Nachbarschaftsstreit, Allergie, Anzeige: Diese Hasel sorgt für Streit, Strafverfahren und rote Köpfe
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Nachbarschaftsstreit, Allergie, AnzeigeDiese Hasel sorgt für Streit, Strafverfahren und rote Köpfe

In Kehrsatz BE sorgt eine Hasel für viel Gesprächsstoff. Der Baum liegt auf dem gemeinsamen Grundstück zweier Parteien. Wegen einer Allergie der Tochter soll der Baum nun weg. Die Nachbarn wollen dies jedoch nicht.

von
Raphael Casablanca
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Diese Hasel ist der Grund für einen Nachbarschaftsstreit in Kehrsatz BE.

Diese Hasel ist der Grund für einen Nachbarschaftsstreit in Kehrsatz BE.

20min/Simon Glauser
Der Baum liegt auf dem gemeinsamen Grundstück zweier Haushalte.

Der Baum liegt auf dem gemeinsamen Grundstück zweier Haushalte.

20min/Simon Glauser
Die Tochter von Mikhail G. hat eine Allergie gegen die Pollen des Baumes entwickelt. Deshalb soll er wegkommen.

Die Tochter von Mikhail G. hat eine Allergie gegen die Pollen des Baumes entwickelt. Deshalb soll er wegkommen.

20min/Simon Glauser

Darum gehts

  • Eine Hasel in Kehrsatz BE sorgt für Streit unter Nachbarn.

  • Der Baum steht auf dem gemeinsamen Grundstück zweier Parteien.

  • Weil die Tochter eine Allergie auf die Pollen des Baumes entwickelt hat, will die Familie G. die Hasel entfernen lassen.

  • Die Miteigentümer wehren sich aber dagegen.

Seit zwei Jahren herrscht in einem Quartier im bernischen Kehrsatz dicke Luft. Dabei geht es um eine Hasel, die auf zwei Grundstücken steht. «Meine Tochter hat ein allergisches Asthma entwickelt, das durch die Blüten des Baumes ausgelöst wird», erklärt Mikhail G.* gegenüber 20 Minuten. Deswegen suchte er im vergangenen Jahr wiederholt das Gespräch mit seinen Nachbarn, denen der Baum zur Hälfte zustehe. «Ich habe sie mehrmals darum gebeten, mit mir einen Weg zu finden, um dieses Problem zu lösen. Sie bleiben jedoch stur und wollen den Baum behalten.» So machte Mikhail G. zwischen 2020 und 2021 kurzen Prozess und liess die Blüten des Baumes von einem Gärtner entfernen: «Meine Tochter leidet enorm unter den Pollen, ich musste etwas tun.»

Dies blieb vom Nachbarn nicht unbemerkt: «Wir haben eine Strafanzeige wegen Sachbeschädigung erhalten. Am Anfang hiess es, dass wir 10’000 Franken bezahlen sollten. Der Fall wird noch immer von der Staatsanwaltschaft untersucht», so G. Der Nachbar habe ihn beim Schneiden der Bäume fotografiert und die Aufnahmen als Beweise vorgelegt. «Nach Aussagen der Gärtner ist der Busch aber überhaupt nicht beschädigt und bei einwandfreier Gesundheit», sagt G.

6500 Franken für Schaden und Hälfte der Hasel gefordert

Bei der letzten Verhandlung im Februar wurde der Familie G. dann vom Anwalt der Nachbarn ein Angebot gemacht: «Er bot uns an, dass wir den Teil des Baumes der Nachbaren abkaufen könnten. Für den Schaden und die Hälfte der Hasel forderten sie 6500 Franken.» Für die Familie G. eine völlig absurde Forderung. Nach der Verhandlung versuchte G. dann erneut Kontakt mit dem Nachbarn aufzunehmen, um eine andere Lösung zu finden. Jedoch wieder ohne Ergebnis. Auf Anfrage von 20 Minuten gab die Nachbarsfamilie an, dass sie sich zum laufenden Verfahren nicht äussern möchte.

Die Hasel wird nun auf Ricardo versteigert

Kurzerhand eröffnete Mikhail G. eine Auktion auf Ricardo, bei der er seinen Teil des Baumes für 6000 Franken zum Kauf anbietet. «Dieses Angebot ist kein Scherz», warnt er in der Beschreibung. Er beschreibt darin die Situation und schildert, dass das Geld bei einem Kauf sofort den Nachbarn übergeben wird. «Wichtig ist, dass die Hasel nach dem Kauf den Standort verlässt oder so weit zurückgeschnitten wird, dass sie nicht mehr blühen kann», lautet die Bedingung für die Käuferin oder den Käufer des Baumes. Bislang habe sich aber noch niemand gemeldet: «Ich sehe, dass das Inserat regelmässig angeschaut wird. Ich habe die Hoffnung, dass sich jemand meldet, der mir bei diesem Problem weiterhelfen könnte.»

*Name der Redaktion bekannt

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