Swiss Arctic Project: Diese fünf Abenteurer gehen in die Arktis
Aktualisiert

Swiss Arctic ProjectDiese fünf Abenteurer gehen in die Arktis

Über 380 Personen aus der ganzen Schweiz kämpften darum, in die Arktis mitreisen zu dürfen. Wir stellen dir die Gewinner vor.

von
D. Krähenbühl

Sie ist dabei: Tessa Viglezio (21) aus Lugano vertritt den Tessin beim Swiss Arctic Project.

Über tausend Bewerbungen aus der ganzen Schweiz sind für den «coolsten Ferienjob der Welt» eingegangen; die Teilnahme an einer Reise in die Arktis, um die Auswirkungen des Klimawandels hautnah mitzuerleben und darüber zu berichten. 380 Bewerber haben sich schliesslich dem Online-Voting gestellt wobei rund 150'000 Stimmen abgegeben wurden. Nach einem nervenaufreibenden Casting mit 12 Teilnehmern steht nun fest, welche fünf Schweizer im kommenden Juli an der Klima-Expedition teilnehmen dürfen.

«Es hat mich sehr berührt, dass sich so viele für den Klimaschutz engagierte Jugendliche mitgemacht haben», sagt der Kameramann und Expeditionsleiter Charles Michel. Es ärgere ihn, dass nicht mehr Personen auf die Expedition mitkommen können, denn alle Teilnehmer im Casting hätten es verdient: «Nächstes Jahr muss ich mir wohl ein grösseres Schiff kaufen.»

Während dem Casting haben wir mit allen Teilnehmern gesprochen. Nun stellen wir euch die Gewinner vor:

Janine Wetter, 21, Fehraltdorf (ZH): «In den letzten Wochen erhielt ich wunderschöne Rückmeldungen»

Janine Wetter Swiss Arctic Project

«Ich studiere Umweltnaturwissenschaften an der ETH Zürich. Als ich 16 war, habe ich eine Expedition in die Antarktis gemacht, um einen Dokumentarfilm über den Klimawandel und die Auswirkungen auf die Pinguine zu drehen. Das Projekt ist super, weil man jungen Personen die Auswirkungen des Klimawandels hautnah aufzeigen kann.

So sieht man, was passiert, wenn wir so weitermachen wie bisher. Darum halte ich auch Vorträge über die Auswirkungen des Klimawandels. Ich finde wichtig, dass man das den Leuten persönlich mitteilt. Und die schönen Feedbacks, die ich alleine in den letzten Wochen erhalten habe, motivieren mich zum weitermachen. Ich freue mich, diese Botschaft des Projekts zu weiterzugeben.»

Jasmin Huser, 20, Rapperswil-Jona (SG): « Es haben sich jetzt Leute gemeldet, von denen ich ewigs nichts gehört habe»

Jasmin Huser Swiss Arctic Project

«Ich studiere Jura an der HSG St. Gallen. Ich bin die Kandidatin von Virgin-Radio und werde auf der Expedition für sie berichten. Als ich vom Projekt hörte, musste ich mich einfach anmelden. Meine Familie und Freunde waren ganz begeistert, als sich herausstellte, dass ich an der Expedition dabei sein darf. Es haben sich jetzt auch Leute gemeldet, von denen ich ewigs nichts gehört habe. Bei mir selbst achte ich auf Kleinigkeiten, die eigentlich jeder machen sollte wie kurz zu duschen und den Abfall zu trennen.

Auf die Arktis-Expedition wollte ich unbedingt mitgehen, da der Klimawandel – besonders in meiner Generation – noch zu wenig diskutiert wird. Das Projekt ist eine riesige Gelegenheit, um allen zu zeigen: Umweltschutz kann auch sexy sein! Besonders freue ich mich auf die Interaktion mit den Forschern vor Ort und natürlich auch das ganze Gebiet rund um Spitzbergen zu entdecken.»

Joëlle Perreten, 22 , Bussigny (VD): «Es ist eine unglaubliche Ehre, vor Ort reisen zu können»

Joëlle Perreten Swiss Arctic Project

«Ich studiere Umweltingenieurwissenschaften an der EPFL in Lausanne. Für das Projekt habe ich mich beworben, weil zwar viele Leute wissen, dass es den Klimawandel gibt, selber aber noch gar nichts dagegen tun. Ich studiere nicht nur Umweltingenieurwissenschaften, sondern lebe es von ganzem Herzen: Ich fahre beispielsweise jeden Tag mit dem Velo zur Uni und ernähre mich vegan.

Schon klar, dass ich jetzt im Casting nervös bin, ich will diese Botschaft aber wirklich den Leuten vermitteln. Und man muss nicht nervös sein, um etwas für die Natur zu machen. Ich würde mich unglaublich freuen, an einen Ort reisen zu können, den ich schon jahrelang erforscht habe. Schon seit ich klein bin, interessiere ich mich für das Klima, Klimatologie und Glaziologie. Bisher hatte ich die Möglichkeit, mit Satellitendaten zu arbeiten. Es ist allerdings eine unglaubliche Ehre, persönlich vor Ort reisen zu dürfen.»

Antoine Carron, 19, Fully (VS): «Der Abenteurer Bertrand Piccard wünschte mir viel Glück!»

Antoine Carron Swiss Arctic Project

«Ich wohne im Kanton Wallis und gehe momentan noch ins Gymnasium. Danach will ich aber ein Studium im Bereich Naturwissenschaften absolvieren. Das Swiss Arctic Project hat mich angesprochen, weil man selber viel über den Klimawandel erfahren kann und gleichzeitig auch gleichaltrige Personen erreicht, die man über das Thema informieren kann. Ich bin extrem motiviert, repräsentiere zumindest einen Teil der Romandie – und ich liebe die Natur einfach. Letztes Jahr wanderte ich zum Beispiel während 16 Tagen ohne jedweden Kontakt mit anderen Menschen 500 Kilometer durch die Wildnis Islands.

Meine Familie und Freunde freuen sich, dass ich am Projekt teilnehmen will und sprachen mir für das Casting auch Mut zu. Ihnen habe ich zu verdanken, dass ich heute hier stehe. Auch einige Prominente wie Bertrand Piccard wünschten mir Glück! Wenn ich auf die Expedition mitkommen kann, freue ich mich vor allem auf die angeregten Diskussionen über den Klimawandel und -schutz mit anderen Jugendlichen. Die Möglichkeit, andere Jugendliche während dem Projekt informieren zu können, spielt natürlich auch eine grosse Rolle.»

Tessa Viglezio, 21, Lugano (TI): «Ich will den ganzen Kanton Tessin vertreten»

Tessa Viglezio Swiss Arctic Project

«Ich komme aus Lugano, studiere seit zwei Jahren aber Biologie in Neuenburg. Meine Familie, die immer noch in Lugano wohnt, kam extra für das Casting mit nach Zürich. Ich bin ein grosser Tierfreund und will später Zoologin werden. Im Projekt will ich mich hauptsächlich auf die Auswirkungen des Klimawandels auf die Tierwelt konzentrieren. Da ich als einzige Tessinerin dabei bin, will ich auch wirklich eine Vertretung für den ganzen Kanton sein und die ganze italienischsprachige Schweiz auf die Konsequenzen des Klimawandels aufmerksam machen.»

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