05.12.2019 11:34

Inserate-AuswertungDiese Jobs sind besonders gefragt

Die Berufe Polizist und Rettungssanitäter sind bei Jobsuchenden hoch im Kurs. Gering ist hingegen das Interesse an Stelleninseraten aus der Baubranche. Im Trend sind Teilzeitstellen.

von
B. Scherer

Berufe wie jener des Rettungssanitäters machen neugierig. (Video: 20 Minuten)

Mit Blaulicht durch die Strassen fahren, davon träumen viele Schweizer: Bei der Polizei oder im Rettungsdienst arbeiten, ist gefragt. So ist die Nachfrage bei diesen Jobs im Verhältnis zum Angebot besonders hoch. Das zeigt die Studie Jobcloud Market Insights. Diese wird von Jobcloud in Zusammenarbeit mit der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaft ZHAW herausgegeben. Die Daten dazu wurden über die Plattformen Jobs.ch und Jobup.ch erhoben. Sie gehören zur Mediengruppe Tamedia, die auch 20 Minuten herausgibt.

Besonders die Deutschschweizer möchten im Bereich öffentliche Sicherheit, Bewachung oder in der Rettung tätig sein. Obwohl nur wenige Stellen ausgeschrieben sind, klicken Jobsuchende Inserate aus diesen Branchen besonders häufig an. «Diese Berufe machen neugierig. Die Leute möchten wissen, welche Aufgaben man beispielsweise als Polizist erledigen muss», sagt Nicoline Scheidegger, Dozentin in Leadership an der ZHAW, zu 20 Minuten.

Auch seien in dieser Branche flexible Berufsprofile ausgeschrieben, die sich als Nebenjob oder für Quereinsteiger eigneten, so Scheidegger. Gerade im Sektor Bewachung würden Securitys gesucht. Diese Arbeit müsse meist abends und am Wochenende verrichtet werden.

Welche Jobs sonst noch gefragt sind, erfährst du im Video oben.

Pflegeberufe sind nicht beliebt

Bei den Westschweizern stehen Berufe wie Lehrer oder Sozialarbeiter an oberster Stelle. Diese Jobs landen in der Deutschschweiz auf Platz zwei. In beiden Sprachregionen zeigt sich: Das Interesse an Stelleninseraten aus der Branche Bau und Architektur ist, gemessen am Angebot, eher gering. «Viele junge Arbeitskräfte entscheiden sich für eine höhere Ausbildung, die klassischen Lehrberufe im Baugewerbe sind deshalb unterbesetzt», sagt Scheidegger.

Gemessen an den ausgeschriebenen Stellen ist das Interesse auch an Ingenieurs- sowie Pflegeberufen klein. Das zeigt sich laut Studie auch darin, dass in diesen Branchen besonders viele Fachkräfte fehlen. Wobei der Fachkräftemangel in den Pflegeberufen in der Romandie weniger ausgeprägt ist als in der Deutschschweiz.

Deutschschweizer wollen Teilzeit arbeiten

Dass Berufe im Bildungs und Sozialbereich in der ganzen Schweiz so beliebt sind, liege daran, dass «sie vielfach befristet oder Teilzeit ausgeschrieben werden», erklärt Scheidegger. Und Teilzeit arbeiten liegt laut Studie im Trend. Das bestätigt auch der Arbeitspsychologe Hartmut Schulze: «Die Bedeutung von Aktivitäten ausserhalb der Arbeit ist gestiegen, insbesondere auch bei jüngeren Erwerbstätigen.»

Menschen ohne Familie würden sich mehr Freizeit wünschen. Wer kleine Kinder zu Hause habe, möchte mehr Zeit für die Familie haben, sagt Schulze. «Auch die älteren Erwerbstätigen wünschen sich regelmässige freie Tage für Sport und Fitness.»

So wird in der Deutschschweiz bereits jede vierte Stelle als Teilzeitstelle angeboten, wie es in der Studie heisst. In der Regel mit einem 80-Prozent-Pensum. Anders sieht es in der Westschweiz aus: Dort werden nur 9 Prozent der Stellen als Teilzeitstellen angeboten.

Immer mehr Männer wollen Teilzeit arbeiten

Obwohl in der Deutschschweiz mehr Teilzeitstellen angeboten werden als in der Westschweiz, deckt das Angebot die Nachfrage. So sind Romands auch weniger an Teilzeitstellen interessiert.

Teilzeit arbeiten laut Studie vor allem Frauen. Heute würden aber immer mehr Männer nach reduzierten Arbeitspensen fragen. Dies sei nicht überraschend, so Schulze. Besonders junge Väter möchten sich stärker in der Kindererziehung engagieren.

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