Letzte Runde: Diese Interessenten buhlen um Air Berlin
Aktualisiert

Letzte RundeDiese Interessenten buhlen um Air Berlin

Der Ausverkauf bei der Pleite-Airline naht sich dem Ende. Auch die Schweizer Tochter Belair soll ein Angebot erhalten haben. Wer mischt alles im Bieterkampf um Air Berlin mit?

von
dob
1 / 9
Viele Interessenten wollen sich vom Air-Berlin-Kuchen ein Stück abschneiden. Die Bieter-Frist läuft noch bis Freitag, 14 Uhr.

Viele Interessenten wollen sich vom Air-Berlin-Kuchen ein Stück abschneiden. Die Bieter-Frist läuft noch bis Freitag, 14 Uhr.

Roland Weihrauch
Auch die Tochter Belair, die unter der Marke Air Berlin operiert, soll ein Angebot erhalten haben. Das weckt Hoffnungen bei der Schweizer Belegschaft.

Auch die Tochter Belair, die unter der Marke Air Berlin operiert, soll ein Angebot erhalten haben. Das weckt Hoffnungen bei der Schweizer Belegschaft.

Ralf Hirschberger
Die Konzernmutter der Swiss, Lufthansa, hat gute Chancen, grosse Teile der Pleite-Airline zu erhalten. Im Visier sollen 90 der 144 Flugzeuge der Air Berlin sein.

Die Konzernmutter der Swiss, Lufthansa, hat gute Chancen, grosse Teile der Pleite-Airline zu erhalten. Im Visier sollen 90 der 144 Flugzeuge der Air Berlin sein.

A3471/_boris Roessler

Die Frist endet heute Freitag, um 14 Uhr. Bis dann können Interessenten für die insolvente Air Berlin ihre Kaufangebote platzieren.

Es geht um die Flugzeuge sowie die Start- und Landerechte der Pleite-Airline. Welcher Bieter Teile oder das gesamte Geschäft erhält, soll allerdings erst am 25. September entschieden werden – einen Tag nach der Bundestagswahl.

«Mindestens ein Kaufangebot» für Belair

Der Bieterkampf weckt auch Hoffnungen bei der Schweizer Belegschaft der Belair, einer Tochter der Air Berlin. Grund ist ein internes Schreiben der Geschäftsleitung an die Mitarbeiter, wie die «Aargauer Zeitung» berichtet.

Demnach besteht «mindesten ein Kaufangebot» für Belair. Wer der Bieter ist, verrät die Fluglinie nicht.

Lufthansa mit grossen Chancen

Wie viele Bieter sich insgesamt um Air Berlin scharen, ist unklar. Sie sollen bis zum Entscheid geheim bleiben. Dennoch haben sich einige Interessenten schon in die Karten blicken lassen:

Lufthansa

Die Konzernmutter der Swiss hat gute Chancen auf das grosse Stück vom Air-Berlin-Kuchen. Laut Beobachtern will der Konzern inzwischen 90 der 144 Flugzeuge übernehmen. 38 Maschinen davon hat Lufthansa schon seit einem Jahr geleast. Ein Auge soll Lufthansa besonders auf Touristik-Tochter Niki und einen Teil der Langstreckenflugzeuge geworfen haben. Sie sollen für die Lufthansa-Tochter Eurowings an den Start gehen.

Condor und Niki Lauda

Der frühere Formel-1-Fahrer Niki Lauda hat einst Niki gegründet. Nun scheint er sein Baby zurück zu wollen. Mit dem Ferienflieger Condor hat sich Lauda kurz vor Ende der Bieterfrist zusammengetan und nach eigenen Angaben 100 Millionen Euro geboten. Diese sollen laut Berichten für 38 Flugzeuge und die Tochter Niki sein. Der Plan: Es werden nur noch Feriengäste geflogen, und die holt die Condor-Mutter Thomas Cook in die Maschinen.

Easyjet

Gleich nach der Insolvenz im August hiess es, Lufthansa und Easyjet könnten sich Air Berlin teilen – schon weil das Kartellamt eine Komplettübernahme durch Lufthansa blockieren würde. Dem britischen Billigflieger wird Interesse an etwa 40 Flugzeugen nachgesagt und die Absicht, damit am bisherigen Air-Berlin-Drehkreuz Düsseldorf einen Fuss in die Tür zu bekommen.

Hans Rudolf Wöhrl

Der deutsche Unternehmer wollte schon einmal bei Air Berlin einsteigen. Das Unternehmen entschied sich jedoch für Geld vom Golf und machte die Staatsairline Etihad zum Grossaktionär. Als die Araber im August den Geldhahn zudrehten, rutschte Air Berlin in die Insolvenz. Nun will Wöhrl Air Berlin als Ganzes. Er hat angeboten, mit Partnern 50 bis 500 Millionen Euro zu bezahlen.

Utz Claassen

Ein «Angebot zur Komplettübernahme und expansiven Sanierung der Air Berlin» soll der deutsche Investor Utz Claassen ausgearbeitet haben. Und das zu einem Kaufpreis von 100 Millionen Euro, wie das deutsche «Handelsblatt» berichtet. Zusammen mit nicht näher genannten Investoren stelle Claassen zusätzliche Liquidität in Aussicht.

Jonathan Pang

Der chinesische Investor hat schon lange den deutschen Luftverkehrsmarkt im Auge. Pang gehört ein Flugplatz in Mecklenburg-Vorpommern. Spekuliert wird, dass Pang Air Berlin dorthin verlegen könnte.

Zeitfracht

Die Berliner Spedition hat vergangene Woche ein Angebot angekündigt. Der Transportbetrieb mit rund 800 Beschäftigten sieht nach eigenen Angaben Wachstumspotenzial im Frachtbereich der Air Berlin, im Passagiergeschäft setzt Zeitfracht auf Kooperationen.

Mit Material der Nachrichtenagentur SDA.

Deine Meinung