Cape Epic: Diese Frau ist übernatürlich
Aktualisiert

Cape EpicDiese Frau ist übernatürlich

Die 4. Etappe des Cape Epic ist für das Team Stiftung Wädlitest geschafft. Glücklicherweise konnte auch Viviane wieder mitfahren – und stampfte alles in Grund und Boden.

von
Reto Fehr
Südafrika

Wir beginnen wieder mit einem Hinweis zur GoPro-Kamera. Denn auch heute gibt's keine Videos oder Bilder. Schuld ist im Gegensatz zur 3. Etappe aber nicht die Kamera, sondern ich. Nach dem Hitzetag war ich einfach zu müde, um mich noch um die Reparatur zu kümmern. Versprochen allerdings: Morgen gibt's Videos. Und da die 5. Etappe von den Organisatoren als «Bonus-Tag» und «great fun» gelobt wird, könnte es ziemlich spannende Bilder geben. Die «nur» 75 Kilometer beinhalten so viele Singletracks, wie es das Cape Epic in einer einzigen Etappe noch nie gesehen hat.

Doch erst zur 4. Etappe, welche mit 120 Kilometern die zweitlängste war. Viviane erhielt glücklicherweise am frühen Morgen das «Okay» vom Arzt, die Übelkeit und das Fieber waren weg. Und anscheinend hatte sie den Tag besser verdaut als alle anderen im Feld – oder dann hat sie irgendwo übernatürliche Kräfte versteckt. Da wir jetzt nicht mehr als Team in der Rangliste geführt werden, müssen wir uns auch nicht mehr an die höchstens zwei Minuten Abstand halten. So erreichte meine Teampartnerin Waterpoint 1 nach gut 40 Kilometern rund eine halbe Stunde vor mir.

Der Schnellzug zum Pass hoch

Im weiteren Verlauf der Etappe zog und schob sie mich immer wieder, als wäre sie nie krank gewesen. Beim 16 Kilometer langen Aufstieg zum Bain's Kloof Pass im zweiten Streckendrittel führte sie fast alleine eine grosse Gruppe in hohen Tempo den Berg hoch – natürlich meist gleichzeitig mich schiebend. Den Herren um uns herum fielen fast die Augen aus dem Kopf und im Ziel fasste ein Mitfahrer passend zusammen: «Vielen Dank, ich hatte noch nie in meinem Leben so eine gute Tempomacherin.»

So erreichten wir das Ziel – für einmal ohne böse Nebenwirkungen oder grössere Beschwerden - in Wellington 70 Minuten vor Kontrollschluss total entspannt. Es fehlen noch drei Etappen, um auf der «Champs-Elysées des Mountainbikesports» in Lourenford anzukommen. Das Livetracking der 5. Etappe gibt es am Freitag ab 7.30 Uhr Schweizer Zeit hier!

Kap der Leiden

20-Minuten-Online-Sportchef Reto Fehr bestreitet mit seiner Teamkollegin das Cape Epic, das härteste Mountainbike-Etappenrennen der Welt, im März 2013 in der Region von Kapstadt (Südafrika). Seit Juni berichten wir in einer losen Serie von den Fortschritten sowie den Freuden und Leiden im Trainingsalltag. Zur Unterstützung können wir auf die Tipps von Ochsner Sport Coach Urs Gerig zählen. Hier gehts zur Facebook-Seite des Sport Coaches.

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