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Unterschätzte RisikenDiese fünf Szenarien bedrohen unsere Existenz

Alles andere als rosig – so zeichnen die Vereinten Nationen die Zukunft unserer Erde.

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Laut der UNO droht unserer Erde in Zukunft Ungemach. Das geht aus dem «Frontiers 2018/2019»-Bericht hervor. Konkret sind es fünf Umweltprobleme, die den Verantwortlichen Sorgen bereiten.

Laut der UNO droht unserer Erde in Zukunft Ungemach. Das geht aus dem «Frontiers 2018/2019»-Bericht hervor. Konkret sind es fünf Umweltprobleme, die den Verantwortlichen Sorgen bereiten.

Screenshot unenvironment.org
Gentechnik: So viel Chancen die synthetische Biologie auch bietet, sie birgt laut den Autoren auch Gefahren. So könnte etwa das Wissen missbraucht und für die Herstellung von Biowaffen gebraucht werden. Keine schöne Vorstellung.

Gentechnik: So viel Chancen die synthetische Biologie auch bietet, sie birgt laut den Autoren auch Gefahren. So könnte etwa das Wissen missbraucht und für die Herstellung von Biowaffen gebraucht werden. Keine schöne Vorstellung.

Keystone/AP/Jin Liwang
Zerstückelte Lebensräume:  Während der Mensch in weiten Teilen von der Industrialisierung profitiert, leidet die Natur. Durch den Bau von Strassen, Dämmen und Zäunen werden ursprünglich zusammenhängende Biotope auseinandergerissen – und Tiere werden von ihren Artgenossen getrennt.

Zerstückelte Lebensräume: Während der Mensch in weiten Teilen von der Industrialisierung profitiert, leidet die Natur. Durch den Bau von Strassen, Dämmen und Zäunen werden ursprünglich zusammenhängende Biotope auseinandergerissen – und Tiere werden von ihren Artgenossen getrennt.

Keystone/Alessandro Della Bella

Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (Unep) warnt in dem Report «Frontiers 2018/2019» vor fünf weltweiten Umweltrisiken, die aus Sicht der Autoren zu wenig beachtet werden.

Sollte sich nicht rechtzeitig etwas ändern, dürften die Folgen dereinst für alle – Menschen und Tiere sowie die Natur – ungemütlich werden.

Die rasant voranschreitende Gentechnik ist laut Bericht Fluch und Segen zugleich. Einerseits dienen Eingriffe in lebende Organismen der Menschheit und tragen dazu bei, Krankheiten auszurotten. Andererseits können dadurch neue Probleme heraufbeschworen werden. So kann etwa das Wissen missbraucht und für die Herstellung von Biowaffen gebraucht werden. Entsprechend viele ethische Fragen gebe es, so die Verantwortlichen. Zudem braucht es Regeln, um die «Macht zur Veränderung, Einschränkung oder Auswechslung ganzer Spezies» kontrollieren zu können.

Die Industrialisierung führt dazu, dass immer weiter gebaut wird. Bei der Planung wird laut dem Unep­-Bericht oftmals vergessen, dass durch das Schaffen von Strassen, Dämmen oder Zäunen ursprünglich zusammenhängende Biotope auseinandergerissen werden. Die Leidtragenden sind vor allem die Tiere – weil sie zum Beispiel kein Futter zum Fressen oder keine Artgenossen für die Paarung mehr finden. «Diese begrenzte Fähigkeit, zu wandern, sich zu verteilen, sich zu paaren und zu ernähren, zu wachsen und zu gedeihen, bringt viele Arten an den Rand ihres Aussterbens», so die Autoren.

Als am schwerwiegendsten beschreiben die Autoren die Folgen des auftauenden Permafrosts in der Arktis. In ihm lagert etwa die Hälfte des weltweit in Böden gebundenen Kohlenstoffs. Taut der Permafrost auf, werden Bodenbakterien aktiv und sorgen dafür, dass der Kohlenstoff als Kohlendioxid und als Methan in die Atmosphäre freigesetzt wird. Passiert das, wird eine verhängnisvolle Kettenreaktion ausgelöst: Das Klima erwärme sich weiter und die damit einhergehenden Klimaveränderungen nähmen kontinuierlich zu, schreiben die Experten der Vereinten Nationen im Bericht.

Von Natur aus beträgt der Stickstoffanteil in unserer Atmosphäre 78,1 Prozent. Allerdings stossen auch die Landwirtschaft, der Verkehr und die Industrie grosse Mengen davon aus, was gemäss dem Bericht der Vereinten Nationen zu «schlechter Luftqualität, Belastung von aquatischen und terrestrischen Ökosystemen, Verschlimmerung des Klimawandels und Schwächung der Ozonschicht beiträgt». Damit sei diese Art der Verschmutzung «eine der schlimmsten für die Menschheit», so das Fazit der Forscher. Um das Problem zu lösen, müsse ein globaler Ansatz her.

Der Klimawandel zwingt den Menschen zum Handeln. Doch oft seien die Massnahmen nicht nachhaltig, so die Forscher. Zum Beispiel stellen somalische Bauern wegen der Dürre mehr Holzkohle her und dezimieren so die Wälder, was wiederum für mehr Trockenheit sorgt. Andere setzen mehr Pestizide ein, wodurch wichtige Insekten getötet werden. In Bangladesh werden Strassen und Dämme in Gegenden gebaut, die schon 2050 unter Wasser stehen werden. Das führt dazu, dass Menschen dort hinziehen statt in sicheren Gegenden zu siedeln – eine typische Maladaptation (Schlechtanpassung). Internationale Zusammenarbeit und Planung könnten helfen, eine fehlerhafte Anpassung zu vermeiden.

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