Krankenkassen : Diese Glücklichen zahlen 2018 weniger Prämie

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Krankenkassen Diese Glücklichen zahlen 2018 weniger Prämie

Der Prämienanstieg nimmt im kommenden Jahr kein Ende. Doch es gibt Versicherte, die weniger bezahlen müssen. Das sind die Gründe.

von
Dominic Benz
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Einige Glückspilze kommen 2018 in Genuss einer tieferen Krankenkasse-Prämie.

Einige Glückspilze kommen 2018 in Genuss einer tieferen Krankenkasse-Prämie.

Keystone/Christian Beutler
So zahlt zum Beispiel ein Erwachsenes aus Graubünden oder Thurgau mit dem Hausarzt-Modell und einer Franchise von 2500 Franken bei der Helsana rund 160 Franken weniger.

So zahlt zum Beispiel ein Erwachsenes aus Graubünden oder Thurgau mit dem Hausarzt-Modell und einer Franchise von 2500 Franken bei der Helsana rund 160 Franken weniger.

Keystone/Christian Beutler
Bei den meisten geht die Prämie aber nach oben. Zu den grössten vier Kostentreibern bei den Krankenkassen-Prämien gehören die ambulanten Behandlungen im Spital. Zwischen 2006 und 2016 stiegen die Ausgaben von 2,65 Milliarden auf 5,5 Milliarden Franken. Der Anstieg macht ein Viertel des gesamten Kostenwachstums in der Grundversicherung aus.

Bei den meisten geht die Prämie aber nach oben. Zu den grössten vier Kostentreibern bei den Krankenkassen-Prämien gehören die ambulanten Behandlungen im Spital. Zwischen 2006 und 2016 stiegen die Ausgaben von 2,65 Milliarden auf 5,5 Milliarden Franken. Der Anstieg macht ein Viertel des gesamten Kostenwachstums in der Grundversicherung aus.

Keystone/Jean-christophe Bott

Die Krankenkassenprämien steigen 2018 im Schnitt um vier Prozent. Schuld sind vor allem teure Spezialbehandlungen. Trotzdem: Einige Glückspilze bezahlen 2018 weniger Prämie. Das zeigt eine Auswertung des Vergleichsportals Comparis.

So wird zum Beispiel ein Erwachsener aus der Region Zürich mit dem Hausarztmodell und einer Franchise von 2500 Franken bei der Krankenkasse Progrès übers Jahr gerechnet 190 Franken weniger als 2017 ausgeben müssen.

«Das sind einmalige Effekte»

Erwachsene aus Graubünden oder dem Thurgau zahlen mit dem gleichen Modell und gleicher Franchise bei Helsana rund 160 Franken weniger. Auch ein Erwachsener aus der Region St. Gallen kann in den Genuss einer Reduktion kommen: Er spart bei Progrès mit dem Hausarztmodell und 300 Franken Franchise rund 160 Franken.

Die Reduktionen bedeuten allerdings nicht, dass Krankenkassen wie Helsana oder die zur Helsana-Gruppe gehörende Progrès die billigsten sind. Felix Schneuwly von Comparis sagt zu 20 Minuten: «Die Senkung der Prämien sind einmalige Effekte.»

Rückzahlung oder Prämiensenkung

Grund für eine Korrektur nach unten seien die finanziellen Reserven einer Krankenkasse. «Hat eine Krankenkasse genügend Reserven bei einer bestimmten Risikogruppe aufgebaut, ist sie laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) verpflichtet, diese abzubauen», so Schneuwly.

Für den Abbau der Reserven stehen den Krankenkassen zwei Möglichkeiten zur Auswahl: «Entweder sie zahlen der Versicherten den Betrag zurück oder senken eben in bestimmten Risikogruppen die Prämien», sagt Schneuwly.

Krankenkassen können nicht machen, was sie wollen

Die Entscheidung hänge von der Strategie des Versicherers ab: Von einer Rückzahlung profitierten nur die bestehenden Kunden, während mit einer Ermässigung der Prämie potenzielle Neukunden angelockt werden können.

Allerdings können die Krankenkassen ihre Prämien nicht beliebig nach unten anpassen, nur um möglichst viele Neukunden zu ködern. «Ungerechtfertigte Dumping-Prämien sind nicht möglich, da das BAG solche nicht erlaubt», so Schneuwly. Die Behörden würden überprüfen, ob die Prämien angemessen seien. Das solle allfällige Wettbewerbsverzerrungen verkleinern.

Weniger Leistungen erbracht

Die Helsana ergänzt: «Die Gründe für die Prämiensenkung sind der Risikoausgleich und der Effekt des Tarmed-Eingriffs von Bundesrat Berset», sagt eine Sprecherin. Zudem habe man in gewissen Prämienregionen weniger Leistungen als erwartet erbringen müssen. Davon profitieren die Versicherten: «Krankenkassen dürfen in der Grundversicherung keinen Gewinn machen», sagt die Helsana-Sprecherin.

Risikoausgleich

Der Risikoausgleich ist ein gesetzlich verankerter Mechanismus: Krankenkassen mit wenig Risikokunden müssen Versicherungen mit vielen Risikoprofilen eine Ausgleichszahlung leisten. Damit sollen Wettbewerbsvorteile verhindert werden. Einige Krankenkassen könnten sonst viel günstigere Prämien anbieten als ihre Konkurrenten. Das Risikoprofil wird mit folgenden Indikatoren erstellt: Alter, Geschlecht, Aufenthalt in einem Spital oder Pflegeheim im Vorjahr sowie Arzneimittelkosten im Vorjahr.

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