Aktualisiert 08.10.2018 12:22

Nach Spezialausbildung

Diese Hündin ist ein Dopingschreck

Schweden hat eine ungewöhnliche Mitarbeiterin aufgebaut, um Dopingsubstanzen aufzuspüren: Springer Spaniel Molly.

von
Christian Brüngger

Das Schwanzwedeln der Hündin trügt: Der braun-weisse Springer Spaniel, der in der Eishockeykabine schwedischer Spitzenspieler wild wedelt, ist in heikler Mission unterwegs: Molly, so der Name der vierjährigen Hündin, ist ausgebildete Dopingbekämpferin. Denn Molly, die Erste ihrer Art, kann mit ihrer feinen Nase im Wettkampfsport illegale Substanzen wie Testosteron oder Steroide aufspüren – in fester wie flüssiger Form, verpackt oder zumindest umhüllt.

Schweden ist zwar nicht gerade bekannt als führende Dopingnation, mit der Integration ihrer neusten Mitarbeiterin aber haben die Skandinavier in der Branche für manche Schlagzeile gesorgt. Schliesslich redet alles von Automatisierung und der baldigen Ankunft von Robotern, welche uns Menschen ersetzen könn(t)en.

Die Schweden hingegen vertrauen auf die Natur beziehungsweise die jahrhundertealte Tradition, Hunde in den Dienst des Menschen zu stellen. Statt beispielsweise Trüffel spürt Molly einfach Steroide auf. Dafür musste sie über sechs Monate von einem Spezialisten im Zoll ausgebildet werden. Grenzwachen setzen Hunde routinemässig beim Aufspüren von Suchtstoffen ein. Der Experte allerdings eichte Molly täglich auf einschlägige Mittel aus dem Sport.

Ein Hund entspannt die Situation

Seit diesem Frühling ist Molly nun im Einsatz. An Athleten schnüffelt sie nicht herum, aber an ihren Taschen oder Spinds, gerne an Wettkampforten. Gemäss Mollys Besitzer, dem schwedischen Antidoping-Kämpfer Michael Sjoo, soll die Hündin in zwei Fällen zu einer Überführung beigetragen haben. Was sie neben Testosteron und Steroiden alles entdecken kann, will er nicht sagen: Man möchte die Betrüger vor Molly ja ein bisschen zittern lassen.

In einem wesentlichen Aspekt kann das freundliche Schwanzwedeln von Molly übrigens sehr dienlich sein: eine oft angespannte Atmosphäre bei Kontrollen zur Entspannung zu bringen. Schliesslich sind Dopingbekämpfer von vielen Athleten maximal geduldet. Weiss ein Sportler ein Wollknäuel neben sich, kann das eine angespannte Situation rasch auflösen.

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