Scharfe Sanktion – Das bedeutet Russlands Ausschluss aus dem Zahlungssystem Swift

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Scharfe SanktionDas bedeutet Russlands Ausschluss aus dem Zahlungssystem Swift

USA und Europäer schliessen russische Banken aus Swift aus. Doch was ist Swift überhaupt und welche Rolle spielt das System für die Schweiz?

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USA und Europäer schliessen russische Banken aus Swift aus.

USA und Europäer schliessen russische Banken aus Swift aus.

AFP
Seit Beginn der Invasion wurde ein Ausschluss Russlands vom Informationssystem Swift immer wieder thematisiert.

Seit Beginn der Invasion wurde ein Ausschluss Russlands vom Informationssystem Swift immer wieder thematisiert.

REUTERS
Während die USA dafür ist, fürchtet Deutschland mit dem Ausschluss einen Exportstopp von russischem Gas.

Während die USA dafür ist, fürchtet Deutschland mit dem Ausschluss einen Exportstopp von russischem Gas.

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Darum gehts

Als Reaktion auf die fortgesetzten Angriffe Russlands in der Ukraine haben die westlichen Verbündeten den Ausschluss russischer Banken aus dem internationalen Zahlungssystem Swift und weitere Sanktionen unter anderem gegen die russische Zentralbank beschlossen. Das teilte der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Hebestreit, am Samstagabend in Berlin mit. Die Beschlüsse wurden demnach von den USA, Frankreich, Kanada, Italien, Grossbritannien, der EU-Kommission und Deutschland getroffen.

Weitreichende Konsequenzen

Ein Ausschluss aus dem System kann für die betroffenen Staaten schwerwiegende Folgen haben: Der erschwerte Zugang zum internationalen Finanzmarkt verlangsamt Zahlungs- und Warenströme oder verhindert sie sogar ganz. Für Unternehmen, die Geschäfte im sanktionierten Land betreiben, entstehen enorme Kosten und möglicherweise hohe Kreditausfälle. So wird die Wirtschaft des sanktionierten Landes hart getroffen. Doch auch die ausländischen Firmen, die vor Ort tätig sind, nehmen Schaden.

Die Forderungen nach einem Swift-Ausschluss Russlands sind nicht neu: Bereits nach der Annexion der Krim im Jahr 2014 wurde der Schritt in Erwägung gezogen. Schon damals bestand aber die Sorge, dass Russland sich weiter abschotten und sich beispielsweise enger an China binden könnte.

Russland und China mit eigenen Systemen

Beide Staaten haben bereits eigene Zahlungssysteme aufgebaut, um sich von Swift unabhängig zu machen. Das Russische System for Transfer of Financial Messages (SPFS) verbindet zwar erst rund 400 fast ausschliesslich russische Banken. Ein Ausschluss aus dem Swift-Verfahren dürfte dieser Initiative aber neue Dringlichkeit verleihen.

Swift («Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication») ist kein Zahlungsverkehrssystem, sondern ein internationales Netzwerk zum Austausch elektronischer Informationen. Jeder an das System angeschlossene Teilnehmer hat eine eigene Swift-Adresse, den Bank Identifier Code, kurz BIC. Anhand dieser internationalen Bankleitzahl sind Kreditinstitute eindeutig identifizierbar.

Auch in der Schweiz hat die genossenschaftlich organisierte Firma, die weltweit rund 2200 Mitarbeitende beschäftigt, ein Rechenzentrum. Der Standort in Diessenhofen (TG) ist gemäss dem «Tages-Anzeiger» die Folge eines politischen Zwists zwischen der EU und den USA. Über Jahre werteten Ermittler aus den Vereinigten Staaten die Transaktionen praktisch unkontrolliert aus, was der Europäischen Union ein Dorn im Auge war. Deshalb wurde 2013 mit dem Bau des rund 100 Millionen Franken teuren Rechenzentrums nahe am Rhein begonnen.

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(AFP/bho)

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