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FrankreichDiese Folterbilder sollen Assad zu Fall bringen

Ein Fotograf mit dem Pseudonym «Caesar» schmuggelte 55'000 Aufnahmen aus Syrien. Diese sollen Kriegsverbrechen beweisen. Frankreich leitete Untersuchungen ein.

von
chk
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CNN und der «Guardian» brachten die Story im Januar 2014 exklusiv: Ein Team von Spezialisten unter der Leitung eines Ex-Chefanklägers des Kriegsverbrechertribunals untersuchte Tausende Fotos, die Angehörige von Assads Truppen von getöteten Gefangenen gemacht hatten.

CNN und der «Guardian» brachten die Story im Januar 2014 exklusiv: Ein Team von Spezialisten unter der Leitung eines Ex-Chefanklägers des Kriegsverbrechertribunals untersuchte Tausende Fotos, die Angehörige von Assads Truppen von getöteten Gefangenen gemacht hatten.

Screenshot CNN
Ein Grossteil der Fotos stammt von «Caesar» - einem Überläufer, der als Fotograf bei Assads Truppen arbeitete. Sein Job bestand unter anderem darin, die getöteten Gefangenen zu dokumentieren.

Ein Grossteil der Fotos stammt von «Caesar» - einem Überläufer, der als Fotograf bei Assads Truppen arbeitete. Sein Job bestand unter anderem darin, die getöteten Gefangenen zu dokumentieren.

Screenshot CNN
Die Leitung des Teams hat der frühere Chefankläger des Kriegsverbrechertribunals für Sierra Leone, Desmond de Silva.

Die Leitung des Teams hat der frühere Chefankläger des Kriegsverbrechertribunals für Sierra Leone, Desmond de Silva.

Screenshot CNN

Frankreich hat Ermittlungen wegen Kriegsverbrechen gegen die syrische Regierung von Präsident Bashar al-Assad eingeleitet. Die Pariser Staatsanwaltschaft habe nach Hinweisen aus dem Aussenministerium am 15. September vorläufige Ermittlungen gestartet, verlautete am Dienstagabend aus Justizkreisen und diplomatischen Quellen.

Grundlage sind Aussagen und Fotos eines «Caesar» genannten früheren Fotografen der syrischen Militärpolizei, der im Juli 2013 aus dem Bürgerkriegsland geflüchtet war.

Die strafrechtlichen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft konzentrieren sich auf mutmassliche Verbrechen aus der Zeit von 2011 bis 2013. «Caesar» hatte sich im Juli 2013 aus Damaskus abgesetzt und dabei 55'000 Fotos mitgebracht, die zahllose Leichen mit Folterspuren zeigen sollen.

«Es ist unsere Verantwortung, gegen die Straflosigkeit vorzugehen», sagte Frankreichs Aussenminister Laurent Fabius am Rande der UNO-Vollversammlung in New York. Staatschef François Hollande hatte dort zuvor klargemacht, dass er sich keinen Ausweg aus dem syrischen Bürgerkrieg mit Assad an der Macht vorstellen könne.

Der Bürgerkrieg in Syrien begann im Jahr 2011, nachdem Assad zunächst friedliche Proteste für mehr Demokratie blutig niederschlagen liess. In dem Konflikt sind nach UNO-Schätzungen inzwischen eine Viertelmillion Menschen getötet worden, Millionen ergriffen die Flucht. (chk/afp)

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