in der Technologiebranche wächst die Kritik an Trump.

Tony Avelar
Auch der CEO von Airbnb, Brian Chesky, verurteilte Trumps Einreisesperre: «Offene Türen bringen die USA zusammen, diese zu schliessen dividiert das Land weiter auseinander.»

Auch der CEO von Airbnb, Brian Chesky, verurteilte Trumps Einreisesperre: «Offene Türen bringen die USA zusammen, diese zu schliessen dividiert das Land weiter auseinander.»

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«America first»: Unter diesem Motto will der US-Präsident Donald Trump auch die Wirtschaft umbauen, etwa mit Strafzöllen auf ausländische Produkte. Während die US-Firmenchefs diese Attacken auf den freien Welthandel bisher hingenommen haben, löst die Einreisesperre für sieben muslimische Länder jetzt auch unter CEOs heftige Reaktionen aus – besonders in der Technologiebranche, die auf hochqualifizierte Mitarbeiter aus der ganzen Welt setzt.

«Wir sind besorgt über die Auswirkungen dieser Massnahme und aller Restriktionen, die verhindern könnten, dass weiterhin Talente in die USA kommen können», teilte Google mit. Man werde dieser Sicht auf diese Entscheidungen in Washington Gehör verschaffen. Google-Gründer Sergey Brin nahm gar am Flughafen San Francisco spontan an einer Demonstration teil. «Ich bin hier, weil ich ein Flüchtling bin», so Brin.

«Eine sehr traurige Woche»

Auch der CEO von Airbnb, Brian Chesky, übte Kritik an Trumps Einreisebann: «Offene Türen bringen die USA zusammen, diese zu schliessen, dividiert das Land weiter auseinander.» Noch weiter geht die Kritik von Dropbox-CEO Drew Houston:

«Massnahmen, die die Schwächsten betreffen, sind unamerikanisch.» Netflix-CEO Reed Hastings schlägt in dieselbe Kerbe: «Durch Hass und den Verlust von Verbündeten wird Amerika unsicherer. Eine sehr traurige Woche.» Linkedin-CEO Jeff Weiner verweist auch auf den Umstand, dass 40 Prozent der grössten 500 US-Firmen von Immigranten gegründet wurden.

Potenzielles Risiko für die Finanzindustrie

Aber nicht nur im Silicon Valley, sondern auch in der Finanzindustrie regt sich Widerstand. «Das ist keine Politik, die wir unterstützen», erklärte Lloyd Blankfein, Chef der mächtigen US-Investmentbank Goldman Sachs. Er erkenne in der Einreisesperre ein potenzielles Risiko für die Firma, «insbesondere für einige unserer Leute und ihre Familien».

Doch die CEOs üben nicht nur Kritik, sie handeln auch. Airbnb etwa kündigte an, dass man Gratis-Unterkünfte für gestrandete Einreisende anbieten werde. Und Google teilte mit, dass man vier Millionen Dollar an Organisationen spenden werde, die sich für die Rechte von Immigranten einsetzen. Starbucks-Gründer Howard Schulz kündigte am Wochenende in einem Brief an seine Mitarbeiter gar ein Gegenprogramm zu Trumps Politik an. Schultz will demnach in den kommenden fünf Jahren 10'000 Flüchtlinge anstellen.

Demonstration am Flughafen San Francisco gegen Trumps Einreisesperre. Quelle: Leser-Reporter

Trump-Proste in San Francisco

Trump trifft am Dienstag Novartis-Chef

Trump trifft am Dienstag Novartis-Chef

US-Präsident Donald Trump setzt sich nach Angaben von Novartis mit Vertretern der von ihm scharf kritisierten Pharmaindustrie zusammen. Konzernchef Joe Jimenez werde Trump am Dienstag im Weissen Haus treffen. An dem Treffen würden auch die Chefs anderer Arzneimittelhersteller des Branchenverbands Pharma teilnehmen, zu dessen Präsident Jimenez gewählt wurde, wie der Pharmakonzern am Dienstag mitteilte. Jimenez hatte vergangene Woche gesagt, er wolle Trump treffen. Der Republikaner hatte die Branche Mitte Januar scharf kritisiert und ihr vorgeworfen, bei Preisforderungen «über Leichen» zu gehen. Betreffend der Auswirkungen der von Trump verhängten Einreisestopps für Bürger mehrerer muslimischer Länder, wollte sich Novartis am Montag nicht äussern. Selbst auf die Frage, ob bereits Novartis-Mitarbeiter auf US-Reisen betroffen seien, macht das Pharmaunternehmen gegenüber keine Aussagen.

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