Exit-Plan des Bundesrats: Diese Kantone wollen ihre Restaurants früher öffnen
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Exit-Plan des BundesratsDiese Kantone wollen ihre Restaurants früher öffnen

Mit dem Exit-Plan des Bundesrats sind nicht alle Kantone einverstanden. Einige wollen die Restaurants bereits vor April aufmachen.

von
Lea Gnos
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Gastrobetriebe müssen vorerst geschlossen bleiben.

Gastrobetriebe müssen vorerst geschlossen bleiben.

Adrian Moser
Dass Restaurants, Kinos und Theater weiterhin zu sein sollen, stösst vielen Kantonen sauer auf. Sie wollen vorher aufmachen.

Dass Restaurants, Kinos und Theater weiterhin zu sein sollen, stösst vielen Kantonen sauer auf. Sie wollen vorher aufmachen.

20 Minuten 
Bundesrat Alain Berset ist nicht erfreut über das Vorpreschen der Kantone.
Esther Michel

Bundesrat Alain Berset ist nicht erfreut über das Vorpreschen der Kantone.
Esther Michel

Darum gehts

  • Nach dem Exit-Plan des Bundesrats häuft sich die Kritik der Kantone.

  • Einige Kantone wollen die Restaurants früher als geplant öffnen.

  • Der Bundesrat ist nicht erfreut über das Vorpreschen.

Der Bundesrat hat am Mittwoch seinen abgestuften Exit-Plan aus dem Shutdown präsentiert. Der Öffnungsplan des Bundesrats kommt allerdings nicht bei allen Kantonen gut an. Dass demnach Läden und ein Teil der Freizeiteinrichtungen im März ihren Betrieb wieder aufnehmen, Restaurants, Kinos und Theater dagegen weiterhin geschlossen bleiben sollen, stösst vielen sauer auf.

Der Kanton Graubünden möchte seine Restaurants bereits ab dem 1. März wieder eröffnen. Einen Monat früher als vom Bundesrat vorgesehen. Graubünden habe mit Massentests viel für die Bekämpfung des Coronavirus getan, begründet der Bündner Regierungspräsident Mario Cavigelli seine Forderung. Auch die Waadtländer Regierung verlangt eine vorzeitige Öffnung und zwar per Mitte März.

Des Weiteren möchte die Regierung in Lausanne ab dem 15. März auch Theatern, Kinos, Sport- und Freizeitanlagen den Betrieb in begrenztem Mass wieder ermöglichen.

Bergkantone mit eigenen Regeln

Trotz Warnung des Bundesrats erlauben Bergkantone weiterhin bestuhlte Terrassen vor Lokalen. Graubünden, Nid- und Obwalden haben nicht vor, die Sitzgelegenheiten in den Skigebieten wegzuräumen. «Dann soll der Bundesrat halt das Militär schicken», sagt ein hochrangiger Kantonsvertreter, der nicht genannt werden will, im «Tages-Anzeiger».

Nicht öffnen und dann wieder schliessen

Aus dem Kanton Genf kommen ähnliche Töne. Eine grössere Entlastung sei möglich, erklärte Gesundheitsdirektor Mauro Poggia gegenüber der Zeitung «Le Temps». Er hält vor allem die Situation der Gastrobranche für untragbar. Die Regierung von St. Gallen liess ebenfalls durchblicken, dass sie mehr Tempo bei der Öffnung wünscht, schreibt der «Tages-Anzeiger».

Bundesrat Alain Berset ist nicht erfreut über das Vorpreschen der Kantone. So hätten etwa im Herbst unterschiedliche Regeln zwischen den Kantonen zu Wettbewerbsverzerrungen und zu einem Coronatourismus geführt, sagte der Gesundheitsminister zu SRF. Auch Kantonsvertreter Lukas Engelberger, Präsident der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und Direktoren (GDK), hält nichts von zu raschen Öffnungsschritten. «Wir wollen die Betriebe nicht jetzt öffnen, um sie dann ein paar Wochen später wieder schliessen zu müssen. Wir wollen nicht jetzt optimistisch sein und in ein paar Wochen dann wieder die neu angestiegenen Todesfälle beklagen müssen», sagt er weiter zu SRF.

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