25.10.2019 16:39

Spite-HousesDiese Häuser sollen nur die Nachbarn ärgern

Ein Spite-House ist ein Haus, das nur gebaut wurde, um damit jemanden zu verärgern. Ein paar Beispiele.

von
Meret Steiger
1 / 11
Dieses als «The Pink House» bekannte Gebäude steht auf Plum Island in einem Salzsumpf. Erbaut wurde es von einem Mann, der seine Frau damit ärgern wollte.

Dieses als «The Pink House» bekannte Gebäude steht auf Plum Island in einem Salzsumpf. Erbaut wurde es von einem Mann, der seine Frau damit ärgern wollte.

Dru1138 / CC BY-SA 4.0
Er verpflichtete sich, seiner Ex-Frau ein Nachbildung des gemeinsamen Hauses zu bauen. Die Ex-Frau verpasste es aber, zu sagen, wo es gebaut werden soll – und so steht es heute in einer eher unbewohnbaren Gegend. Aus den Leitungen kommt Salzwasser.

Er verpflichtete sich, seiner Ex-Frau ein Nachbildung des gemeinsamen Hauses zu bauen. Die Ex-Frau verpasste es aber, zu sagen, wo es gebaut werden soll – und so steht es heute in einer eher unbewohnbaren Gegend. Aus den Leitungen kommt Salzwasser.

@shawnahnah / Instagram
Al Ba'sa («Die Missgunst») in Beirut ist ein wahnsinnig schmales Haus (am schmalsten Ende nur noch eine Wand). Der einzige Zweck dieser Konstruktion: Dem Gebäude dahinter die Sicht aufs Meer zu versperren.

Al Ba'sa («Die Missgunst») in Beirut ist ein wahnsinnig schmales Haus (am schmalsten Ende nur noch eine Wand). Der einzige Zweck dieser Konstruktion: Dem Gebäude dahinter die Sicht aufs Meer zu versperren.

jadaliyya.com

Die meisten von uns hatten wohl schon Meinungsverschiedenheiten mit den Nachbarn oder haben sich über sie genervt. Im Normalfall suchen wir vielleicht noch das Gespräch oder ignorieren die Unstimmigkeiten einfach.

Die Menschen, die diese Spite-Houses gebaut haben, sehen das anders: Sie wollen ihren (Ex-)Nachbarn, oder Menschen aus ihrem Umfeld möglichst fest auf die Nerven gehen. Ein Spite-House ist nämlich ein Gebäude, das ausschliesslich gebaut wurde, um damit jemanden zu verärgern.

Das Haus auf Plum Island

Über dieses Haus haben wir bereits geschrieben. Es ist das Ergebnis einer besonders unschönen Scheidung: 1925 wollte sich ein Mann in Newburyport (Massachusetts) scheiden lassen. Seine Frau stimmte aber nur unter einer Bedingung zu: Der Mann sollte eine exakte Nachbildung des gemeinsamen Hauses für sie bauen.

Die Frau hätte etwas spezifischer sein sollen: Der Ex-Mann baute das Haus auf Plum Island, die grösstenteils aus einem sogenannten Salz-Sumpf besteht und ziemlich unbewohnbar ist.

Al Ba'sa («Die Missgunst») in Beirut

Wenn die Spite-Houses nicht dazu da waren, um Nachbarn – oder Ex-Partner – zu verärgern, dann entstanden sie oft wegen Familienstreitigkeiten: So auch beim Al Ba'sa in Beirut, einem sehr schmalen Haus, das nur gebaut wurde, um den Wert des dahinterliegenden Grundstücks zu mindern. Erbaut wurde es 1954: Zwei Brüder hatten beide jeweils ein Stück Land geerbt.

Blöderweise ist die Aufteilung nicht optimal gelungen, denn während auf dem einen Grundstück ein normales Haus Platz hatte, hatte das andere eine Art Spitze, die nur gerade 60 Zentimeter breit ist. Dort ein Haus zu bauen, war absurd, was dem Mann aber egal war: Sein Gebäude war einzig dazu gedacht, seinem Bruder den Meeresblick zu verbauen.

Candy Cane House in London

Manchmal ist es nicht der Bau eines Hauses, der andere verärgern soll, manchmal ist es auch die Dekoration – oder in diesem Fall der Anstrich. Zipporah Lisle-Mainwaring kaufte ein Haus in Kensington für mehrere Millionen Pfund und dachte, dass sie damit nun alles machen könne – auch abreissen und ein neues Haus bauen.

Ihre Nachbarn sahen das anders und erhoben Einspruch. Lisle-Mainwaring versuchte zwar die nötigen Bewilligungen trotzdem zu bekommen, scheiterte aber. Was ihr aber niemand verbieten konnte, war ein neuer Anstrich. Um die Nachbarn zu verärgern, entschied sich die Engländerin für einen rotweissen Streifen-Anstrich. 2017 bekam sie ihre Bewilligung.

Macefield House in Seattle

Manche Spite-Houses werden erst zu solchen, wenn sich die Nachbarschaft darunter massiv verändert. So auch beim Haus von Edith Macefield, die 2006 bekannt wurde: Ein Shoppingcenter sollte in ihrer Nachbarschaft gebaut werden – und trotz eines Kaufangebots von über einer Million Dollar wollte die Rentnerin ihr 108 Jahre altes Haus nicht verkaufen.

Die Bauherren des Shoppingcenters bauten irgendwann einfach um das Haus von Edith Macefield herum. Die Gerüchte, dass diese Geschichte den Animationsfilm «Oben» inspirierte, stimmen aber nicht: Die Produktion für den Film begann bereits 2004, zwei Jahre bevor sich Macefield gegen das Bauprojekt wehrte. Das Haus steht heute noch.

Montlake Pie House in Seattle

Was genau beim Montlake Pie House passiert ist, ist unklar. Angeblich wurde dem Besitzer des Grundstücks von einem Nachbarn ein «lächerlich kleiner» Betrag dafür geboten, damit dieser seinen eigenen Garten vergrössern konnte. Darüber war der Grundstückbesitzer so beleidigt, dass er sich dazu entschloss, ein Haus auf das Landstück zu bauen.

Angeblich strich er sogar die Rückseite des Hauses schwarz, um den Nachbarn die Aussicht noch mehr zu vermiesen. Und obwohl das Haus von vorne normal aussieht: Das Gebäude hat eine aussergewöhnliche dreieckige Form: An seiner schmalsten Stelle ist es nur gerade 1,4 Meter breit, an der breitesten mehr als 4,5 Meter. Die Nachbarn, die damals verärgert werden sollten, sind inzwischen ausgezogen.

Wohnen-Push

Ihnen gefällt dieser Artikel und Sie würden gerne mehr solche Texte und Bildstrecken lesen? Dann aktivieren Sie den Wohnen-Push: In diesem Kanal wollen wir Sie inspirieren, Ihnen praktische Tipps für Ihr Mietverhältnis geben und Ihnen helfen, das Beste aus Ihrer Wohnung herauszuholen.

Und so gehts: Installieren Sie die neuste Version der 20-Minuten-App. Tippen Sie rechts oben auf das Menüsymbol, dann auf das Zahnrad. Wenn Sie dann nach oben wischen, können Sie die Benachrichtigungen für den Wohnen-Kanal aktivieren.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.