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Wigoltingen TGDiese Frau begeistert auf Insta mit ihren Kochkünsten Zehntausende

Shahinaz Bilal (57) hat auf Instagram fast 50’000 Abonnenten. Auf ihrem Profil postet die Frau aus Syrien viele selbst gekochte Gerichte aus ihrer Heimat. Kochen ist ihre grosse Leidenschaft.

von
Adriel Monostori

Shahinaz Bilal (57) kocht typische Gerichte aus ihrer Heimat Syrien in ihrer Küche in Wigoltingen TG.

Adriel Monostori

Darum gehts

  • Shahinaz Bilal flüchtete vor fünf Jahren aus Syrien in die Schweiz.

  • In Wigoltingen TG kocht sie Gerichte aus ihrer Heimat und postet sie auf Instagram.

  • So wurde die 57-Jährige zur Influencerin und hat aktuell fast 50’000 Abonnenten.

  • Sie lässt sich auch von der Schweizer Küche inspirieren.

Vor rund fünf Jahren kam Shahinaz Bilal in Wigoltingen TG an. Dort lebt die Kurdin mit einem Teil ihrer Familie in einer Wohnung. Aus dieser Wohnung wurde die 57-Jährige eine Influencerin. Sie hat auf Instagram über 46’000 Abonnenten. Auf ihrem Account postet die Frau aus Syrien aufwendige Gerichte. «Ich koche Gerichte aus meiner Heimat, lasse mich auch von der Schweizer Küche inspirieren», sagt Bilal. Die meisten Rezepte sind auf Arabisch, mit einigen Ausnahmen, die auf Deutsch sind. «Ich möchte in Zukunft noch mehr auf Deutsch machen», sagt sie.

Bilal kommt aus der Stadt Afrin (SYR). Mit ihrer Familie wohnte sie in der Stadt Aleppo (SYR). Dort lebte sie mit ihrem Mann und ihren sechs Kindern. Vor einigen Jahren brach in der Region der Krieg aus. Da sie Kurden sind, entschieden sie sich dafür ihre Heimat zu verlassen und zu flüchten. «In die Schweiz kamen wir, weil wir das Land von Geschäftsreisen her kannten», sagt Bilal.

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Shahinaz Bilal (57) postet auf Instagram Bilder von Gerichten aus ihrer Heimat.

Shahinaz Bilal (57) postet auf Instagram Bilder von Gerichten aus ihrer Heimat.

Adriel Monostori
Sie kommt ursprünglich aus Syrien und wohnt jetzt in Wigoltingen TG.

Sie kommt ursprünglich aus Syrien und wohnt jetzt in Wigoltingen TG.

Adriel Monostori
Der Krieg und ihre kurdische Herkunft zwangen ihre Familie und sie zur Flucht.

Der Krieg und ihre kurdische Herkunft zwangen ihre Familie und sie zur Flucht.

Adriel Monostori

Ein kreatives Hobby

Die Instagram-Posts seien das perfekte Hobby für sie, meint Bilal: «Ich liebe es zu kochen, fotografieren und zu dekorieren.» Angefangen hat auch sie in kleinem Rahmen. «Zuerst hatte ich einen privaten Account. Dort habe ich jeweils, für die Leute, die mich kennen, Rezepte gepostet», sagt die 57-Jährige. Dies habe den Leuten gefallen. «Nachdem ich den Account öffentlich gemacht habe, habe ich noch mehr positive Rückmeldungen bekommen», sagt Bilal.

«Eine Frau, die im arabischen Raum berühmt ist, hat mich auf Instagram gefunden und ihren Leuten empfohlen», sagt sie zu der eher hohen Zahl Abonnenten. Zusätzlich hat Bilal einen Foto-Wettbewerb im Libanon gewonnen. So habe sie sich eine grosse Community zulegen können. «Ich möchte den Leuten meine Erfahrungen weitergeben und vor allem den jungen Leuten die Kochrezepte näher bringen», sagt sie. Dabei sieht sie sich selber als eine Art Influencerin: «Durch die Reichweite stellen mir viele Leute f

Fragen. Ich bekomme auch sehr viel Lob».

Schweizer Gericht auf Arabisch

Die sechsfache Mutter kocht jeweils für ihre Familie – zwei Kinder wohnen noch zuhause. «Meine Familie schätzt es sehr, dass ich so viel Mühe investiere», sagt sie. Nicht alles aus der Heimat treffe jedoch den Geschmack ihrer Kinder. «Einige meiner Kinder mögen Auberginen und Zucchetti nicht», sagt Bilal. Nicht immer kocht Bilal traditionelle Gerichte aus Syrien. «Ich mache oft auch Pizza oder Pasta», sagt sie.

Schon seit fünf Jahren lebt die Familie nun in der Schweiz. In der Region freundeten sie sich mit vielen Leuten an. «Manchmal laden uns die Leute ein und kochen typisch schweizerisch», sagt die leidenschaftliche Köchin. Dabei versucht Bilal etwas mitzunehmen. «Wenn mir etwas gefällt, dann lerne ich das Rezept und koche es später zuhause selbst nach.» Auch auf Instagram hat sie bereits Schweizer Gerichte gepostet und die Rezepte für ihre Community auf Arabisch verfasst. «An Weihnachten wollte ich eigentlich Chräbeli backen. Ich bin aber nicht dazu gekommen. Vielleicht schaffe ich es dieses Jahr.»

Hast du oder jemand, den du kennst, eine Essstörung?

Hier findest du Hilfe:

Pro Juventute, Tel. 147

Elternberatung, Tel. 058 261 61 61

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