Aktualisiert 15.05.2019 14:26

Fertig mit gratis

Diese Gebühren knöpfen Banken ihren Kunden ab

Was früher gratis war, kostet jetzt: Schweizer Banken verlangen vermehrt Gebühren für ihre Dienste. Hier eine Übersicht.

von
Valeska Blank
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Die PostFinance erhebt seit Anfang 2019 eine Reihe neuer Gebühren für Dienstleistungen, die bisher gratis waren.

Die PostFinance erhebt seit Anfang 2019 eine Reihe neuer Gebühren für Dienstleistungen, die bisher gratis waren.

Keystone/Christian Beutler
Kontoführung, Kontoauszäge, Saldoauskünfte: Für das alles verlangt die PostFinance Gebühren.

Kontoführung, Kontoauszäge, Saldoauskünfte: Für das alles verlangt die PostFinance Gebühren.

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Auch die UBS hat eine neue Gebühr eingeführt: Wenn ein Kunde am Schalter Geld abheben will, kostet das bald 2 Franken pro Transaktion.

Auch die UBS hat eine neue Gebühr eingeführt: Wenn ein Kunde am Schalter Geld abheben will, kostet das bald 2 Franken pro Transaktion.

Keystone/Gaetan Bally

Die tiefen Zinsen drücken auf die Margen der Schweizer Banken. Viele füllen diese Ertragslücken mit höheren Gebühren. Teilweise geben sie das auch offen zu: «Wegen der stark rückläufigen Margen können wir unseren Kunden einige Produkte und Dienstleistungen leider nicht mehr kostenlos anbieten», heisst es etwa bei der PostFinance.

Benjamin Manz, Geschäftsführer des Vergleichsdiensts Moneyland.ch, beobachtet das Phänomen seit längerem: «Die Banken haben in letzter Zeit zahlreiche Gebühren erhöht», sagt er zu 20 Minuten. So seien beispielsweise Kontoführungsgebühren vielerorts teurer geworden. Zum Teil hätten die Banken auch Gebühren neu eingeführt, die es bislang nicht gab.

Welcher Dienst kostet wie viel? Welche Gebühren sind neu? 20 Minuten hat sich durch die Preis-Broschüren verschiedener Banken gewühlt.

Bargeldbezug

Der neuste Streich: Die UBS verrechnet ab dem 1. Juli eine Gebühr für Kunden, die am Schalter Schweizer Franken beziehen. Sie beläuft sich auf 2 Franken pro Transaktion. Auch bei der ZKB gibt es eine solche Gebühr: Kunden mit einem Privatkonto oder Sparkonto des Pakets «ZKB inklusiv Basis» zahlen pro Auszahlung am Schalter 5 Franken.

Bancomaten

Zahlreiche Banken verlangen eine Gebühr, wenn man Geld an einem Bancomaten abhebt, der einer anderen Bank gehört. So berechnet etwa die Credit Suisse 2 Franken für diese Dienstleistung. Eine Gebühr für den Bezug an fremden Bancomaten erheben unter anderen auch die UBS, die Zürcher Kantonalbank oder die Migros Bank. Wer bei Raiffeisen ein Privatkonto für Nichtmitglieder hat, zahlt für den Geldbezug an fremden Automaten ebenfalls 2 Franken.

Kontoauszüge

Früher waren die Briefe der Bank meist gratis – heute kosten sie vielerorts eine Gebühr. Beispiel PostFinance: Waren Kontoauszüge auf Papier noch bis zum Jahr 2018 kostenlos, zahlt der Kunde jetzt 1 Franken pro Monat. Bei Raiffeisen kostet ein gedruckter Kontoauszug bei einem Privatkonto ebenfalls 1 Franken pro Monat. Bei der Migros Bank kostet der Service 1.50 Franken pro Auszug.

Kontoführung

Privatkonten ohne Kontoführungsgebühr gibt es fast nirgends mehr. Bei der PostFinance zahlen Kunden mit einem Vermögen ab 7500 Franken seit Anfang Jahr 5 Franken pro Monat. Vorher haben nur Kunden mit einem Vermögen unter diesem Betrag die Gebühr bezahlt. Bei der Credit Suisse war ein Privatkonto bis zum Jahr 2013 gratis, wenn der Kontostand höher als 15'000 Franken war. Seit Anfang 2014 wird eine Gebühr von 5 Franken pro Monat fällig.

Fremdwährungen

Happige Gebühren fallen bei vielen Banken an, wenn man eine fremde Währung am Schalter bezieht oder einzahlt. Bei der Credit Suisse zahlt der Kunde für Ein- und Auszahlungen von ausländischen Währungen eine Gebühr von 2,5 Prozent bei einem Gegenwert von bis zu 1000 Franken. Die Migros Bank verlangt eine Gebühr von 1 Prozent.

Saldoauskunft

Eine spezielle Gebühr hat die PostFinance eingeführt: Wer per Telefon oder am Postschalter seinen Kontostand abfragt, zahlt seit Anfang Jahr 4 Franken. Das gilt allerdings nur für Kunden, die keine PostFinance Card besitzen.

Daueraufträge

Das Einrichten, Ausführen und Anpassen eines Dauerauftrags ist meist kostenlos. Doch es gibt Banken, die auch bei Daueraufträgen eine Gebühr verlangen. Beispiel Luzerner Kantonalbank: Dort kostete das Löschen eines Dauerauftrags bis vor kurzem nichts, ab 1. Januar 2019 neu 5 Franken. Wer seine Daueraufträge im E-Banking selbst bewirtschaftet, zahlt aber nichts. Es gibt auch Banken, bei denen die Einrichtung eines Dauerauftrags etwas kostet – etwa 10 Franken am Schalter der Neuen Aargauer Bank.

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