Aktualisiert 20.08.2019 09:46

GütesiegelDiese Kassen verzichten auf Telefonterror

Krankenkassen dürfen Kunden eigentlich nicht mehr telefonisch anwerben. Trotzdem finden viele Schlupflöcher. Einige Kassen halten sich aber strikt an das Verbot.

von
doz
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Eigentlich dürfen Krankenkassen ihre Kunden nicht mehr telefonisch anwerben.

Eigentlich dürfen Krankenkassen ihre Kunden nicht mehr telefonisch anwerben.

Stevan Bukvic | CUSTOM IMAGES
Trotz Verbot finden Kassen Möglichkeiten um Kunden über Callcenter zu kontaktieren.

Trotz Verbot finden Kassen Möglichkeiten um Kunden über Callcenter zu kontaktieren.

AFP/Godong
Comparis verleit daher die Label «saubere Kundenwerbung» beziehungsweise «keine Telefonwerbung».

Comparis verleit daher die Label «saubere Kundenwerbung» beziehungsweise «keine Telefonwerbung».

Keystone/Martin Ruetschi

Seit März ist es Krankenkassen verboten, telefonisch Kunden anzuwerben. Dies hält die Kassen aber nicht davon ab, weiterhin Schlupflöcher zu finden und über Sponsoring oder Gewinnspiele dennoch Personen via Callcenter oder Vermittler zu kontaktieren. Deshalb vergibt der Vergleichsservice Comparis seit 2015 die Label «saubere Kundenwerbung» beziehungsweise «keine Telefonwerbung» an Krankenkassen, die sich strikt an das Verbot der eidgenössischen Räte halten.

Nun hat Comparis die Liste der sogenannt sauberen Krankenkassen veröffentlicht. Als sauber gilt, wenn bei der Kommunikation der Krankenkasse klar deklariert wird, woher die Adresse der kontaktierten Person stammt, und wenn sichergestellt wird, dass die Daten bei Wunsch gelöscht oder gesperrt werden.

Zu diesen Kassen gehören: die Glarner Krankenversicherung, KPT, die Krankenkasse Birchmeier, die Krankenkasse Luzerner Hinterland, die Krankenkasse Steffisburg, SLKK, Sodalis Gesundheitsgruppe und die Krankenkasse Wädenswil.

Einige verzichten gänzlich auf Telefonwerbung

Zehn Krankenkassen gehen laut Comparis sogar so weit, dass sie gänzlich auf Telefonwerbung verzichten. Das sind so viele wie nie zuvor. Es handelt sich dabei um: Agrisano, EGK Gesundheitskasse, die Krankenkasse Birchmeier, Krankenkasse Luzerner Hinterland, Krankenkasse Steffisburg, Krankenkasse Wädenswil, Rhenusana, SLKK, Sodalis Gesundheitsgruppe und Sumiswalder.

«Versicherte können sicher sein, dass sie nicht von den Inhabern eines dieser beiden Label gegen ihren Willen kontaktiert werden», erklärt Comparis-Krankenkassen-Experte Felix Schneuwly. Bisher sei es ausserdem noch nie vorgekommen, dass einer Kasse das verliehene Label wieder entzogen werden musste.

Dennoch komme es auch dieses Jahr immer wieder dazu, dass Callcenter weiterhin Versicherte unter falschen Angaben kontaktieren. Schneuwly empfiehlt in solchen Fällen: «Versicherte sollten immer fragen, woher der Anrufer die Telefonnummer hat und für welche Berater oder Kassen er anruft. Wer nicht sofort genaue Antworten bekommt, sollte das Gespräch rasch und bestimmt beenden.»

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