21.01.2020 10:19

Telepathie und HologrammeDiese irren Erfindungen gibt es wirklich

Per Handgeste bezahlen, den PC mit Gedanken steuern und aus CO2 wieder Treibstoff machen – diese Technologien sind nicht nur Science-Fiction.

von
Raphael Knecht

Amazon und Alibaba tüfteln an aussergewöhnlichen Zahlungsmethoden. (Video: RKN/Alibaba/Keystone)

Geht es nach Jeff Bezos, zahlen wir bald mit einem Winken: Amazon plant, die menschliche Hand mit der Kreditkarte zu verknüpfen, wie das «Wall Street Journal» schreibt. Die Idee: Zahlungen werden autorisiert, wenn ein Scanner den Kunden an seiner Handfläche erkennt. Laut dem Bericht will der Konzern die Technologie, die sich derzeit in der Entwicklungsphase befindet, anderen Händlern anbieten – etwa Kaffeehäusern und Fast-Food-Restaurants, die viele wiederkehrende Kunden haben.

Ob futuristische Zahlungsmethoden, Telepathie oder Hologramme – an diesen verrückt klingenden Technologien wird derzeit wirklich gearbeitet:

Mit einem Lächeln bezahlen

Auch die Alibaba-Gruppe tüftelt an einer eigenen Bezahlmethode: an «Smile to pay». Die Technologie, die einige Geschäfte in China bereits einsetzen, erkennt Kunden an ihrem Lächeln. Es kommt dabei nicht darauf an, was für Make-up sie tragen oder ob sie ihre Haarfarbe geändert haben (siehe Video oben). Alibaba-Tochter Ant Financial will in den kommenden drei Jahren umgerechnet 423 Millionen Franken investieren, um «Smile to pay» zu fördern.

Elon Musk tüftelt an Telepathie

Mit einem Hirnimplantat will Elon Musks Start-up Neuralink es Maschinen ermöglichen, die Aktivität von Neuronen zu messen. Besitzer solcher Implantate könnten dann etwa Computer mit ihren Gedanken steuern. Musk erhofft sich, dass damit menschliche und künstliche Intelligenz verschmelzen. Neuralink versucht derzeit, die Aufsichtsbehörden von der Technologie zu überzeugen. Die Firma wird teils kritisiert, weil sie die Implantate an Ratten und Affen testet.

Elon Musk stellt Neuralink vor. (Video: Neuralink)

Hologramme aus dem Handy

Smartphones der Zukunft sollen 3-D-Hologramme wie in «Star Wars» anzeigen können. Wissenschaftler aus Korea haben bereits ein Display entwickelt, das dies ermöglichen soll – und der koreanische Hersteller Samsung hat diesbezüglich schon ein Patent angemeldet. Was genau der Anwendungsbereich für die Technologie sein soll und wann die ersten Smartphones damit ausgerüstet werden, ist allerdings noch unklar.

Herzschlag als Passwort

Genug von Fingerabdruck- und Gesichtsscanner? Die Firma B-Secur arbeitet an einer Identifikationsmethode, die Personen anhand ihres einzigartigen Herzschlagmusters erkennt. Die Sensoren befinden sich etwa in einem Armband oder in der Arbeitskleidung, sodass man ohne Password auf Geräte zugreifen oder gesperrte Bereiche betreten kann. Bonus: Die Technologie kann auch für Fitness-Tracking eingesetzt werden.

Bill Gates will CO2 recyceln

Recycling wird bei Rohstoffen wie Plastik als Lösung für die damit verbundene Umweltbelastung gehandelt – warum nicht auch beim CO2? Die Firma Carbon Engineering, zu deren Investoren auch Microsoft-Mitgründer Bill Gates gehört, will das CO2 aus der Luft saugen. Das lässt sich dann entweder unterirdisch lagern – oder man nutzt es, um Treibstoffe zu produzieren, die umweltfreundlicher sind als fossile Brennstoffe.

Carbon-Engineering-CEO Steve Oldham erklärt, wie seine Technologie funktioniert. (Video: TEDx Talks)

Gefrierschrank statt Sarg

Man kennt den Kryoschlaf aus Science-Fiction: Wer an einer tödlichen Krankheit leidet, lässt sich einfrieren, bis ein Heilmittel gefunden wird. Die Alcor Foundation setzt das bereits heute in die Praxis um: Fast 200 Personen hat die amerikanische Firma bisher mit Frostschutz in den Adern tiefgekühlt. Alcor hofft, die Hirnstrukturen dieser Menschen in Zukunft wiederaufleben lassen zu können.

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