Unnötige Behandlungen: Diese fünf Fragen müssen Sie Ihrem Arzt stellen
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Unnötige BehandlungenDiese fünf Fragen müssen Sie Ihrem Arzt stellen

Bevor man sich beim Arztbesuch für eine Behandlung entscheidet, sollte man erst ein paar Fragen stellen. So vermeidet man unnötige medizinische Massnahmen.

von
rkn
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Laut der Stiftung für Konsumentenschutz sollten Patienten ihre Ärzte immer nach anderen möglichen Behandlungen und Untersuchungen fragen.

Laut der Stiftung für Konsumentenschutz sollten Patienten ihre Ärzte immer nach anderen möglichen Behandlungen und Untersuchungen fragen.

Keystone/Christian Beutler
Auch sollte man abklären, was für Vor- und Nachteile Behandlungen oder Medikamente haben können.

Auch sollte man abklären, was für Vor- und Nachteile Behandlungen oder Medikamente haben können.

Keystone/Gaetan Bally
Und natürlich, wie wahrscheinlich es überhaupt ist, dass diese Vor- und Nachteile eintreten.

Und natürlich, wie wahrscheinlich es überhaupt ist, dass diese Vor- und Nachteile eintreten.

Keystone/Christian Beutler

Nicht jede Behandlung bringt auch etwas: Schätzungen zufolge sind bis zu 30 Prozent der in der Schweiz durchgeführten medizinischen Massnahmen unnötig, wie die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) schreibt. Darum sollen Patienten sicherstellen, dass sie vor dem Entscheid über eine Behandlung oder Untersuchung alle wichtigen Informationen haben.

Patienten könnten gar nicht zu viel fragen, schreibt die SKS. So sieht es auch der Ärzteverband FMH: «Wir unterstützen alle Bestrebungen, welche Patientinnen und Patienten in ihrer Kompetenz stärken», sagt Sprecherin Mirjam Benaiah-Olstein zu 20 Minuten. Schliesslich hätten Ärzte eine Aufklärungspflicht. Wer Fragen hat, soll diese schriftlich vorbereiten, da im Stress schnell etwas vergessen gehe.

Bei der SKS heisst es zudem, dass man dem Arzt grundsätzlich diese fünf Fragen stellen soll:

Gibt es andere mögliche Behandlungen oder Untersuchungen?

Die Antwort auf diese Frage sei fast immer ja, schreibt die SKS. Darum müsse man die verschiedenen Möglichkeiten mit dem Arzt besprechen. Nur so könne der Patient gemeinsam mit dem Experten entscheiden, welche Behandlung in der persönlichen Situation am sinnvollsten sei.

Wurden Sie auch schon unnötig behandelt oder mussten Sie Medikamente schlucken, die überhaupt nichts gebracht haben? Bereuten Sie es im Nachhinein, dass Sie bestimmten medizinischen Massnahmen zugestimmt haben? Erzählen Sie uns von Ihrem Erlebnis:

Was sind die Vor- und Nachteile der Therapie?

Dass Medikamente Nebenwirkungen haben können und auch bei Behandlungen etwas schiefgehen kann, weiss man grundsätzlich schon. Was im konkreten Fall für Probleme auftreten können, müssen Patienten aber oft erfragen. Eine fundierte Entscheidung setzt Kenntnis der möglichen Auswirkungen – ob gewünscht oder unerwünscht – voraus.

Wie wahrscheinlich ist es, dass die Vor- und Nachteile eintreten?

Wichtig ist nicht nur, welche Auswirkungen eine Massnahme haben kann, sondern auch, ob sie mit grosser Wahrscheinlichkeit oder nur in sehr seltenen Fällen eintreten. Wenn ein Medikament etwa zu zusätzlichen Beschwerden führen kann, was aber nur extrem selten vorkommt, ist man vielleicht eher bereit, das Risiko einzugehen, – zumindest wenn die Erfolgsrate des Heilmittels sehr hoch ist.

Was passiert, wenn ich auf die Behandlung verzichte?

Oft könne man bedenkenlos etwas zuwarten und die Entwicklung beobachten, schreibt die SKS. Denn manche Beschwerden würden mit der Zeit von selber verschwinden oder auch trotz Behandlung bestehen bleiben. Darum ist es sinnvoll, mit dem Arzt abzuklären, was die Folgen wären, wenn man erst mal auf Massnahmen verzichtet.

Was kann ich selbst zu meiner Gesundheit beitragen?

Viele Patienten besuchen den Arzt, weil sie sich zur Linderung von Beschwerden medizinische Massnahmen oder Medikamente erhoffen. Das ist aber nicht immer der einzige Weg, die Genesung zu unterstützen. Der Arzt kann Patienten auch Tipps geben, wie sie selbst im Alltag dazu beitragen können.

Ein Kärtli für den Arztbesuch

Damit man beim Arztbesuch an die fünf Fragen denkt, bietet die Stiftung für Konsumentenschutz eine spezielle Karte an. Darauf sind die Fragen abgedruckt. Das Kärtli hat Kreditkartenformat. Zusätzlich zu dieser Gedankenstütze sollen sich Patienten aber auch noch selbst im Vorfeld überlegen und notieren, welche Fragen sie zusätzlich stellen wollen.

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