Kampf gegen Krebs: Diese Frauen sind schön – trotz Brust-Amputation
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Kampf gegen KrebsDiese Frauen sind schön – trotz Brust-Amputation

Braucht eine Frau zwei Brüste, um feminin und sexy zu sein? Nein, sagen zehn Frauen, die den Krebs besiegt haben. Sie posieren in Badekleidern, die nur eine Brust bedecken.

von
Yolanda Di Mambro

Weltweit erkranken 14 Millionen Menschen pro Jahr neu an Krebs. Tendenz steigend. 2030 könnte es gemäss Welt-Krebsbericht 2014 der WHO (Weltgesundheitsorganisation) doppelt so viele Krebskranke geben. Gemäss WHO steigt auch die Zahl der weltweiten Todesfälle infolge Krebs. Während 2012 zirka 8,2 Millionen Menschen an Krebs starben, könnte die Zahl in den nächsten 20 Jahren auf 13 Millionen Todesfälle pro Jahr steigen.

Trotz dieser alarmierenden Zahlen und düsteren Prognosen ist Krebs in unserer Gesellschaft noch weitgehend ein Tabu. Oft wird die Krankheit nur unter Betroffenen und in medizinischen Kreisen eingehend thematisiert. In der Presse beschränkt sich die Berichterstattung über Krebs auf Statistiken, wenn die WHO oder Krebsligen Berichte veröffentlichen. Eine «Vogue» oder «Elle», die krebskranken Frauen Schmink-Tipps gibt oder das Thema Haarausfall thematisiert und Lösungen aufzeigt? Undenkbar. Das passt nicht in unsere nach Perfektion strebende Gesellschaft, die sich lieber mit den Beauty-Geheimnissen von Angelina Jolie, der Po-Form von Kim Kardashian und der Bikini-Figur von Gisele Bündchen befasst.

Bikinis, die nur eine Brust bedecken

Fashion und Beauty sind jedoch weder eine Erfindung der «Vogue» noch der nach Perfektion strebenden Gesellschaft, sondern liegen für manche im Auge des Betrachters. Diese Ansicht vertritt auch eine Gruppe von Designern und Models, die vor wenigen Tagen in Finnland das Projekt Monokini 2.0 lanciert haben. In einer Fotoserie präsentieren sich zehn Frauen, die sich nach der Krebserkrankung eine Brust entfernen lassen mussten. Sie tragen Bikini oder Badekleid und zeigen sich selbstbewusst. Dabei handelt es sich jedoch nicht um Bademode von H&M, Zalando oder Beldona, sondern um Bademode, die für Frauen mit einer Brust designt wurde. Zehn finnische Designer entwarfen je ein Stück und liessen dabei ihrer Kreativität freien Lauf.

«Das ist das bemerkenswerteste Projekt, das ich je gesehen habe», erklärt Reetta, die in einer Kreation aus blauen Fäden und Schnüren posiert hat. «Frauen, die sich einer Mastektomie unterzogen haben, müssen nicht als traurige Frauen gezeigt werden. Ich bin stolz darauf, Teil des Projekts zu sein.»

«Ich will mich nicht verstecken»

Die Fotoserie ist unter Bloggern ein Hit. Sie loben den Mut der Amateur-Models und stellen erstaunt fest, dass Frauen mit nur einer Brust feminin und sexy sein können. Die finnischen Models freuts, denn sie möchten Frauen, die sich einer Mastektomie unterzogen haben, Mut machen. Elina, die beim Shooting einen sexy Zweiteiler in Orange und Schwarz trug, meint dazu: «Ich will mich nicht verstecken. Ich will nicht aufhören zu schwimmen. Ich will keine aufwändigen Brust-Operationen und ich will auch nicht gezwungen sein, am Strand eine unbequeme Brustprothese zu tragen. Ich will frei und aktiv sein – wie vor meiner Krebserkrankung.»

Marjaana, die in einem tief ausgeschnittenen schwarzen Strandkleid posierte, erklärt ihre Lebensphilosophie wie folgt: «Der Krebs hat mir eine Brust weggenommen und Löcher in meinen Knochen verursacht. Das ist alles. Doch ich lasse nicht zu, dass der Krebs in meinen Kopf eindringt und all das Wertvolle in mir stiehlt.»

Das Frauen-Power-Team von Monokini 2.0 stellt sein Crowdfunding-Projekt vor (Video: Youtube, Tärähtäneet Ämmät)

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